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Krank zur Arbeit gehen: Warum krank arbeiten sich nie lohnt

Jeder Zweite geht krank zur Arbeit – warum du dir und deiner Firma damit schadest

von Redaktion, 22.11.2017

Du fühlst dich hundeelend, aber die Präsentation muss heute noch fertig werden? Also doch raus aus den Federn, auch wenn eigentlich Bettruhe angesagt ist? Das nützt niemandem – nicht einmal der Firma.

Das Phänomen, sich auch mal krank zur Arbeit zu schleppen, hat sogar einen Namen: Präsentismus. Wenn auch du trotz Schnupfen, Migräne und Co. den Tag am Schreibtisch statt im Bett verbringst, bist du damit nicht allein. Fast jede(r) Zweite ging im Jahr 2016 krank zur Arbeit, ergab eine repräsentative Studie des Marktforschungsinstituts GfK für die Zeitschrift „HausArzt“. Bei zwölf Prozent davon kamen mehr als zehn Tage zusammen, die die Studienteilnehmer trotz Unwohlsein in der Firma verbrachten. Nur rund jede(r) Fünfte blieb konsequent zu Hause, wenn er/sie sich nicht fit fühlte. Und machte damit alles richtig.

Was treibt uns krank zur Arbeit?

Auf den ersten Blick mag es besonders strebsam und pflichtbewusst wirken, wenn du schniefend und keuchend unverdrossen bei der Arbeit bist. Gemäß dem Motto: Die Aufgabe ist wichtiger als ich. Und Gründe für den unermüdlichen Einsatz gibt es ja viele:

  • Du hast dem Chef versprochen, es bis heute zu erledigen.
  • Du willst die Kollegen nicht enttäuschen, die sonst in die Bresche springen müssten.
  • Du möchtest nicht als Blaumacher gelten.
  • Du hältst dich für unverzichtbar.
  • Du glaubst, du würdest damit ein gutes Beispiel für Arbeitseinsatz abgeben.
  • Du hast Angst, dass du beim Arbeitgeber negativ auffällst.

Es gibt nur ein Problem: Diese Glaubenssätze sind Quatsch. Denn sie richten großen Schaden an.

Krank zur Arbeit gehen: Warum krank arbeiten sich nie lohnt
Wer sich ins Bett legt, um eine Krankheit auszukurieren, schadet der Firma nicht – imGegenteil.

Präsentismus bringt dir nichts

Die Krankschreibung, die ein Arzt ausstellt, heißt im Fachjargon „Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“. Mit anderen Worten: Es geht nicht darum, ob du krank bist, sondern inwieweit du deine Aufgaben erfüllen kannst. Eine Erkältung, Bauch- oder Kopfschmerzen schränken deine Konzentration ein, sie lenken dich ab und vermindern deine Leistungsfähigkeit. Die Fehlerquote steigt. „Kämpft sich durch die Arbeit und macht dabei dauernd Fehler“ – ist das der Eindruck, den du hinterlassen willst? Wo du ohnehin viel lieber im Bett geblieben wärst und dort auch hingehörst? Sich krank zur Firma schleppen und dann durch weniger Leistung zu glänzen, ist falscher Ehrgeiz.

Präsentismus bringt auch der Firma nichts

Du selbst magst bereit sein, dich und deinen Ruf für die Firma zu opfern. Leider tust du damit nicht nur dir selbst, sondern auch deinem Arbeitgeber keinen Gefallen. Denn wenn du dich krank zur Arbeit schleppst, passieren nicht nur mehr Fehler. Du könntest deine Krankheit verschleppen, bis sie umso heftiger ausbricht oder sogar chronisch wird. Das Risiko eines Burnouts steigt. Kranke Mitarbeiter erleiden sogar häufiger Unfälle. Und nicht zuletzt kannst du die gesunden Kollegen anstecken.

Die Folgen des Übereifers beleuchtet eine Studie der Unternehmensberatung Booz & Company im Auftrag der Felix-Burda- Stiftung. Danach kosten kränkelnde Angestellte, die sich dennoch zur Arbeit schleppen, den Arbeitgeber im Schnitt 2.400 Euro im Jahr. Wer rechtzeitig zu Hause bleibt und sich auskuriert, verursacht gerade einmal die Hälfte dieser Kosten. Zudem könnte der Arbeitgeber seine Fürsorgepflicht verletzen: Sollte ein Arbeitnehmer wegen seiner Unpässlichkeit einen Unfall erleiden, ist der Arbeitgeber womöglich schadensersatzpflichtig, wenn er ihn nicht nach Hause geschickt hat.

Krank zur Arbeit gehen: Warum krank arbeiten sich nie lohnt
Arbeitgeber und Kollegen sollten übereifrige Angestellte zur Not bremsen und nach Hause schicken.

Arbeitgeber, aufwachen!

Viele Arbeitgeber pflegen weiterhin das Arbeitsethos des unermüdlichen Angestellten, der sich durch nichts und niemanden von seiner Pflicht abhalten lässt. Das leben nicht wenige Chefs vor und erwarten das auch wie selbstverständlich von ihren Mitarbeitern. Der Autobauer Daimler führte 2016 sogar eine Prämie für Angestellte ein, die in einem Jahr keinen einzigen Tag fehlen. Doch wie wäre es denn einmal andersherum?

Wer klare Signale setzt, dass die Beschäftigten mit einer Krankheit ins Bett und nicht an den Arbeitsplatz gehören, wird langfristig davon profitieren. Durch Angestellte, die früher und nachhaltiger fit werden. Durch bessere Arbeitsergebnisse. Durch eine Arbeitsatmosphäre, in der jeder das Vertrauen spürt, nicht blauzumachen, sondern für sich zu sorgen. Du musst allerdings auch mitmachen!

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