Cannabis-Bunker von Buxheim: Die größte Medizinhanf-Farm Deutschlands

florian-heil
von Florian, 14.12.2017

Anfang des Jahres 2017 hat der Bundestag Cannabis zu medizinischen Zwecken freigegeben. In Bayern soll nun eine riesige Hanf-Farm entstehen.

Cannabis legalisieren oder nicht? Immer wieder wird dieses Thema diskutiert, auch unter den deutschen Politikern. Aktuell machen sich sowohl die FDP als auch die Grünen für eine kontrollierte Freigabe stark. Vor allem bei den Unionsparteien herrscht allerdings noch große Skepsis. Bisher ist der Cannabis-Besitz in Deutschland illegal – seit März 2017 allerdings mit einer Ausnahme: Ärzten ist es seitdem erlaubt, Patienten Cannabis auf Rezept zu verschreiben. Das war zuvor nur mit einer Sondergenehmigung möglich, meist auf eigene Kosten. Diese übernimmt jetzt in der Regel die gesetzliche Krankenversicherung.

Cannabis wirkt schmerzlindernd

Hintergrund dieser Neuregelung: Schwerkranken helfen die Inhaltsstoffe der Hanfpflanze dabei, ihre Schmerzen zu lindern. Darüber hinaus sollen THC und CBD auch entzündungshemmend, appetitanregend und krampflösend wirken. Der Eigenanbau von Cannabis bleibt allerdings auch diesen Patienten weiterhin verboten.

Doch irgendwo müssen die getrockneten Cannabisblüten und Cannabisextrakte ja herkommen, um in Apotheken verkauft werden zu können. Da kommt die Firma "Bunker Pflanzenextrakte" ins Spiel. Sie will die größte Medizinhanf-Farm Deutschlands eröffnen. In einem alten Bunker.

 
Medizinisches Cannabis: Farm in Bayern geplant
Getrocknete Cannabisblüten werden ebenso verschrieben wie auf Cannabis basierendeMedikamente.

Darum wächst der Hanf im Bunker

Dabei handelt es sich um einen verlassenen Militärbunker aus der Zeit des Kalten Krieges im bayerischen Buxheim. Der steht seit geraumer Zeit leer und könnte sich schon bald in ein Paradies für Kiffer verwandeln – denen der Zugang allerdings streng verwehrt bleiben wird. Denn die Hanfpflanzen sollen natürlich nur wissenschaftlichen und medizinischen Zwecken zugutekommen.

Und genau dieser Sicherheitsaspekt ist ein Grund für einen Bunker als erste Standortwahl – wenige Gebäude sind für Kriminellen wohl schwerer einzunehmen. Sogar bei den Abfällen wird nichts dem Zufall überlassen: Die Erntereste sollen in einem großen Industrieofen direkt im Bunker verbrannt werden.

Außerdem muss für einen großflächigen Anbau ausreichend Platz vorhanden und die Energieversorgung gewährleistet sein. Auch diese Aspekte sprechen für den 50 Meter langen und 15 Meter hohen Bunker als Cannabis-Gewächshaus, das allerdings noch mit einer speziellen Beleuchtungs- und Belüftungsanlage ausgestattet werden muss. Schon im März 2018 will das Unternehmen mit dem Anbau auf 950 Quadratmetern beginnen, 15 Mitarbeiter sollen dort beschäftigt werden. Bisher wird das Cannabis, das zu medizinischen Zwecken schon verschrieben wird, noch aus dem Ausland importiert.

Medizinisches Cannabis: Farm in Bayern geplant
Cannabis kann auch als Öl extrahiert und dann inhaliert werden.

Medizinische Wirksamkeit von Cannabis ist bewiesen

Viele Schwerkranke würden sich lieber heute als morgen Cannabis oder auf Cannabis basierende Medikamente verschreiben lassen können. Die Wirksamkeit der Pflanze ist mittlerweile belegt. Eine vom Bundesgesundheitsministerium geförderte aktuelle Studie ergab, dass Cannabis-Arzneimittel bei der Behandlung chronischer Schmerzen gegenüber Placebos um mindestens 30 Prozent überlegen waren.

Die Hanfpflanze hilft bei vielen Krankheitsbildern

Insgesamt sollen die Wirkstoffe im Hanf bei rund 50 verschiedenen Krankheiten und Symptomen helfen können. Auf eine exakte Definition der Krankheitsbilder wurde im Gesetz verzichtet, denn das Einsatzgebiet ist breit gefächert: Die Wirkstoffe der Blüten oder des Extraktes, egal ob als Öl inhaliert oder geraucht, sollen gegen Spastiken bei Multipler Sklerose helfen können, gegen das Tourettesyndrom, gegen chronische Schmerzen bei Rheuma oder Krebs, gegen Appetitlosigkeit aufgrund schwerer Krankheiten oder auch gegen die Übelkeit, die infolge von Chemotherapien auftritt. Der Augeninnendruck bei Grünem Star soll nach der Einnahme von Cannabis ebenso zurückgehen wie die Schmerzen bei Migräne. Und das Zittern bei Parkinson-Patienten sei dank der Wirkstoffe ebenfalls besser in den Griff zu bekommen.

Ganz ohne Risiko ist die Hanftherapie nicht, aber das sind viele der anderen Therapieformen für Schwerkranke auch nicht. Die eben erwähnte Studie zeigte auf, dass Nebenwirkungen bei Cannabis- Medikamenten "durchaus gehäuft auftreten", aber meist vorübergehend und nicht schwerwiegend sind.

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