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Mit dem Handy am Ohr telefonieren

Gefährliche Handystrahlung: Nur ein Mythos oder ist wirklich was dran?

von Sirany, 22.08.2018

Es ist nützlich, handlich und immer mit dabei: das Smartphone. Aber technischer Fortschritt ruft auch kritische Stimmen auf den Plan. Kann die Strahlung, die von Handys ausgeht, der Gesundheit schaden?

Smartphones haben uns viele Vorteile gebracht: Wir sind (fast) immer und überall erreichbar, wir können jederzeit unsere E-Mails und sozialen Netzwerke checken oder im Internet surfen. Doch ihre Strahlung steht auch in Verdacht, Kopfschmerzen, Unfruchtbarkeit oder sogar Hirntumore zu verursachen. “Humbug“, sagen die einen, die die Nutzung von Smartphones für unbedenklich halten. “Da ist was Wahres dran“, meinen die anderen, die der Handystrahlung kritisch gegenüberstehen. Eindeutig geklärt ist die Frage durch die Forschung noch immer nicht. Doch was ist das überhaupt genau, was da in unseren Mobiltelefonen strahlt?

Unterschiedliche Arten von Strahlung

Smartphones bedienen sich hochfrequenter elektromagnetischer Felder, auch “Mikrowellenstrahlung“ genannt, um Daten und Telefonate zu übertragen. Radioaktive Stoffe senden dagegen ionisierende Strahlung aus. So können sie Moleküle elektrisch aufladen und sie verändern. Wird dadurch das Erbgut in den Zellen verändert oder beschädigt – vor allem die Gene, die das Wachstum und die Reifung der Zellen regulieren – kann Krebs entstehen.

Die elektromagnetischen Wellen, die Smartphones erzeugen, zählen zur nicht-ionisierenden Strahlung. Somit handelt es sich bei “Handystrahlung“ nicht um radioaktive Strahlung. Nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand besteht kein erhöhtes Risiko, dass sie das Erbgut verändern oder gar Krebs auszulösen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) weist jedoch darauf hin, dass ein Teil der Energie der elektromagnetischen Felder vom Körper aufgenommen wird, etwa beim Telefonieren über den Kopf. Auch wenn du dein Handy gerade nicht benutzt und in der Hosentasche trägst, nimmt dein Körper diese Energie auf. Es gibt Möglichkeiten, die Energieaufnahme durch den Körper zu messen und zu kontrollieren. International festgelegte Höchstwerte sollen ausschließen, dass die Energieabsorption Auswirkungen auf die Gesundheit hat, indem die elektromagnetischen Felder das menschliche Gewebe zu stark erwärmen, was dazu führen kann, dass bestimmte Körperregionen lokal stärker erhitzen. (Quelle: Apotheken Umschau).

Smartphone im Bett
Mit dem Smartphone im oder neben dem Bett – so schlafen viele Menschen ein.

Das hat es mit dem SAR-Wert auf sich

Aus diesem Grund gibt es den SAR-Wert, der die spezifische Absorptionsrate (SAR) eines Smartphones angibt. Diese wird in Watt pro Kilogramm (W/kg) gemessen und soll den Wert von zwei Watt pro Kilogramm nicht überschreiten. Diese Zahl wurde von der Internationalen Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (ICNIRP) bestimmt. Die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) und die EU-Kommission schlossen sich der Empfehlung an.

Das BfS erfragt die SAR-Werte für die aktuellen Smartphones regelmäßig bei den Herstellern. Nach ihren Angaben liegen alle im Handel befindlichen Handys unter dem Höchstwert von zwei Watt pro Kilogramm. Doch bei den einzelnen Modellen gibt es erhebliche Unterschiede.

Über eine Seite des BfS kannst du dich informieren und die SAR-Werte deines Smartphones checken. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, achte auf das Umweltsiegel “Blauer Engel“. Es sagt aus, dass ein Handy mit diesem Siegel einen SAR-Wert unter 0,6 W/kg hat.

Mit dem Headset telefonieren
Wer auf Nummer sicher gehen will: Durch das Telefonieren über Headset oder Kopfhörer ist das Smartphone und damit auch die Strahlung weiter vom Ohr entfernt.

So setzt du dich der Handystrahlung weniger aus

Wenn du hinsichtlich der Handystrahlung lieber vorsichtig sein möchtest, kannst du Maßnahmen treffen, um dich den elektromagnetischen Feldern nicht unnötigerweise viel und stark auszusetzen. Diese Tipps helfen dir dabei:

  • Benutzt du ein Headset oder Kopfhörer beim Telefonieren, ist die Smartphone-Antenne und damit auch die Strahlenquelle weiter von deinem Kopf entfernt.
  • Telefoniere möglichst nicht bei schlechtem Empfang, zum Beispiel während einer Zugfahrt, denn dadurch erhöht sich die Leistung des elektromagnetischen Feldes.
  • Telefonierst du über das WLAN, ist die die Leistung der elektromagnetischen Wellen schwächer als über das Mobilfunknetz.
  • Weiche für mehrstündige Gespräche mit den Liebsten auf ein Festnetztelefon aus.
  • Trage dein Handy nicht ständig am Körper, sondern besser in einer Tasche oder einem Rucksack bei dir.
  • Lass das Smartphone während des Schlafens nicht direkt neben deinem Bett liegen. Und falls doch, schalte es in den Flugmodus – der Wecker klingelt trotzdem.

Auch generell solltest du dir immer mal wieder bewusst machen, dass eine Pause vom Mobiltelefon hin und wieder ganz gut tut. Denn vielleicht schadet die intensive Smartphone-Nutzung nicht unbedingt deiner körperlichen Gesundheit, aber deiner Konzentration und deinen sozialen Beziehungen. 

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