menu
A Few Good Friends
Eine Initiative der
Ein Steak medium gebraten

Basische Ernährung: Gut gegen Übersäuerung oder Hokuspokus?

von Johanna, 08.05.2018

Fisch, Fleisch, Käse – wer diese Lebensmittel en masse verzehrt, riskiert eine Übersäuerung des Körpers, so angeblich die Theorie. Eine basische Ernährung soll Abhilfe schaffen. Aber was ist das eigentlich und hilft es wirklich?

Sauer macht nicht nur lustig. Für den Körper ist zu viel saure bzw. säurebildende Nahrung angeblich schädlich. Das soll zum Beispiel der Fall sein, wenn auf deinem Speiseplan hauptsächlich Fleisch, Getreideprodukte und Süßes stehen, aber kaum Gemüse und Obst. Klassische Folgen einer Übersäuerung sind – so eine Vielzahl an Ernährungsratgebern – Erschöpfung, Schwäche- und Krankheitsgefühl sowie viele weitere allgemeine Beschwerdebilder. Deshalb wird in der Alternativmedizin immer häufiger eine basische Ernährung oder sogar das sogenannte Basenfasten empfohlen. So sollen die "bösen" Säuren im Blut neutralisiert werden.

Aber kann der Körper tatsächlich übersäuern? Und was genau ist eigentlich eine basische Ernährung? Um diese Fragen zu beantworten, ist es notwendig, die Mechanismen des körpereigenen Säure-Basen-Haushalts zu verstehen.

Was ist der Säure-Basen-Haushalt?

Das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper wird als Säure-Basen-Haushalt bezeichnet. Aber welche Lebensmittel bringen was in unseren Organismus? Irrtümlicherweise halten viele Menschen Zitronen und andere Zitrusfrüchte für säurebildende Lebensmittel, weil sie sauer schmecken. Der Geschmack ist bei der Kategorisierung allerdings irrelevant. Vielmehr kommt es darauf an, wie die Lebensmittel verstoffwechselt werden. Als säurebildend gilt Essen, das bei der Verdauung mehr saure Produkte hervorbringt als basische. Bei Basenbildnern verhält es sich genau umgekehrt.

Basenbildner sind: Obst, Gemüse, Kräuter, Pilze, verschiedene Nüsse (zum Beispiel Pistazien, Mandeln, Walnüsse) und bestimmte Öle

Säurebildner sind: Fisch, Fleisch, Eier, Getreideprodukte, Käse, Zucker, Kaffee, Schwarztee, grüner Tee, Früchtetee, Alkohol, Hülsenfrüchte

Das Verhältnis zwischen Säuren und Basen wird mit dem pH-Wert angegeben:

  • Ein pH-Wert gleich 7 gilt als neutral.
  • Liegt der pH-Wert unter 7, ist das ein Zeichen für ein Übermaß an Säure.
  • Ein pH-Wert über 7 steht für ein basisches Milieu.
pH Skala veranschaulicht Basen- sowie Säurebilder
Der pH-Wert gibt das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper an.

So geht der menschliche Körper mit Säure um

Fest steht: Der menschliche Körper braucht Säure. Viele Organe sind sogar von einer konstanten Säurezufuhr abhängig, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Im Magen etwa ist Salzsäure dafür verantwortlich, dass Eiweiße zersetzt werden. In der Scheide sorgt das saure Milieu dafür, dass Krankheitserreger sich nicht einnisten können.

Und auch mit überschüssigen Säuren weiß der Körper bestens umzugehen. Wenn zu viele Säuren ins Blut gelangen, dann können die Lungen das Ungleichgewicht ausbalancieren – allerdings nur kurzfristig. Dafür musst du nur tief und schnell ein- und ausatmen. Dadurch gibst du mehr Kohlendioxid ab. Und weniger Kohlendioxid bedeutet gleichzeitig weniger Säure im Körper. Der Hintergrund: Aus Kohlendioxid und Wasser (beides im Blut vorhanden) entsteht im Körper Kohlensäure. Ist weniger Kohlendioxid vorhanden, kann demnach auch nicht so viel Säure gebildet werden.

Einen noch wichtigeren Part in der Säure-Reduktion des Körpers übernehmen die Nieren. Sie sorgen dafür, dass säurebildende Stoffe über den Urin einfach ausgeschieden werden.

