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Bunte, exotische Salzsorten

Exotische Salzsorten: Viel Wirbel um nichts?

von Jasmin, 13.09.2018

Zartrosa Himalayasalz, indigoblaue Kristalle aus Persien, pechschwarze Kügelchen aus Indien, graues Bambussalz aus Korea – das einstmals "weiße Gold" trumpf im Supermarkt auch in anderen Farben auf. Aber was hat es mit den verschiedenen Salzsorten auf sich? Und welches Salz ist das gesündeste?

Dekorativ und schmackhaft sieht es aus – exotisches Salz auf dem Teller. Unser herkömmliches Speisesalz hat längst bunte Konkurrenz aus aller Welt bekommen. Im Supermarkt um die Ecke, zu Discounter-Preisen. Der Geschmack der vornehmlich vorder- und (süd-)ostasiatischen Salzarten weicht dabei mal stärker, mal schwächer von dem uns bekannten Würzmittel ab. Aber was für Salze gibt es eigentlich? Und sind sie wirklich gesünder als der weiße Klassiker?

Bekannte Salzarten und -sorten und was sie unterscheidet

Einfaches Speisesalz kennt wohl jeder von uns. Es ist reinweiß, kleinkristallin und gibt vielen unserer Speisen einen angenehmen Geschmack. Es wird meist aus natürlichen Salzvorkommen in europäischen Hochgebieten gewonnen. Damit gehört es zu den sogenannten Steinsalzen. Andere Arten von Salzen kommen aus dem Meer (Meersalz), werden mit Wasser aus Mineralien gelöst und anschließend gesiedet (Siedesalz) oder sind Mischformen aus Meersalz und Zugaben wie Lavaasche (zum Beispiel hawaiianisches schwarzes Salz).

Aus den grundsätzlichen Salzarten ergeben sich dann mehrere Salzsorten – dadurch, dass in verschiedenen Regionen der Welt andere Mineralien in den Salzen gebunden sind oder die Salzkonzentration und -zusammensetzung in den Meeren variiert.

  • Fleur de Sel aus Europa: Das teuerste Salz der Welt ist das Fleur de Sel, die "Salzblume". Es entsteht nur an sehr heißen Tagen auf dem salzreichen Meer an den Küsten Frankreichs, Spaniens und Portugals und wird als hauchdünne Schicht mit einem Holzlöffel von der Wasseroberfläche abgeschöpft. Das Salz ist naturbelassen und kommt ungewaschen in den Handel. Es ist grobkörnig und somit intensiver als feines Alpensalz.
  • Rosa Salz aus dem Himalaya: Das grobe, zartrosa Salz wird aus dem pakistanischen Salzgebirge Khewra geschlagen. Die ungewöhnliche Farbe verdankt das Steinsalz einer Verunreinigung durch Eisenionen. Sein Name ist übrigens irreführend: Das "Himalayasalz" kommt in der Regel aus dem pakistanischen Punjab und somit nicht direkt aus dem Himalaya, soll mit dieser Bezeichnung aber werbewirksam vertrieben werden.
  • Blaues Salz aus Persien: Das blaue Persiensalz gehört zu den seltensten Salzen der Welt und wird ausschließlich aus Steinvorkommen im Iran hergestellt. Die ungewöhnliche Farbe ist im Prinzip auf eine Art "optische Täuschung" zurückzuführen: Die molekulare Kristallgitterstruktur des Salzes ist verschoben und bricht Tages- und Sonnenlicht daher anders als normales Salz. So entsteht der Eindruck, die Salzkristalle seien blau. Das persische Salz hat einen sehr eigenen Geschmack, der zuerst stark prickelnd wirkt, dann aber einen milden Nachgeschmack entwickelt, der teilweise als süßlich und frisch beschrieben wird.
  • Schwarzes Salz aus Hawaii: Pechschwarze Salzkristalle aus Hawaii sehen sensationell aus, sind aber nicht naturbelassen. Dem hawaiianischen Meersalz wird während der Produktion Vulkanasche beigemischt. Diese wurde vorab als Aktivkohle aufbereitet und ist medizinisch unbedenklich. Dadurch erhält das Salz nicht nur seine ungewöhnliche Farbe, sondern auch einen rauchigen Geschmack, der vor allem zu Grillware und gebratenem Fleisch passt.
  • Kala Namak aus Indien: Im Gegensatz zur hawaiianischen Variante ist das schwarze Kala Namak aus Indien ein Naturprodukt, das seine dunkle Farbe der molekularen Verunreinigung durch Sulfate, Sulfide und Schwefelwasserstoff verdankt. Es riecht entsprechend streng und entfaltet auf der Zunge einen rauchigen, leicht schwefeligen Geschmack. Fun Fact: Puderfein gemahlen wirkt das Schwarzsalz rosa, da sich das Licht in den Kristallen anders bricht.
Salzberge in Petchaburi, Thailand
In der Antike wurde Salz als Geschenk der Götter betrachtet. Es trägt auch den Beinamen "weißes Gold".

