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Einfach mal ohne: Warum Fasten gesund sein kann

von Johanna, 16.02.2018

Fasten soll den Körper entgiften, die Seele erquicken und Pfunde purzeln dabei meist auch noch. Fasten ist gesund. Punkt. Oder? Stimmen die unzähligen Heilsversprechen, die im Web kursieren, wirklich?

Fasten liegt quasi in unserer Natur

Der freiwillige Verzicht auf Nahrung ist keine Modeerscheinung der Überflussgesellschaft – auch wenn die Fülle an Konsumgütern und der Überdruss die Hungerkur gerade wieder besonders "trendy" machen. Vielmehr darbt die Menschheit schon seit Beginn ihrer Geschichte. Aus evolutionsbiologischer Perspektive ergibt es durchaus Sinn, dass der menschliche Körper Hunger leiden kann. Schließlich war die steinzeitliche Tafel am Lagerfeuer nicht immer reich mit Beeren und sättigendem Mammutfleisch gedeckt. Der Körper kann diese Hungerphasen darum gut wegstecken – und nicht nur das: Wir können für einen begrenzten Zeitraum auch ohne Nahrung leistungsfähig sein.

Weiterhin dürfte das Fasten vielen aus der Religion bekannt sein. Ziel ist hierbei häufig eine spirituelle Reinigung des Geistes, die mit einer Reinigung des Körpers einhergeht. Tatsächlich gibt es zahlreiche positive Erfahrungsberichte über das Fasten. Wissenschaftliche Belege sind dagegen Mangelware.

Ist Fasten gesund? Die Frage spaltet die wissenschaftlichen Gemüter

Aber: Das Thema nimmt in Forscherkreisen zunehmend an Fahrt auf. Und sie berichten erstaunlich Positives über den freiwilligen Nahrungsentzug. Galt bisher das von Anhängern des Fastens gepriesene „Entschlacken“ unter Experten als verpönt – „Schlacken, so was gibt's nicht in unserem Körper“, so das gängige Credo in der Medizin –, berichten Wissenschaftler nun beispielsweise von einer nachweislich entzündungshemmenden Wirkung.

Es gibt sogar Experimente  mit Mäusen, die die Wirkung des Fastens auf Krebsgene erforschen. Dabei kam heraus, dass durch den kontrollierten Nahrungsverzicht Krebszellen schrumpfen können. Inwiefern die Studie jedoch auf Menschen übertragbar ist, bleibt abzuwarten. Generell wird Krebspatienten aufgrund ihres erhöhten Eiweißbedarfs vom Fasten abgeraten.

Eine andere Studie verweist auf die positiven Effekte des Hungerns auf das Herz-Kreislauf-System. So soll der Blutdruck stärker sinken als bei einer medikamentösen Behandlung.

Grundsätzlich verdichten sich die Meinungen, dass Fasten eine heilsame und regenerierende Wirkung hat. 

Die Leber des Menschen in der anatomischen Ansicht des menschlichen Körpers
Die Leber spielt eine wichtige Rolle beim Fettabbau und der Entgiftung.

Was passiert beim Fasten im Körper?

Der Nahrungsverzicht setzt den Körper quasi unter Schock. Normalerweise gewinnt er Energie aus Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß. Wenn wir aufhören zu essen, holt er sich Energie aus seinen Reserven. Zunächst bedient sich der Körper am vorhandenen Vorrat von Kohlenhydraten. Der ist nach spätestens 24 Stunden aufgebraucht. Danach werden Eiweiße und Fette verbrannt. Der Fettabbau findet in der Leber statt. Genauer gesagt werden Fette in sogenannte Ketonkörper umgewandelt, die die Organe mit Energie versorgen. Der Fettabbau trägt außerdem zur Entgiftung bei. Die Giftstoffe werden zusammen mit den verbrannten Fettsäuren über die Nieren, die Lunge, ja sogar über die Haut entsorgt.

Fasten kann sehr gesund sein. Bevor man jedoch startet, ist ein Vorab-Gesundheitscheck ratsam. Grundsätzlich empfiehlt es sich, unter ärztlicher Aufsicht zu fasten. Das gilt insbesondere für Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen, starken Allergien, extremem Über- oder Untergewicht oder psychischen Krankheiten.

Fasten und Arbeit: Passt das zusammen?

Soweit die Theorie. Doch wie funktioniert Fasten in der Praxis? Das hängt ganz von der Methode ab. Du musst nicht gleich die Hardcore-Variante wählen und nichts mehr zu dir nehmen außer Wasser, Gemüsebrühe und Säfte. Es gibt auch Light-Versionen, die besser in den Berufsalltag passen. Zum Beispiel intermittierendes Fasten, auch als Intervallfasten bekannt. Dabei wechselst du zwischen Phasen, in denen du normal isst, und solchen, in denen du komplett auf Nahrung verzichtest. Das soll ebenso positive Effekte auf den Körper haben wie das Heilfasten im klassischen Sinne. Und das Hungergefühl soll dabei deutlich erträglicher sein.

Gruppe von Freunden beim Langlauf im Grünen
Moderate Bewegung wie beim Nordic Walking ist während des Fastens eine gute Idee.

Fasten und Sport: Keine schlechte Kombi

Fasten macht müde und schlapp, schließlich befindet sich der Körper im Energiesparmodus, oder nicht? Tatsächlich ist insbesondere die Umstellungsphase anstrengend für Körper und Geist. Sich ins Bett zu legen und auszuruhen, verschlimmert jedoch das Schlappheitsgefühl. Wenn du dich nämlich nicht bewegst, dann baut dein Körper Muskeln ab. Folglich fühlst du dich noch schwächer.

So funktioniert 16-Stunden-Fasten:

Dein Tag gliedert sich in 16 Stunden Fasten und 8 Stunden Essen. 16 Stunden klingt nach viel Zeit, aber etwa 7 davon verbringst du mit Schlafen. Wenn du dann auf das Frühstück oder auf das Abendessen verzichtest, bekommst du die nahrungsfreien Stunden schnell zusammen. Während der Fastenphase darfst du nur Wasser oder ungesüßte Getränke zu dir nehmen. Dein Körper holt sich in dieser Zeit Energie aus seinen Reserven. In der restlichen Zeit isst du, wonach es dir beliebt – na ja, am besten gesund. Sonst ist der positive Effekt des Fastens wieder futsch.

Deshalb ist Bewegung während der Fastenzeit essenziell. Du kannst grundsätzlich die Sportarten machen, die du sonst auch ausübst. Es sei denn, du machst Leistungssport. In dem Fall fahre das Intensitätslevel etwas runter, um dich nicht zu überanstrengen. Auch von anspruchsvollen Workouts an Fitnessgeräten und schnellen Sprints ist abzuraten. Wie viel Sport für dich während des Fastens gesund ist, hängt letztlich von deiner individuellen Verfassung ab. Fühlst du dich flau, dann mache besser einen flotten Spaziergang als ein hartes Krafttraining.

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