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Matcha-Tee: Die Wirkung des Superfoods

Matcha-Tee: Berechtigter Hype oder viel Grün um nichts?

von Florian, 24.11.2017

Matcha-Tee gilt als regelrechtes Gesundheitselixier. Doch kann der zu feinstem Pulver gemahlene Grüntee wirklich halten, was er verspricht?

Wenn du heute durch einen gut sortierten Supermarkt schlenderst, gibt es mittlerweile ganze Abteilungen, die sich ausschließlich den sogenannten Superfoods widmen. Dort finden sich allerlei Lebensmittel, die angeblich herausragende gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Und hier ist nicht die Obst-und Gemüseabteilung gemeint. Es geht um exotisch anmutende Spirulina-Algen, Chiasamen, Yaconwurzeln – und eben Matcha. Matcha kommt aus dem Japanischen und heißt übersetzt nichts anderes als „gemahlener Tee“.

Verbraucherzentrale findet Superfoods unnötig

Doch die Sache mit den Superfoods klingt schon ein wenig seltsam, denn eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse bedarf eigentlich keiner zusätzlichen Zufuhr von Nährstoffen. Das hat 2017 auch die Verbraucherzentale bestätigt, die bei Superfoods keinen gesundheitlichen Mehrwert ausmachen konnte. Matcha-Tee war allerdings nicht Gegenstand der Untersuchung. Ist also doch etwas dran an dem Hype um den Matcha-Tee? Schließlich wird das Pulver längst nicht mehr nur als Tee aufgegossen, sondern taucht mittlerweile auch als Zutat in unterschiedlichsten Speisen und Getränken auf.

Eines dieser Getränke ist der Matcha-Smoothie, der von verschiedenen Herstellern bereits produziert und meist groß mit dem Superfood beworben wird. Zumindest in diesem Fall ist die Lage klar: Wie in fast allen Superfood-Smoothies ist auch Matcha in dem kalten Obstmixgetränk nur in verschwindend geringen Mengen enthalten, bei den meisten Herstellern nur zu 0,1 Prozent. Diese Menge reicht gerade mal für eine schöne Grünfärbung, trägt ansonsten aber nicht weiter zu deinem Wohlbefinden bei.

Matcha-Tee ist kein Schaumschläger

Überwiegend wird das grüne Pulver jedoch klassisch als Tee zubereitet. Etwa ein Gramm reicht für einen Becher oder eine Schale, aus der die Japaner ihren Tee trinken. Das Wasser sollte wie bei allen grünen Tees nicht kochen, wenn du es auf das Pulver gießt, sondern um die 80 Grad haben. Sonst können die wertvollen Inhaltsstoffe des Matchas Schaden nehmen, und auch Geruch und Geschmack werden negativ beeinflusst. Abschließend wird der Matcha-Tee noch mit einem Bambusbesen aufgeschlagen und bekommt so seinen typischen Schaum. Ein Milchaufschäumer tut es zur Not aber auch. Dadurch schmeckt die Kostbarkeit auch cremiger als herkömmlicher grüner Tee.

Matcha-Tee: Die Wirkung des Superfoods
Matcha-Tee wird auch gern als Matcha-Latte getrunken.

Der pure Matcha-Tee mit seiner intensiven grünen Farbe ist im Gegensatz zu vielen anderen Matcha- Produkten wahrlich kein Schaumschläger. Er enthält neben Kalzium und Eisen viele Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe und B-Vitamine, wirkt entzündungshemmend und stärkt das Immunsystem. Allerdings wird die Wirkung dieser Inhaltsstoffe abgeschwächt, wenn der Matcha mit Luft in Berührung kommt. Dann oxidiert das grüne Pulver sehr schnell. Deshalb wird es auch immer fest verschlossen verkauft – das Aroma wie bei anderen Teesorten vorher zu testen, ist insofern nicht möglich. Nach dem Öffnen solltest du den Tee luftdicht verpackt im Kühlschrank aufbewahren, so bleibt der Matcha einen Monat lang frisch.

Aber was taugt Matcha-Tee nun wirklich?

Einige Ernährungswissenschaftler warten mit einer finalen Beurteilung noch ab. Denn viele Studienergebnisse zu den Inhaltsstoffen des Matcha-Tees stammen aus Labor- und Tierversuchen und sind damit nur bedingt aussagekräftig. Ob sich das Superfood also auch in der Realität positiv auf die Gesundheit auswirkt, lässt sich noch nicht eindeutig beantworten. Auch ist unklar, ob Matcha- Tee tatsächlich beim Abnehmen hilft. Wenn, dann offenbar nicht besser als jeder andere grüne Tee auch. Somit gibt es wohl effektivere Wege, Gewicht zu verlieren, zum Beispiel mit einer Ernährungsumstellung.

Fraglos eignet sich Matcha-Tee jedoch als Wachmacher: In einem guten Gramm des Pulvers steckt ähnlich viel Koffein wie in einem Espresso.

Matcha-Tee: Die Wirkung des Superfoods
Matcha-Eistee, vielleicht noch mit Minze verfeinert – die Zubereitungsmöglichkeiten sindvielfältig.

Guter Matcha-Tee kostet etwa einen Euro pro Becher

Auch bei Matcha-Tee gilt: Es gibt hochwertige und minderwertige Sorten. Guter Matcha-Tee ist nicht sonderlich herb, sondern eher leicht süßlich. Minderwertiger schmeckt dagegen kratzig und bitter. Gute Qualität hat aber ihren Preis: Für 30 Gramm bist du schnell 20 bis 40 Euro los – also rund einen Euro pro Becher. Für das „Wundergetränk“, wie der Matcha-Tee oft tituliert wird, ist das sicherlich ein fairer Preis. Doch der Beweis, dass das grüne Pulver in vergleichbarer Menge wesentlich gesünder ist als anderer grüner Tee, steht noch aus.

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