Welches Salz ist das gesündeste?

Farbe und Geschmack sind eine Sache, eine ganz andere dagegen ist der gesundheitliche Aspekt der bunten Salzarten. Wie gesund sind also Fleur de Sel, Himalayasalz, persisches Blausalz und Co.? Kurz gesagt: nicht gesünder als herkömmliches Speisesalz.

Die Stiftung Warentest untersuchte bereits im Jahr 2013 zahlreiche Salzvarianten und kam überwiegend zu einem ernüchternden Ergebnis: Teure "Wundersalze" sind nicht mehr als Marketingprodukte. Die Tester konnten die angepriesenen Mineralstoffe, die in den ausgefallenen Salzen enthalten sein sollten, teilweise überhaupt nicht nachweisen. Ihr Fazit: Die speziellen Salze aus fernen Ländern bieten in der Regel keine gesundheitlichen Vorteile gegenüber normalem Speisesalz – besonders nicht, da Speisesalz heutzutage meist mit Jod und teilweise auch mit Folsäure angereichert und dadurch veredelt wird.

Warum wird Salz jodiert und mit Folsäure angereichert?

Wisst ihr noch, wie eure Oma jeden zweiten Freitag Fisch gekocht hat? Omas Überzeugung nach schützte der Fisch vor einem "Kropf" – eine Schwellung der Schilddrüse im Hals, verursacht durch Jodmangel.

Tatsächlich war die Erkrankung zu Großmutters Kindheitstagen ein weit verbreitetes Problem. Der Konsum von jodreichen Fischen wie Hering und Kabeljau galt damals als erfolgreiche Maßnahme der Vorbeugung.  Später folgte die Jodierung von Speisesalz, die die Krankheit in modernen Industrieländern wie Deutschland stark eindämmte. Daher kommt bei uns heutzutage kaum noch ein weißes Speisesalz unjodiert auf den Tisch. Das ist übrigens nicht für jeden gesund: Für Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen wie dem Morbus Basedow kann jodiertes Salz gefährlich sein. Dasselbe gilt für Menschen mit hohem Blutdruck.

Neben Jod wird einigen Salzen auch Folsäure zugesetzt. Sie ist vor allem für Schwangere wichtig, da das B-Vitamin Fehlbildungen des Embryos vorbeugen kann. Aber auch für ausgewachsene Menschen ist es wichtig – unter anderem für die Bildung von Blutzellen.

Salzstreuer mit einem aus Salz gestreuten Herz
In Maßen verzehrt kann Salz dank Jod und Folsäure vor Mangelerscheinungen schützen und bestimmten Krankheiten vorbeugen.

Fazit: Das normale Speisesalz tut’s auch

Was die Inhaltsstoffe angeht, kann unserem normalen Speisesalz also so leicht kein anderes Salz etwas vormachen. In Maßen verzehrt kann es dank der Veredelung durch Jod und Folsäure sogar vor Mangelerscheinungen schützen und bestimmten Krankheiten vorbeugen. Die Kollegen aus Pakistan, Hawaii oder Iran wiederum sind zwar zweifelsohne hübscher anzusehen und bieten teils interessante geschmackliche Alternativen – das ist aber auch schon alles, was sie wirklich vom hiesigen Speisesalz abhebt. Gesünder als andere Speisesalze sind sie nicht.

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