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Großputz für den Körper: So geht Heilfasten nach Buchinger

von Johanna, 29.03.2018

Heilfasten nach Buchinger soll Körper und Seele wieder ins Lot bringen. Wie die Fastenmethode funktioniert und was du berücksichtigen solltest, liest du hier.

Heilfasten nach Buchinger: Was ist das?

Der Ausdruck „Heil-Fasten“ beschreibt bereits, worum es bei der Buchinger-Methode vorrangig geht: Der Körper soll sich dabei regenerieren. Und von diesem Heilungsprozess profitiert auch die menschliche Psyche. Denn: Wer sich wieder wie ein junges Reh auf weiter Flur fühlt, dem geht es meist auch seelisch besser. Das Phänomen lässt sich sogar medizinisch erklären: Während des Fastens wird die Serotoninausschüttung erhöht, was der Laune zugutekommt.

Bitte was? Hungern soll dich zur Frohnatur machen? Natürlich verhält sich das von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Viele Fastende berichten allerdings tatsächlich von dem berühmten Fasten-High, nachdem sie die ersten Tage ohne Nahrungsmittel überstanden haben.

Was zeichnet das Heilfasten nach Buchinger im Speziellen aus? Die Methode dient therapeutischen und präventiven Zwecken. Dr. Otto Buchinger fand heraus, dass der Verzicht auf Nahrung bei chronischen Krankheiten Linderung schaffen und sogar bestimmten Erkrankungen vorbeugen kann. Dabei war er sein eigenes Versuchskaninchen, denn der Internist litt an Rheuma, das er mit seiner Fastenmethode tatsächlich in den Griff bekam.

Krankheiten, auf die sich die Buchinger-Methode positiv auswirken kann:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen
  • Stoffwechselstörungen (zum Beispiel Metabolisches Syndrom, Gicht, Fettleber)
  • Hautkrankheiten (Schuppenflechte, Akne, Neurodermitis und andere)
  • Autoimmunerkrankungen
  • Atemwegserkrankungen
  • Probleme mit dem Bewegungsapparat

Erst der Doc, dann das Heilfasten

Heilfasten kann viel Gutes für Körper und Seele bewirken – allerdings gilt das nicht für jeden. Wer beispielsweise bestimmte Medikamente einnimmt, alkoholkrank oder schwanger ist, sollte mit einem Arzt abklären, ob in diesen Fällen das Fasten wirklich gesund für den Körper ist. Generell gilt deshalb: Lass dich von deinem Arzt durchchecken, bevor du mit dem Fasten startest.

Bei länger Fastenden besteht außerdem das Risiko, dass der Harnsäurespiegel im Blut ansteigt – und zwar infolge einer erhöhten Ketonausschüttung. Ketonkörper sind Stoffwechselverbindungen, die der Körper bildet, wenn er Fett abbaut – und genau das passiert bei einer Fastenkur. Aufgrund des erhöhten Ketonspiegels scheidet der Körper weniger Harnsäure aus, stattdessen steigt der Anteil von Harnsäure im Blut. Die Folge einer gehemmten Ausscheidung von Harnsäure können Gichtanfälle oder Harnsteine sein. Unter ärztlicher Beobachtung sind derartige Komplikationen zwar eher unwahrscheinlich, dennoch sollten sie nicht unterschätzt werden. Mediziner würden Patienten, die bereits mit Gicht oder Harnsteinen zu kämpfen hatten, höchstwahrscheinlich von vornherein nicht zu einer Fastenkur nach Buchinger zulassen.

Trinken statt Essen

Dr. Otto Buchinger fand heraus, dass Nulldiäten, also das Fasten gänzlich ohne Kalorienzufuhr, bei kranken Menschen kontraproduktiv sind. Er empfiehlt stattdessen, täglich 200 bis 300 Kilokalorien in Form von Flüssignahrung aufzunehmen, zum Beispiel Bio-Gemüsebrühe, Obst- und Gemüsesäfte, Mineralwasser und Tees. Auf diese Weise soll der Körper zur Selbstheilung angeregt werden.

