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Honig als Heilmittel: Welche Wirkung hat medizinischer Honig?

More than honey – kann man Honig tatsächlich als Heilmittel verwenden?

von Sirany, 28.11.2017

Cleopatra soll in Honig und Milch gebadet haben. Doch die alten Ägypter waren nicht die Einzigen, die das klebrige Gold für seine heilende Wirkung feierten. Was ist dran am Honig als Heilmittel?

Durch viele wissenschaftliche Studien, Filme und Reportagen ist mittlerweile aufgezeigt worden, dass ein weltweites Bienensterben auch zum Eingehen der Menschheit führen könnte, weil viele Pflanzen ohne Bestäubung nicht gedeihen. Bienen sind also wichtig, keine Frage!

Aber für was ist Honig gut – außer als Süßungsmittel für Tee und Desserts? Dem klebrigen Bienenprodukt werden seit langem heilende Kräfte nachgesagt. Im alten Ägypten wurde Honig zum Beispiel für Wundauflagen verwendet, in der Bibel findet er häufig Erwähnung und auch die Naturheilkunde schreibt ihm eine große Bedeutung zu. Auf der anderen Seite enthält ein Esslöffel des Naturprodukts – es besteht zu etwa 60 bis 70 Prozent aus Frucht- und Traubenzucker und zu 15 bis 20 Prozent aus Wasser – rund 60 Kalorien und 16 Gramm Zucker. Wer Honig in Massen isst, bekommt also höchstens einen Zuckerschock, beugt aber nicht unbedingt Krankheiten vor.

Und natürlich ist Honig kein Zaubermittel, dass gegen Krebs, Herz-Kreislauf- Erkrankungen oder Diabetes hilft. Aber völlig nutzlos ist das süße Gold nun auch wieder nicht – wenn es denn richtig dosiert und angewendet wird. Und: Es kommt auf die Art des Honigs an!

Was kann Honig?

In jedem Honig stecken bestimmte Stoffe, die sogenannten Inhibine, die das Wachstum von Pilzen und Bakterien mindern. Durch das Enzym Glucose-Oxidase, das die Bienen dem Honig beifügen, entsteht aus dem enthaltenen Zucker permanent Wasserstoffperoxid, was eine keimhemmende Wirkung entfaltet. Diese Substanz ist für die Bienen essenziell, damit sich in den Stöcken, wo Zehntausende der Insekten zusammenleben, keine Krankheiten ausbreiten können.

Allerdings schwören einige Ärzte darauf, dass sich auch der Mensch einen Vorteil dadurch verschaffen kann. Zum Beispiel, indem er Honig nutzt, um Husten zu stillen – eine Methode, die du auch ganz einfach zu Hause anwenden kannst. Das Rezept deiner Oma für heiße Milch mit Honig hilft dabei aber leider nur bedingt weiter. Denn wenn du die Heilkräfte des Bienengoldes richtig nutzen möchtest, darfst du den Honig nicht in heiße Milch oder heißen Tee einrühren, sondern musst warten, bis sich die Flüssigkeit auf Trinktemperatur runtergekühlt hat. Bei Temperaturen über 40 Grad verlieren die Bakterien abtötenden Stoffe des Honigs sonst ihre Wirkung.

So wirkt medizinischer Honig

Die keimtötende Wirkung von Honig nutzen mittlerweile auch die Profis – so behandeln Ärzte schlecht heilende Wunden bei Menschen, deren Immunsystem zum Beispiel durch eine Chemotherapie geschwächt ist, manchmal mit speziellem medizinischen Honig. Als Wundauflage bildet dieser Honig einen Film, der die offene Stelle reinigt und feucht hält. Auch Schwellungen, Schmerzen und Sekretbildung sollen durch den Einsatz von medizinischem Honig reduziert werden.

