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Männergrippe: Darum jammere ich zu Recht

Männergrippe: Darum jammere ich zu Recht

von Florian, 12.01.2018

Wer schon jemals von der Männergrippe betroffen war, weiß, was Schmerzen sind. Immerhin hat die Wissenschaft nun bestätigt, dass wir keine Weichlinge sind.

Frauen leben länger als Männer. In Deutschland im Schnitt fünf Jahre. Bisher haben Wissenschaftler diesen Fakt auf das doppelte X-Chromosom der Frauen sowie die hormonelle Benachteiligung der Männer geschoben, doch ich bin mir sicher, dass noch ein weiterer Grund von WESENTLICHER Bedeutung ist: die Männergrippe. Sie erfasst, wie der Name schon nahelegt, ausschließlich Männer und schlägt uns mit einer derartigen Wucht hernieder, dass die weibliche Spezies wohl längst ausgestorben wäre, hätte sie es jemals mit ähnlichen Viren zu tun gehabt.

Nun überleben die meisten Männer aufgrund ihrer unglaublichen Schmerz- und Leidenstoleranz diese Attacken in der Regel, doch die langfristigen Schädigungen des Körpers sind auch für echte Indianer nicht zu kompensieren. Auch psychisch, da die Anteilnahme des "schwachen" Geschlechts meist recht dünn ausfällt. Sie glauben oft nicht an die Tragweite des Elends, denn viele Y- Chromosom-Träger sehen auch unmittelbar vor dem eigentlich unausweichlichen Ableben noch erstaunlich gut aus. Aber der Schein trügt, das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Ich versuche, die Männergrippe der Damenwelt einmal griffig zu umschreiben: Sie startet mit einem harmlosen Kratzen im Hals, doch dann beginnt eine derartige nasale Hyperaktivität, dass die Dehydrierung und der damit verbundene Knock-out jederzeit einsetzen könnten. An dieser Stelle reagieren Männer glücklicherweise oft mit dem lebenserhaltenen Reflex, Flüssigkeit in rauen Mengen zu sich zu nehmen, die, wie die gängige Medizin auch, Alkohol mit allerlei Leckereien kombiniert.

Dennoch setzen im weiteren Verlauf der Männergrippe Kopfschmerzen ein, die an die Folgen der mittelalterlichen Schädelquetsche erinnern – oft noch verknüpft mit einem Angriff der Magensäure auf die Speiseröhre, die nur durch ein sogenanntes "Kontergetränk" wieder zurück in ihre Heimatgefilde gespült werden kann.

Und das ist immer noch nicht alles: Die Körpertemperatur steigt bei der fortschreitenden Männergrippe bedrohlich an, in dramatischen Fällen werden aufgerundet 40 Grad erreicht. Celsius, liebe Damen, nicht Fahrenheit. Und wer sich schon jemals ein paar Stunden durchgehend bei 40 Grad aufgehalten hat, im Schatten wohlgemerkt, kann sich vielleicht ansatzweise vorstellen, wie es ist, sich dauerhaft über mehrere Tage in dieser Hitze zu befinden. Jeder Sonnenstrahl könnte das Blut zum Kochen bringen und innerliche Verbrennungen verursachen.

Glücklicherweise hat sich die Wissenschaft nun verstärkt dieser Ungerechtigkeit gewidmet und Fakten geschaffen: Zwar wurde die frühere Sterblichkeit der Männer noch nicht in unmittelbaren Zusammenhang mit der Männergrippe gesetzt, doch die Mär von den Weichlingen ist endgültig ad acta gelegt.

Eine aktuelle Studie von Immunologen der Universität Innsbruck, die sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt haben, zeigt nämlich, dass Männer bei Grippe nicht nur mehr leiden, sondern auch wirklich kränker sind. Und die Autoren haben auch gleich Ideen vorgelegt, wie die Männergrippe künftig besser kuriert werden könnte: Sie raten dazu, männerfreundliche Zonen zu errichten, mit riesigen Sofas und gewaltigen Bildschirmen. Dort könnten sich die Herren der Schöpfung sicher und komfortabel von den schlimmen Effekten erholen.

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