Wie kann es zu einer Übersäuerung kommen?

Der menschliche Körper kann in der Tat übersäuern – allerdings in der Regel nur unter ganz bestimmten Umständen. Eine Ernährung, die hauptsächlich auf säurebildenden Lebensmitteln basiert, kann bei gesunden Menschen nicht allein zu einer Übersäuerung führen. Das bestätigt auch Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) im Gespräch mit "Spiegel Online". Wenn allerdings Lunge und Nieren nicht richtig arbeiten – also die Organe, die hauptsächlich für das Ausscheiden von Säure zuständig sind – dann ist eine Übersäuerung möglich.

Eine rein basische Kost soll helfen, eine solche Übersäuerung wieder auszugleichen. Doch wie ernährt man sich eigentlich basisch? Ist eine basische Ernährung gesund und kann sie einer Übersäuerung tatsächlich entgegenwirken?

Was ist eine basische Ernährung?

Eine rein basische Ernährung steht wahrscheinlich bei kaum jemandem von Natur aus auf der Tagesordnung. Normalerweise ernähren sich die Menschen in Deutschland vorrangig von säurebildenden Lebensmitteln: Pasta zum Mittag, ein Gläschen Wein am Abend und ein Marmeladenbrötchen zum Frühstück. Eine basische Ernährung sieht anders aus.

Mit einer basischen Ernährung soll das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper wieder ausgeglichen werden. Das heißt, es sollen mehr basische Lebensmittel auf deinen Teller kommen – also vorrangig Gemüse, Obst, verschiedene Nüsse und hochwertige Öle. Beim Basenfasten reduzierst du deine Nahrung sogar komplett auf diese basischen Lebensmittel.

Ob diese Art der Ernährung jedoch wirklich zur Entsäuerung des Körpers beiträgt, ist wissenschaftlich nicht erwiesen, informiert die DGE auf ihrer Website. Ihre Kritik an der basischen Ernährung: Durch die Reduktion der erlaubten Nahrungsmittel bekommt der Körper langfristig eventuell zu wenig von einigen wichtigen Nährstoffen. Deshalb rät sie vor allem vom kompletten Basenfasten ab.

Basische Ernährung zum Frühstück
Mit einer ausgewogenen Ernährung kannst du einer Übersäuerung vorbeugen.

Zu viele säurebildende Lebensmittel sind trotzdem nicht gut

Dank unserer Organe trägt der Körper also normalerweise keinen Schaden von säurebildenden Lebensmitteln davon. Allerdings stresst es den Körper, wenn er stets mit der Säureentsorgung beschäftigt ist. Dadurch steigt unter anderem der Cortisolwert – ein Indikator für Stress. Mögliche Folgen sind Bluthochdruck und die Beeinträchtigung von Muskeln, Knochen und Bindegewebe.

Das kannst du verhindern, indem du dich abwechslungsreich ernährst. Konkret bedeutet das: Achte darauf, dass du viel Gemüse und Obst zu dir nimmst und eher weniger Fleisch. Setze auf gesunde Fette, zum Beispiel aus Nüssen und Ölen, und sei dir bewusst, dass Süßigkeiten und Alkohol Genussmittel sind, die du nicht allzu oft zu dir nehmen solltest. Dein Körper wird es dir danken.

×

Einwilligungserklärung für die Nutzung der Social Media Plugins

Für die Nutzung von Social-Media-Dienstangeboten diverser Unternehmen stellen wir Ihnen Social-Media-PlugIns zur Verfügung. Diese werden in einem 2-Klick-Verfahren auf den Online-Angeboten der AOK eingebunden. Die AOK erfasst selbst keinerlei personenbezogenen Daten oder über deren Nutzung mittels der Social PlugIns. Über diese PlugIns können jedoch Daten, auch personenbezogene Daten, an die US-amerikanischen Diensteanbieter gesendet und gegebenenfalls von diesen genutzt werden. Das hier eingesetzte Verfahren sorgt dafür, dass zunächst keine personenbezogenen Daten an die Anbieter der einzelnen Social-Media-PlugIns weitergegeben werden, wenn Sie unser Online-Angebot nutzen. Erst wenn Sie eines der Social-Media-PlugIns anklicken, können Daten an die Dienstanbieter übertragen und durch diese gespeichert bzw. verarbeitet werden.

close