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Frau schläft im Bett

Gute Nachricht für Übermüdete: Laut Studie lässt sich Schlaf nachholen

von Jasmin, 31.07.2018

Zu viel Arbeit, emotionaler Stress, heiße Sommernächte oder Albträume – viele Dinge halten uns vom Schlafen ab. Bei einem permanenten Defizit drohen aber gesundheitliche Konsequenzen. Nun es gibt gute Neuigkeiten aus Schweden: Verpasster Schlaf kann offenbar nachgeholt werden.

Schlaf nachholen – geht das? Ein Team aus internationalen Forschern um Studienleiter Torbjörn Akerstedt sagt: ja. Über 13 Jahre lang haben die Wissenschaftler 43.880 Studienteilnehmer beobachtet und dabei ein um 65 Prozent erhöhtes Risiko für einen frühzeitigen Tod nachgewiesen, wenn Teilnehmer permanent nur fünf Stunden oder weniger schliefen – gemessen anhand eines Vergleichs mit jenen, die sich täglich sechs oder sieben Stunden Ruhe gönnten.

Dagegen fanden die Wissenschaftler heraus, dass diejenigen, die zwar nur fünf Stunden Schlaf an Wochentagen abbekamen, dafür aber bis zu acht oder neun Stunden am Wochenende ruhten, keine erhöhte Sterblichkeitsrate gegenüber der Vergleichsgruppe (sieben Stunden Schlaf täglich) aufwiesen. Die Studie geht demnach davon aus, dass Schlaf nachgeholt werden kann – und sich somit auch gesundheitliche (Spät-)Folgen vermeiden lassen.

Warum ist ein Schlafdefizit eigentlich schlecht?

Aber warum sollte ein Schlafmangel überhaupt ausgeglichen werden? Ist doch in Ordnung, wenn ich mit wenig Schlaf klarkomme, oder? Nicht so ganz, weiß Jan Born, Neurowissenschaftler und Professor für Medizinische Psychologie an der Universität Tübingen. Laut seinen Erkenntnissen wirkt sich Schlafmangel negativ auf das Gedächtnis, die Leistungsfähigkeit und das Immunsystem des Menschen aus. Zu wenig Schlaf macht auf Dauer nicht nur müde, sondern auch unkonzentriert und schwach – und damit anfälliger für Krankheiten. Die Forschungen der schwedischen Wissenschaftler bestätigen diese These durch das erhöhte Sterblichkeitsrisiko der unter 65-Jährigen mit permanentem Schlafmangel.

Doch wenn Schlaf nachholen möglich ist, können auch die negativen Einflüsse auf den Körper ausgeglichen werden. Wie viel Schlaf ist also gesund? Wie viel sollte das Minimum sein? Ab welchem Pensum sollte ein Ausgleich stattfinden? Oder kann auch zu viel geschlafen werden?

Wer mit Schlafmangel zur Arbeit geht, hat häufig Konzentrationsschwierigkeiten.
Wer mit Schlafmangel zur Arbeit geht, hat häufig Konzentrationsschwierigkeiten.

So viel Schlaf sollte es sein

Wer sich wann einem höheren Sterblichkeitsrisiko durch zu wenig – oder auch zu viel – Schlaf aussetzte, berechneten die schwedischen Forscher anhand der Referenzgruppe. Diese Gruppe schlief an allen Wochentagen rund sieben Stunden. Ergo sehen die Wissenschaftler diese Dosis Schlaf als ideal an. Erwachsene sollten demnach versuchen, regelmäßig auf dieses Pensum zu kommen, um mangelnder Konzentrationsfähigkeit oder einer Schwäche des Immunsystems entgegenzuwirken.

Vorschlafen geht nicht

Schlaf nachholen funktioniert – vorsorglich schlafen allerdings nicht. Wie Ingo Fietze, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Berliner Charité zu bedenken gibt, kann der Körper vorangegangenen Schlaf nicht speichern. Wer weiß, dass er eine anstrengende Woche vor sich hat, kann also leider nicht am Wochenende vorschlafen, sondern erst am darauffolgenden nachschlafen.

Es kann aber auch zu viel des Guten sein. Langschläfer, die permanent neun Stunden oder mehr pro Tag schlafen, würden laut der Studie ebenfalls ein höheres Mortalitätsrisiko aufweisen. Wer allerdings die Woche über deutlich zu wenig geschlafen hat, muss sich um den langen Wochenendschlaf keine Sorgen machen – da dürfen es dann auch mal neun Stunden sein.

Nach einer langen Nacht ist eigentlich Durchhalten bis zum nächsten Abend angesagt.
Nach einer langen Nacht ist eigentlich Durchhalten bis zum nächsten Abend angesagt.

Nacht durchgemacht: Wann Schlaf nachholen?

Aber wie sieht es aus, wenn wegen einer Party oder eines Albtraums die ganze Nacht zum Tag wird? Professor Jan Born rät in diesem Fall von einem Mittagsschläfchen ab. Wer die Nacht nicht oder nur wenig zur Ruhe gekommen ist, sollte seinen Schlaf in der nächsten Nacht nachholen. Tagsüber wäre auspowern die beste Lösung, so könne nachts wieder in die wichtige Tiefschlafphase gefunden werden. Das Nickerchen am Tag dagegen sei häufig zu kurz für den wirklich erholsamen Schlaf.

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