Zu Hause solltest du dir die klebrig-süße Masse aber keinesfalls auf Wunden schmieren. Denn in herkömmlichem Honig aus dem Supermarkt können Rückstände von Algen, Bakterien, Pilzen und Umweltgiften enthalten sein, die die Verletzung möglicherweise sogar verschlimmern. Aus diesem Grund dürfen auch Babys unter einem Jahr keinen Honig essen. Im schlimmsten Fall droht Botulismus, eine Lebensmittelvergiftung durch Bakteriensporen.

Honig als Heilmittel: Welche Wirkung hat medizinischer Honig?
Kannste glauben: Honig im Tee hilft gegen Husten – wenn man es richtig macht.

Honig ist nicht gleich Honig: Eine Frage der Qualität

Herauszufinden, welcher Honig denn nun qualitativ gut ist, ist kein Zuckerschlecken. Vor allem im Supermarkt solltest du ein genaues Auge auf das Etikett haben, da nicht immer deutlich zu erkennen ist, aus welchem Land das Produkt stammt und welche Zusatzstoffe – gentechnisch veränderte Bestandteile, Rückstände von Pestiziden und giftige Alkaloide – darin enthalten sein können. Selbst das Bio-Siegel ist hier leider kein Garant dafür, dass sich nicht vielleicht doch Spuren von Insektiziden im Honig finden. Es bezieht sich nämlich nur auf die Bienenhaltung, nicht auf die bewirtschafteten Flächen, auf denen die Insekten ihre Nahrung suchen.

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kaufst du deinen Honig direkt beim Imker aus der Region. Dabei ist Stadthonig nicht unbedingt schlechter als Landhonig, da die Bienen, die Pollen in Blumenrabatten, wilden Brachen und Gärten der Städte suchen, oft mit weniger Monokulturen und Pestiziden konfrontiert werden. Außerdem solltest du darauf achten, dass das Produkt weder gefiltert noch pasteurisiert wurde. Das ist allerdings eher in den USA gang und gäbe. Honig, der nicht unter diese Kategorie fällt, wird dort als „raw honey“ beworben.

Honig als Heilmittel: Welche Wirkung hat medizinischer Honig?
Bienchen summ herum: Honig vom Land ist heute aufgrund der Monokulturen und Pestizidenicht unbedingt gesünder als Stadthonig.

Die Königsklasse: Manuka-Honig

Auf Platz eins der gesundheitlich wirksamen Honigsorten rangiert der Manuka-Honig. Für ein Glas muss der Verbraucher mitunter tief in die Tasche greifen: Um die 60 Euro kostet der wertvolle Nektar. Aber was macht den Manuka-Honig so besonders?

Das Naturprodukt stammt aus Neuseeland und Südost-Australien und wird aus der Südsee-Myrte gewonnen. Schon die Maori, die Ureinwohner Neuseelands, nutzten ihn als Heilmittel. Anders als bei anderen Honigsorten wurde hier tatsächlich eine höhere Menge Methylglyoxal (MGO) nachgewiesen. Die Verbindung hat eine stärkere antibakterielle Wirkung als andere Inhaltsstoffe im Honig. Während im herkömmlichen Honig höchstens 20 Milligramm MGO pro Kilogramm enthalten sind, können es in einem guten Manuka-Honig bis zu 800 Milligramm sein. Doch je höher der MGO- Gehalt, umso höher der Preis.

Echter Manuka-Honig ist übrigens durch das Gütesiegel MGO oder UMF (Unique Manuka Factor) verifiziert und ihm wird eine beachtliche Heilwirkung nachgesagt. Er soll das Immunsystem stärken, Erkältungen lindern und eine träge Verdauung anregen.

Tatsächlich wird er in einigen Kliniken auch als medizinischer Honig angewendet, nachdem er mit Gammastrahlen behandelt und sterilisiert wurde. Der „Medihoney“ kommt in erster Linie als Heilmittel bei Wunden und Verbrennungen zum Einsatz, wenn Patienten auf herkömmliche Präparate allergisch reagieren.

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