Athlete's little helper:Wie sinnvoll sind Nahrungsergänzungsmittel?

johanna-pieniazek
von Johanna, 14.12.2017

Mancher Sportler schluckt ein ganzes Arsenal an Nahrungsergänzungsmitteln. Die Argumentation ist dann leichtfertig zusammengestrickt: Wer sich beim Sport verausgabt, hat schließlich auch einen höheren Nährstoffbedarf. Doch bewirken die oftmals unbedacht eingenommenen Nahrungsergänzungsmittel wirklich etwas?

Fest steht: Viele Pillen und Pülverchen helfen nicht automatisch viel. Im Gegenteil, es ist nicht auszuschließen, dass sich der Konsum negativ auf den Körper auswirken kann. Dazu liegen bislang noch nicht ausreichend Studien vor. Ungeachtet dessen schlucken viele Sportler weiter fleißig ihre Mittelchen.

Nahrungsergänzungsmittel: Kein Ersatz für eine gesunde Ernährung

Dabei liefert eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung eigentlich alle Nährstoffe, die der menschliche Körper benötigt. Wichtig ist allerdings, dass die Ernährung der sportlichen Aktivität angepasst wird. Wer also in aller Regelmäßigkeit die Bank drückt, sich beim Spinning verausgabt oder sich schweißtreibende Squash-Matches liefert, hat einen entsprechend höheren Energiebedarf. Wird dieser durch eine vielseitige Ernährung gedeckt, ist auch die Nährstoffzufuhr optimal.

Ein wichtiges Manko von Nahrungsergänzungsmitteln: Sie sind selektiv und erhalten nur wenige Nährstoffe in konzentrierter Form. Mischkost dagegen liefert ein buntes Potpourri an wichtigen Mikro- und Makronährstoffen, Ballaststoffe und zahlreiche andere Stoffe. Deshalb können die Mittelchen aus der Drogerie oder dem Sportgeschäft grundsätzlich keine ausgewogene Ernährung ersetzen.

Protein für Pumper: Quark und Molke statt Pulver

Wie sieht es aber mit Mitteln aus, die primär der Leistungssteigerung dienen sollen? Ganz oben rangieren dabei Proteinpulver. Sie sind vor allem bei Kraftsportlern beliebt. Schließlich sind Eiweiße wichtig, um Muskeln aufzubauen – unsere Powerpakete bestehen selbst zum Großteil aus Proteinen und müssen dementsprechend damit gefüttert werden.

Allerdings muss das nicht zwangsläufig durch teure Proteinshakes und Riegel geschehen. Auch mit einer ausgewogenen Ernährung lässt sich der erhöhte Eiweißbedarf von Kraftsportlern decken. Insbesondere Proteinbausteine, die den eigenen Muskeleiweißen ähneln, fördern das Muskelwachstum. Dazu gehört beispielsweise das Muskelfleisch vom Rind. Aber auch Magermilch, Käse, Quark, Gemüse, Getreide oder Eier sind gute Eiweißquellen. Auch für passionierte Pumper gilt: Wenn du dir die durch dein Krafttraining verbrauchte Energie in Form einer gemischten Kost mit viel Eiweiß wieder zuführst, brauchst du in der Regel kein zusätzliches Protein in Form von Pulvern und Co. einzunehmen.

Vorsicht ist jedoch bei einer Überdosierung von Proteinsupplementen geboten. Die Meinungen gehen zwar auseinander, ab wann eine zu große Eiweißzufuhr schädlich für die Nieren ist – ein gesunder Körper sollte mit einem phasenweise (!) erhöhten Eiweißüberschuss gut umgehen können. Doch wer auf der sicheren Seite sein möchte, übertreibt es erst gar nicht.

Magnesium bei Muskelkrämpfen: Mehr Schein als Sein?

Ein weiterer Klassiker unter den Nahrungsergänzungsmitteln im Sport ist Magnesium. Wenn der Muskel krampft, soll das Mineral Linderung verschaffen. Tatsächlich gibt aber es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Magnesium bei Krämpfen hilft. Was also tun, wenn es dich mitten in der Laufrunde in der Wade zwickt? Ein Wundermittel gibt es nicht – aber im Allgemeinen hilft es, seine Muskeln bei Krämpfen zu dehnen und Geduld zu haben, bis sich die Lage sprichwörtlich wieder entspannt.

Ob Magnesium bei Muskelkrämpfen wirklich hilft, ist nicht sicher.

Unumstritten ist, dass Magnesium eines der wichtigsten Mineralstoffe für den Körper ist. Um deinem Organismus genügend von dem Mineralstoff zuzuführen, reicht in der Regel aber eine ausgewogene Ernährung. Denn viele Lebensmittel sind reich an Magnesium. Dazu zählen Milch, Bananen, Nüssen, Grünkohl und Vollkornprodukte. Ergänzungsmittel sind nur dann sinnvoll, wenn dein Arzt einen Magnesiummangel bei dir feststellt und dir dann entsprechende Präparate verschreibt.

Ausnahmefall Nährstoffmangel

Wenn bei dir ein Nährstoffmangel diagnostiziert wird, ist der Griff zu Nahrungsergänzungsmitteln unter bestimmten Bedingungen sinnvoll. Einem solchen Mangel können unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen, zum Beispiel eine Lebensmittelunverträglichkeit oder eine Krankheit. Supplemente können in diesen Fällen einer Nährstoffunterversorgung entgegenwirken, weil bestimmte Nahrungsmittel nicht eingenommen werden können. Das Ziel sollte dabei dennoch sein, den Mangel langfristig durch eine ausgewogene Ernährung zu kompensieren.

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