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Lukas Schmetz bei der Stammzellenspende

Keine Angst vorm Abstrich: Alle wichtigen Infos zur Stammzellenspende

von Florian, 07.06.2018

Eine Stammzellenspende kann Leben retten. Hier erfährst du, wie du dich registrierst, welche Voraussetzungen du brauchst, um Stammzellenspender zu werden, und wie das Ganze funktioniert.

Leukämie, auch als Blutkrebs bekannt, ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden und lymphatischen Systems. Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 12.000 Menschen daran, darunter auch Kinder. Die genauen Ursachen der Krankheit sind noch nicht abschließend erforscht – sicher ist jedoch, dass eine Transplantation von fremden Stammzellen oder fremdem Knochenmark die Chance des Erkrankten steigert, wieder gesund zu werden.

Viele Menschen erfüllen die Voraussetzungen für eine Stammzellenspende

Vor allem bei Leukämie, aber auch bei einigen Stoffwechsel- oder Immunerkrankungen sind Stammzellen- oder Knochenmarkspenden oft die letzte Rettung. Im Jahr 2017 haben sich rund 7.000 Deutsche bereit erklärt, Stammzellen zu spenden.

Auch du kannst durch eine solche Spende zum Lebensretter werden, sofern du die Voraussetzungen dafür erfüllst: Du musst zwischen 17 und 55 Jahre alt sein, mindestens 50 Kilo wiegen und darfst nicht an Diabetes, Krebs oder anderen schweren Erkrankungen leiden. Die detaillierten Ausschlusskriterien für Stammzellenspender findest du auf der Homepage der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS).

So funktioniert die Typisierung

Bist du als Spender prinzipiell geeignet, ist der erste Schritt zur Stammzellenspende die Typisierung. Dazu wird dir beim Hausarzt, vom Betriebsarzt oder bei einer der vielen Typisierungsaktionen, die deutschlandweit regelmäßig stattfinden, eine geringe Menge Blut abgenommen oder ein Abstrich deiner Mundschleimhaut gemacht.

Es gibt knapp 30 regionale Spenderdateien, zum Beispiel die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) oder den Verein für Knochenmark- und Stammzellspenden (VKS), bei denen du dich als potenzieller Spender melden kannst. Du kannst dir auch ein Registrierungsset nach Hause bestellen und einen Wangenabstrich mit einem Wattestäbchen selbst vornehmen. Das Röhrchen mit dem Wattestäbchen schickst du dann zurück.

Im Anschluss werden die Gewebemerkmale deiner Zellen im Labor anhand der Probe bestimmt. Die Ergebnisse werden an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) gemeldet. Dort sind über 7,5 Millionen Spender registriert. Deine Daten bleiben bis zu deinem 60. Lebensjahr gespeichert und können weltweit von Suchzentren abgerufen werden. Natürlich kannst du deinen Eintrag löschen lassen, wenn du dich umentschieden hast und nicht mehr spenden möchtest oder es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kannst.

 Typisierung für eine Stammzellenspende
Die Typisierung für eine Stammzellenspende kann ganz schmerzfrei mit einem Wattestäbchen vorgenommen werden.

Was passiert, wenn du als Spender infrage kommst?

Findet sich eine erkrankte Person, deren Gewebemerkmale mit deinen übereinstimmen, wirst du kontaktiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass es innerhalb der ersten zehn Jahre nach der Typisierung wirklich dazu kommt, ist mit rund 1,5 Prozent allerdings ziemlich gering.

Unter Geschwistern besteht immerhin eine 25-prozentige Chance, sich als Stammzellspender gegenseitig helfen zu können. Wegen der geringen Trefferquote ist es jedoch umso wichtiger, dass sich möglichst viele Menschen als Stammzellenspender registrieren lassen: Je größer der Pool der potenziellen Spender, umso größer ist die Chance, dass ein todkranker Mensch Hilfe bekommt.

