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Michael Smolik meditiert

"Ich beherrsche mich besser": Warum Kickbox-Weltmeister Michael meditiert

von Florian, 31.07.2018

Michael Smolik ist ein erfolgreicher Kampfsportler. Zwischen seinen Fights meditiert er regelmäßig. Dadurch trifft er im Ring unterbewusst die besseren Entscheidungen.

Einfach nur dasitzen und an nichts denken. Hört sich doch recht einfach an, dachte Michael. Doch obwohl sich der frisch gebackene Kickbox-Weltmeister nun schon seit über acht Jahren mit Meditation beschäftigt, will ihm diese vermeintlich simple Aufgabe nicht gelingen. Irgendwelche Gedanken überfallen ihn immer. "Da musst du schon ein richtiger Zen-Meister sein, damit du das schaffst. Doch auch meine Art des Meditierens bringt mich weiter – sowohl als Mensch als auch im Kampf", erzählt der 27-Jährige.

"Der Erfolg beginnt im Kopf"

Michael Smolik ist Profi-Kickboxer. Seit Juni 2018 sogar Doppel-Weltmeister im Weltverband World Kickboxing and Karate Union (WKU). Sein Sport besteht aus Frontkicks und Drehkicks, aus Schlägen und Haken. Sein Ziel: Die Gegner auf den Boden oder in die Ringseile zu befördern. Viel Meditatives ist darin auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Doch Michael hat gelernt, Konzentrationsübungen zu nutzen, um im Ring noch stärker zu werden. "Der Erfolg beginnt im Kopf", sagt der Kampfsportler.

Derzeit meditiert Michael fast jeden Tag rund zehn bis 15 Minuten, nicht nur vor den Kämpfen. Dabei sitzt er entspannt auf einem Stuhl oder auf dem Boden und versucht, so gut es geht abzuschalten. "Ich sitze aber nicht zwangsweise im Schneidersitz oder gebe OM-Laute von mir. Ich benötige einfach Ruhe und Dunkelheit, um mich abkapseln zu können", erklärt der ehemalige Polizist.

Manchmal geht er im Kopf auch Szenen durch, die im Kampf auf ihn zukommen könnten. Dann hört Michael während der Meditation Musik: "Gerne die Filmmusik von 'Karate Tiger 3', direkt vor Kämpfen eigentlich immer 'Alles wird gut' von Bushido. Der Text sorgt für eine Extra-Portion Motivation."

Meditation hilft Michael, seine Nervosität abzulegen

Im Laufe der letzten Jahre hat Michael die Übungen immer mal wieder schleifen lassen – mit dem Ergebnis, dass er während der Fights unkonzentrierter war und oft auch überpowert, also zu schnell zu viel Gas gegeben hat. Je länger er sich mit Meditation beschäftigt, desto mehr wird ihm klar, dass er dadurch im Kampf unterbewusst bessere Entscheidungen trifft. "Ich beherrsche mich besser, bin nicht mehr so nervös vor den Kämpfen und außerdem auch außerhalb des Rings gelassener geworden", sagt Michael.

Meditation ist im Profisport die Ausnahme

Im Profisport gehören Übungen zur Achtsamkeit und zur Stärkung des Geistes nur selten zum Standardrepertoire eines Athleten. Obwohl viele Sportpsychologen Meditation durchaus empfehlen, um das Training zu optimieren und die Regeneration zu forcieren.

Gerade in Sportarten wie Tennis ist die mentale Stärke immens wichtig, da jedem Ballwechsel eine neue Konzentrationsphase vorausgeht. Doch die meisten Tennis-Profis meditieren entweder nicht oder reden nicht offen darüber. Eine der wenigen Ausnahmen: der dem Buddhismus nahestehende Wimbledon-Champion Novak Djokovic. Er machte kein Geheimnis daraus, dass er während des wichtigsten Grand-Slam-Turniers regelmäßig in einem nahegelegenen Tempel meditierte.

Im Fußball gehört Star-Trainer Thomas Tuchel zu den großen Anhängern innovativer Trainingsmethoden. Er hatte schon zu Zeiten seiner Tätigkeit bei Borussia Dortmund im Jahr 2016 einen Meditations-Coach zum Verein geholt. Einige Profis wie Nationalspieler Gonzalo Castro waren angetan von der Methode, andere konnten mit den Übungen nur wenig anfangen. Nach einem halben Jahr war das Experiment wieder beendet.

Meditation: Ein Mann geht in sich
Um zu meditieren, musst du dich nicht in den Schneidersitz zwängen. Finde einfach eine für dich entspannte Position.

Michael Smolik hatte nie einen Meditations-Coach. Er ließ sich im Laufe seiner Karriere von erfahrenen Kickboxern inspirieren, die mit Entspannungsübungen gute Erfahrungen gemacht und ihm davon erzählt haben. Auf allzu viele Kollegen konnte sich Michael aber nicht berufen. "Ich habe schon das Gefühl, dass speziell im Kickboxen so etwas wie Meditation noch oft belächelt wird", sagt der gebürtige Crailsheimer. Das hält ihn aber nicht davon ab, seinen Weg genauso weiterzugehen wie bisher. Denn mit jedem neuen Erfolg im Ring wird seinen Kontrahenten das Lächeln ein Stück weit vergehen.

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