menu
A Few Good Friends
Eine Initiative der
Leitungswasser trinken: Gesünder als Mineralwasser?

Leitungswasser vs. Mineralwasser: Ist die Flasche ihr Geld wert?

von Florian, 11.01.2018

Greifst du im Supermarkt auch zur Mineralwasserflasche, anstatt dir zu Hause einfach Leitungswasser aus dem Hahn zu zapfen? Zumindest aus gesundheitlichen Gründen ist das unnötig.

Der Aufschrei war groß und bescherte einigen Medien tagelang gute Zugriffszahlen: Gastronom und Schauspieler Til Schweiger hatte es gewagt, in seinem Hamburger Restaurant "Barefood Deli" gefiltertes Leitungswasser unter dem Namen "Kraneberger" auf die Karte zu setzen und für einen Liter 4,20 Euro zu verlangen. Leitungswasser, egal ob gefiltert oder nicht, sei ja wohl auf Wunsch kostenlos zu bekommen, so die Meinung einiger Gäste und Leser. Für einen Liter Mineralwasser sind 4,20 Euro in den meisten besseren Restaurants hingegen ein Schnäppchen. Aber ist Leitungswasser wirklich so viel "weniger wert" als Mineralwasser?

So beliebt ist Mineralwasser in Deutschland

Offenbar wird Leitungswasser in der öffentlichen Wahrnehmung lange nicht als so hochwertig angesehen wie Mineralwasser. Diese These stützt auch der Fakt, dass Mineralwasser nach Kaffee in Deutschland am meisten getrunken wird. 2016 wurden hierzulande 11,3 Milliarden Liter Wasser in Flaschen abgefüllt. Jeder Deutsche trank im Schnitt 149 Liter – Leitungswasser nicht mitgerechnet.

Die Preise pro Flasche variieren dabei stark: Discounterwasser schlägt zumeist mit unter 15 Cent pro Liter zu Buche, Markenwasser kostet teils mehr als das Vierfache. Sogenanntes Heilwasser ist in der Regel noch höher bepreist. Ein Liter Leitungswasser kostet hingegen weniger als einen halben Cent pro Liter – Abwassergebühr schon eingerechnet. Doch warum gehört Mineralwasser dann zu den absoluten Top-Sellern in deutschen Supermärkten? Neben den höheren Kosten kommt schließlich auch noch die Schlepperei vom Supermarkt nach Hause auf dich zu. Und auch der Umweltaspekt spricht gegen Mineralwasser.

Mineralwasser voller Mineralien? Nur selten der Fall

Die Beliebtheit des Mineralwassers erklärt sich einerseits durch die zugesetzte Kohlensäure. Denn die Deutschen lieben ihr Sprudelwasser, rund 83 Prozent des Absatzes wird durch kohlensäurehaltiges Wasser erzielt. Kohlensäure ließe sich dem Leitungswasser allerdings auch recht kostengünstig durch Wassersprudler hinzufügen. Was ist es also noch, was die Menschen so vom Mineralwasser überzeugt?

Leitungswasser trinken: Gesünder als Mineralwasser?
Mineralwasser enthält nur in wenigen Fällen wirklich viele Mineralien.

 Mineralwasser ist ein Naturprodukt. Es stammt aus einem unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen und muss direkt am Quellort abgefüllt werden. Damit unterscheidet es sich von Leitungswasser, das erst zu Trinkwasser aufbereitet werden muss. Daraus ergibt sich für viele die Annahme, dass Mineralwasser einfach gesünder ist als Leitungswasser, da es – wie der Name ja auch nahelegt – viele Mineralien enthält, wie Kalzium, Magnesium oder Hydrogencarbonat. Das stimmt allerdings nur in wenigen Fällen. Die Stiftung Warentest hat 2017 30 Mineralwässer getestet und kam zu dem vernichtenden Urteil, dass der Mineralstoffgehalt in nur sechs Fällen mit sehr hoch oder hoch zu bewerten sei, dafür in 21 Fällen mit gering oder sehr gering – im Übrigen weitgehend unabhängig vom Preis.

Vor allem die sogenannten "Premium-Mineralwässer", die von norwegischen Gletschern stammen oder den Fidschi-Inseln, rechtfertigen ihren hohen Preis in keiner Weise, bekräftigt auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Einige Mineralwässer im Geschmack beeinträchtigt

Darüber hinaus fanden die Prüfer in einigen Wässern unerwünschte Spuren aus Landwirtschaft, Industrie und Haushaltsabwasser sowie Geschmacksbeeinträchtigungen durch Acetaldehyd, das bei der Herstellung der Kunststoffflaschen entsteht und ins Wasser übergehen kann.

Leitungswasser wird strenger kontrolliert als Mineralwasser

Und wie sieht es mit der Qualität von deutschem Leistungswasser aus? Grundsätzlich ist das Wasser aus dem Hahn Trinkwasser, sofern es nicht durch alte Wasserrohre verunreinigt wird. Dabei wird das Leitungswasser strenger kontrolliert als Mineralwasser. Die Grenzwerte für Pestizide und Uran sind zum Beispiel niedriger angesetzt. Oft wird das Leitungswasser außerdem in der Nähe von Mineralwasserquellen gefördert und weist deshalb in vielen Fällen sehr ähnliche Inhaltsstoffe auf.

Leitungswasser trinken: Gesünder als Mineralwasser?
Nicht nur für Katzen – Leitungswasser ist auch für Menschen unbedenklich zu genießen.

Doch auch beim Leistungswasser gibt es je nach Region große Unterschiede, sowohl beim Geschmack als auch beim Mineralgehalt. Wenn du in Rinteln im Weserbergland wohnst, kann kaum ein Mineralwasser mit deinem "Kraneberger" mithalten. Im Harzer Wasser der Stadt Goslar sind hingegen kaum Mineralien zu finden.

Weiches Leitungswasser besser für Heißgetränke

Im Zusammenhang mit Leitungswasser wird oft von hartem und weichem Wasser gesprochen. Während hartes, also mineralstoffhaltiges Leitungswasser kalt getrunken in Blindverkostungen vielen Menschen besser schmeckt als Mineralwasser, eignet sich weiches Wasser besser für Heißgetränke wie Tee und Kaffee, weil hier die Aromen besser zur Geltung kommen.

Einen großen Vorteil hat Mineralwasser allerdings gegenüber Leitungswasser: Wem das Wasser aus dem Hahn in seiner Region nicht schmeckt, der kann es nur durch einen Umzug wechseln – das geht bei Mineralwasser ein wenig einfacher.

×

Einwilligungserklärung für die Nutzung der Social Media Plugins

Für die Nutzung von Social-Media-Dienstangeboten diverser Unternehmen stellen wir Ihnen Social-Media-PlugIns zur Verfügung. Diese werden in einem 2-Klick-Verfahren auf den Online-Angeboten der AOK eingebunden. Die AOK erfasst selbst keinerlei personenbezogenen Daten oder über deren Nutzung mittels der Social PlugIns. Über diese PlugIns können jedoch Daten, auch personenbezogene Daten, an die US-amerikanischen Diensteanbieter gesendet und gegebenenfalls von diesen genutzt werden. Das hier eingesetzte Verfahren sorgt dafür, dass zunächst keine personenbezogenen Daten an die Anbieter der einzelnen Social-Media-PlugIns weitergegeben werden, wenn Sie unser Online-Angebot nutzen. Erst wenn Sie eines der Social-Media-PlugIns anklicken, können Daten an die Dienstanbieter übertragen und durch diese gespeichert bzw. verarbeitet werden.

close