Gibt es tatsächlich einen "Treffer", erfolgt eine weitere Typisierung, die einen noch genaueren Abgleich möglich macht, sowie ein umfassender, kostenloser Gesundheitscheck. Solltest du danach zur Spende aufgefordert werden, bist du natürlich nicht verpflichtet, dieser Aufforderung auch nachzukommen. In vielen Fällen basieren Rückzieher allerdings auf Vorurteilen und falschen Vorstellungen hinsichtlich der Prozedur der Stammzellenspende. In rund 80 Prozent der Fälle passiert dies nämlich weder unter Vollnarkose, noch ist ein längerer Aufenthalt im Krankenhaus nötig. Und selbst, wenn die Spende über eine OP erfolgt, handelt es sich dabei um einen simplen Eingriff, nach dem du ganz schnell wieder auf den Beinen bist.

Profifußballer Manfred Starke vom FC Carl Zeiss Jena hat im Mai 2018 Stammzellen gespendet.
Profifußballer Manfred Starke vom FC Carl Zeiss Jena hat im Mai 2018 Stammzellen gespendet. Möglicherweise rettet er damit einem Erkrankten das Leben.

Stammzellen werden aus dem Blut entnommen

Der Ablauf einer Stammzellenspende ist in den meisten Fällen unkomplizierter als du vielleicht denkst. Die Stammzellen werden bei der sogenannten peripheren Blutstammzellentnahme einfach aus dem Blut herausgefiltert.

Dafür musst du vor der Spende in der Regel fünf Tage lang ein Medikament zu dir nehmen, einen sogenannten Wachstumsfaktor, der dem Körper suggeriert, du hättest eine Erkältung. Um den vermeintlichen Erreger zu attackieren, wandern Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut. Die tatsächliche Prozedur der ambulanten Spende dauert dann etwa drei bis vier Stunden. Dir wird über eine Armkanüle Blut entnommen, das in einem sogenannten Zellseparator gefiltert wird. Danach wird das Blut wieder in deinen Körper zurückgeleitet. In wenigen Fällen muss die Spende am Folgetag wiederholt werden, falls nicht ausreichend Stammzellen gewonnen werden konnten.

Nur etwa in einem Fünftel der Fälle, abhängig vom Krankheitsbild des Empfängers und anderen Faktoren, kommt es zu einer klassischen Knochenmarkspende. Dabei wird dir während einer rund einstündigen Operation unter Vollnarkose Knochenmark aus dem Beckenknochen entnommen. Angst musst du trotzdem nicht haben – die bei der Entnahme entstehenden Wunden sind so klein, dass sie mit wenigen Stichen genäht werden. Hauptrisiko bei der Knochenmarkspende ist die Narkose, die im Krankenhaus natürlich sorgfältig überwacht wird. Aus Sicherheitsgründen bleibst du nach der OP meist noch eine Nacht im Krankenhaus.

Geld bekommst du als Stammzellenspender übrigens nicht, alle Aufwendungen wie zum Beispiel Fahrtkosten und Verdienstausfälle werden dir jedoch erstattet.

Blutkrebszellen
Blutkrebszellen vermehren sich unkontrolliert schnell und verdrängen rote Blutkörperchen. Mit deiner Stammzellspende kannst du Patienten helfen.

Risiken einer Stammzellenspende

Bei beiden Varianten musst du keine Angst haben, dass dir nach der Spende lebenswichtige Stoffe im Körper fehlen. Sowohl aus dem Blut gewonnene Stammzellen als auch Knochenmark werden innerhalb weniger Wochen wieder vollständig nachgebildet.

Auch sonst sind die Risiken und Nebenwirkungen einer Stammzellenspende eher gering: Bei der peripheren Blutstammzellspende leidest du aufgrund des Wachstumsfaktors unter Umständen an grippeähnlichen Symptomen, die nach der Spende aber schnell wieder abklingen. Bei der Knochenmarkspende kann es neben dem normalen Narkoserisiko im Bereich der Einstichstellen zu kleinen Blutergüssen und auch Schmerzen kommen, ähnlich wie bei einer Prellung. Meist sind es aber keine gravierenden Schmerzen. Nur in seltenen Fällen kam es in der Vergangenheit bei beiden Varianten auch zu allergischen Reaktionen.

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