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Frau hat Bauchschmerzen

Böse Milch: So erkennst und behandelst du eine Laktoseintoleranz

von Florian, 25.04.2018

Bekommst du nach dem Verzehr von Milch oder Milchprodukten oft Bauchgrummeln oder brauchst ganz dringend ein stilles Örtchen? Das können Symptome für eine Laktoseintoleranz sein. Wie du diese erkennen kannst und was dagegen hilft, erfährst du hier.

Milch und Quark gehören für dich zu einem guten Frühstück dazu, bei Pasta- oder Fleischgerichten greifst du gern zu einer leckeren Sahnesoße, und ohne ein Stück Torte kommst du nicht über den Nachmittag. Doch nach dem Essen verspürst du des Öfteren Bauchgrummeln, an manchen Tagen quälen dich sogar Bauchschmerzen, Blähungen , Durchfall oder Übelkeit? Gelegentlich begleitet von Kopfschmerzen, juckender Haut oder Müdigkeit?

Dünndarm kann Milchzucker nicht verarbeiten

Bei solchen Symptomen ist es möglich, dass du an einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) leidest. Bei dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit kann der Dünndarm keinen oder nur begrenzt Milchzucker (Laktose) verarbeiten. Grund dafür ist eine mangelhafte Produktion des laktosespaltenden Verdauungsenzyms Laktase.

Milchzucker kommt in vielen Produkten in unterschiedlichen Dosierungen vor: Neben Milch von Kühen, Schafen oder auch Ziegen enthalten vor allem klassische Milchprodukte wie Molke, Sahne, Quark, Joghurt, Frischkäse, Milcheiscreme und Pudding viel Laktose. Aber auch in vielen industriell hergestellten Produkten, bei denen du es gar nicht vermutest, versteckt sich Milchzucker – zum Beispiel in Fleisch- und Wurstwaren, Soßen, Brot- und Backwaren oder Fertiggerichten. Eine Laktoseintoleranz bedeutet allerdings nicht, dass du grundsätzlich auf all diese Dinge verzichten musst. Wie so oft kommt es bei vielen Betroffenen in erster Linie auf die Dosis an.

Milcheis mit Schlagsahne
Sieht lecker aus, ist bei Laktoseintoleranz aber gar nicht gut: Milcheis mit Schlagsahne.

Was das Ganze etwas einfacher macht: Laktose sowie Milch und Milchbestandteile müssen als Zutaten bei allen verpackten Lebensmitteln angegeben werden. Je weiter oben diese Indigrenzien auf der Zutatenliste stehen, desto größer ist für laktoseintolerante Menschen die Gefahr, nach dem Verzehr Beschwerden zu bekommen.

Milchzuckerunverträglichkeit beim Arzt testen

Beim Arzt kannst du dich auf die Nahrungsmittelunverträglichkeit testen lassen. Dort wird in der Regel ein Atem- oder Bluttest durchgeführt. Auch für diese Methode musst du eine Laktose-Lösung trinken, die zu Beschwerden führen kann – in der Regel halten sich diese aber in Grenzen. Ein weiterer Vorteil dieser Tests: Der Mediziner kann auf diese Weise feststellen, wie ausgeprägt deine Laktoseintoleranz ist.

Lebensmittel, auf die du bei Laktoseintoleranz verzichten solltest

Die beste Behandlung bei Laktoseintoleranz ist schlicht der Verzicht auf die Lebensmittel, die dein Körper nicht verträgt. Du solltest fortan zu laktosefreien oder zumindest zu laktosearmen Lebensmitteln greifen. Das heißt nicht, dass du künftig überhaupt nichts mehr essen darfst, was auch nur entfernt mit Milch zu tun hat. Viele Betroffene vertragen kleinere Mengen Milchzucker ganz gut, also ohne Beschwerden – wo für dich die Schwelle liegt, musst du herausfinden.

Viele Milchprodukte haben überdies einen sehr geringen Laktosegehalt und können von Betroffenen durchaus verzehrt werden: Sauermilchprodukte wie Joghurt oder Kefir zum Beispiel, die nicht wärmebehandelt wurden. Oder auch diverse Hartkäsesorten wie Emmentaler oder Gouda. Sogar Butter, die ohnehin meist nur in geringen Mengen verwendet wird, löst in den meisten Fällen keine Beschwerden aus. Pflanzliche Milchersatzgetränke wie Hafermilch taugen hervorragend als Ersatz für Kuhmilch.

Hartkäse
Hartkäse wie Emmentaler oder Gouda ist für Menschen mit Milchzuckerunverträglichkeit in der Regel unkritisch.

Auch wenn du ein „schwerer Fall“ bist: In den Supermärkten ist die Auswahl an laktosefreien Ersatz-Produkten mittlerweile groß, sodass du weder mit erheblichen Einschränkungen im täglichen Leben noch mit einer massiven Umstellung deiner Ernährungsgewohnheiten rechnen musst.

Laktose ist ein wertvoller Energiespender

Bevor du ausschließlich zu laktosefreien Lebensmitteln greifst, sei dir allerdings sicher, dass du wirklich an einer starken Unverträglichkeit leidest und deine Beschwerden nicht andere Ursachen haben. Denn laktosefreie Produkte sind zum Teil deutlich teurer als die herkömmlichen Vergleichsprodukte. Und für Menschen ohne Intoleranz ist Laktose weder gesundheitsgefährdend noch sonst irgendwie schädlich. Ganz im Gegenteil, sie dient dem Körper als natürlicher Energiespender. Laktose unterstützt die Gesundheit der Darmflora sowie die Aufnahme von Kalzium. Bist du tatsächlich laktoseintolerant, solltest du daher darauf achten, dass du in deiner täglichen Ernährung genügend Kalzium zu dir nimmst.

Laktoseintoleranz mit Tabletten behandeln

Eine weitere Option, die durch Milchprodukte verursachten Beschwerden in den Griff zu bekommen, sind Laktase-Tabletten. Mit diesen Präparaten führst du dir das Enzym zur Milchverdauung künstlich zu. Die in Drogerien frei erhältlichen Tabletten müssen vorbeugend, also vor dem Essen, eingenommen werden. Allerdings ist die Dosierung individuell sehr verschieden und sollte zunächst getestet werden. Auf lange Sicht kann die Einnahme der Tabletten allerdings den Darm belasten. Überdies sind sie nicht ganz günstig – aber sie können zum Beispiel zum Einsatz kommen, wenn du einmal „sündigen“ möchtest, ohne dafür leiden zu müssen, zum Beispiel bei einem Fest.

Mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung leiden an Laktoseintoleranz

Wurde bei dir eine Laktoseintoleranz diagnostiziert, bist du übrigens bei Weitem nicht allein: Mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung können keine größeren Mengen an Milchzucker im Darm verarbeiten. Das kommt dir viel vor? Das liegt wahrscheinlich daran, dass in Europa die meisten Menschen kein Problem mit dem Verzehr von Milchprodukten haben. In Deutschland sind Schätzungen zufolge nur etwa fünf bis 15 Prozent der Bevölkerung laktoseintolerant. Bei Asiaten verhält es sich genetisch bedingt zum Beispiel ganz anders: Je nach Region verlieren hier zwischen 84 und 99 Prozent der Bewohner im Kindesalter die Fähigkeit, Laktase zu produzieren. Sie sind also den Rest ihres Lebens laktoseintolerant.

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