Du kannst die Fastenkur stationär, etwa in der Buchinger-Klinik Bad Pyrmont, durchführen oder in Eigenregie zu Hause. Erstere Variante hat den Vorteil, dass du beim Fasten von Ärzten betreut wirst, die Abläufe für dich vorstrukturiert sind und du an diversen Begleitprogrammen wie etwa speziellen Bewegungstherapien teilnehmen kannst. Zu Hause bist du allein für deine Disziplin verantwortlich, hast aber natürlich auch mehr Freiheiten, was die Gestaltung deiner Tage angeht.

Die Dauer des Heilfastens variiert je nach Einsatzbereich. Wenn die Fastenkur therapeutischen Zwecken dient, kann sie bis zu vier Wochen dauern. Im präventiven Bereich sind auch einwöchige Kuren üblich.

Suppe mit Kräutern im Schälchen
Die Gemüsebrühe ist ein klassischer Bestandteil des Heilfastens nach Buchinger.

Anleitung zum Heilfasten nach Buchinger: Schritt für Schritt

Das Heilfasten nach Buchinger folgt einem strikten Plan, der folgendermaßen aussieht:

  • Entlastungstag. Du bereitest deinen Körper auf die Fastenkur vor, indem du nur noch leichte Kost verzehrst, zum Beispiel Reis, Obst oder Gemüse.
  • Darmentleerung. Sie ist fester Bestandteil der Buchinger-Methode und wird während der Fastenzeit mehrmals wiederholt. Das Abführen erfolgt mithilfe von Glaubersalz oder Bittersalz.
  • Heilfastenphase. Jetzt stehen nur noch Brühe, Säfte und Tees auf deinem Speiseplan.
  • Begleittherapien. Während des Fastens kannst und solltest du aktiv bleiben. Wichtig ist vor allem regelmäßige Bewegung, um den Muskelabbau zu verhindern. Aber auch Meditationen, Gymnastik- und Entspannungsübungen, Leberwickel und mehr gehören zum Programm in den Buchinger-Kliniken. Natürlich kannst du fast all diese Dinge auch zu Hause anwenden.
  • Aufbautage: Nach dem Fasten gewöhnst du deinen Magen stufenweise wieder an feste Nahrung.

Während des Heilfastens nach Buchinger wirst du zwangsläufig abnehmen, weil du deutlich weniger Kalorien zu dir nimmst, als du verbrauchst. Allerdings steht dieser Aspekt nicht im Vordergrund. Außerdem hast du die verlorenen Kilos nach der Fastenkur schnell wieder drauf, wenn du deine Ernährung nicht langfristig umstellst. Du kannst die Fastenkur aber als Startschuss für weitreichende Veränderungen nutzen. Wenn du erst einmal merkst, dass es dir nach dem Fasten besser geht, wird es dir leichter fallen, generell achtsamer mit deinem Körper umzugehen und dich gesünder zu ernähren.

Tipps zur Umsetzung

So weit der theoretische Teil. Die Praxis ist allerdings noch mal etwas ganz anderes. Während der Anfangszeit stecken viele Fastende in der sogenannten Fastenkrise. Sie haben Kopfschmerzen, der Magen scheint sich förmlich zusammenzuziehen, sie sind müde und frösteln. Das ist nicht ungewöhnlich, da sich der Stoffwechsel erst einmal auf die Fastenkur einstellen muss.

Du kannst die Symptome abmildern, indem du bereits etwa eine Woche vor dem Heilfasten deine Ernährung auf vorwiegend basische Kost umstellst, also viel Obst, Gemüse und Salate isst. Tierische Produkte gelten dagegen als säurebildende Lebensmittel und gehören in dieser Vorbereitungszeit nicht auf deinen Speiseplan.

Wenn du das Heilfasten nach Buchinger zu Hause durchziehen willst, ist es ratsam, währenddessen Urlaub zu nehmen. Daheim ist es leichter, diszipliniert zu bleiben, als neben Kuchen essenden und Cola trinkenden Kollegen. Ein finaler Tipp: Du kannst dem Muskelabbau während der Fastenkur entgegenwirken, indem du Eiweiße zu dir nimmst, beispielsweise in Form von Buttermilch, die wie Glaubersalze eine leicht abführende Wirkung hat.

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