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Frau erträgt Lärm nicht

Ohren zu und durch? Warum Lärm krank macht und wie er sich vermeiden lässt

von Sirany, 22.08.2018

Momente der absoluten Stille sind selten geworden. Fast immer vernehmen wir irgendwelche Geräusche. Doch wann werden diese zu Lärm, der nicht nur lästig ist, sondern auch der Gesundheit schaden kann?

Du liegst in deinem Bett und willst schlafen. Doch über dir hörst du die Nachbarn trampeln, draußen auf der Straße rauscht der Verkehr vorbei und aus der Wohnung nebenan wummert der Bass elektronischer Musik. In solchen Momenten kommst du ins Grübeln und fragst dich, wann es das letzte Mal so richtig still um dich herum gewesen ist.

Wir sind im Alltag ständig von Geräuschen umgeben: Autos, Flugzeuge, Musik, Stimmen, Presslufthämmer, Sirenen … Aber wann werden diese Geräusche zu Lärm?

Was genau ist eigentlich Lärm?

Lärm ist definiert als Schall, der stört und dadurch das eigene Wohlbefinden beeinträchtigt. Diese Begriffsbestimmung zeigt, dass es auf einer sehr subjektiven Einschätzung beruht, was Lärm ist und was nicht.

Die meisten Menschen werden es vermutlich als störend empfinden, wenn eine große und verkehrsreiche Straße oder gar eine Autobahn nah an ihrem Haus vorbeiführt. Bei tickenden Uhren die Lärmbelästigung dagegen subjektiv: Was einigen den Schlaf raubt, nehmen andere gar nicht (mehr) wahr.

Manche Geräusche stören auch nur in bestimmten Situationen, zum Beispiel, wenn du im Zug in Ruhe arbeiten willst, dein Sitznachbar aber ununterbrochen in sein Smartphone quasselt.

Doch abgesehen von der subjektiven Einstufung kann langfristiger Schall ab 80 Dezibel das Gehör schädigen. Das Sinnesorgan kann aber auch schon schwere Schäden davontragen, wenn es nur kurz sehr lauten Geräuschen ab 120 Dezibel ausgesetzt ist. Um diese Werte besser einschätzen zu können, findest du hier einige Beispiele, wie laut bestimmte Töne ungefähr sind:

  • Blätterrascheln: 10 Dezibel
  • Flüstern: 20 Dezibel
  • Unterhaltung in normaler Lautstärke: 50 bis 60 Dezibel
  • Autohupe: 100 Dezibel
  • Rockkonzert neben der Lautsprecherbox: 120 Dezibel
  • Startendes Flugzeug: 120 bis 130 Dezibel
Frau mit Kopfhörern
Die Kopfhörer sind dein ständiger Begleiter? Dann achte darauf, dass sie nicht übersteuert und zu laut sind.

Dauerbeschallung schadet nicht nur den Ohren

Die gesundheitlichen Schäden, die sich das Gehör von lautem Krach zuziehen kann, sind vielfältig – so kann es zum Beispiel zu Tinnitus kommen oder sogar dauerhafte Schwerhörigkeit auftreten. Nicht nur ein kurzfristig auftretendes, sehr lautes Geräusch von 120 Dezibel und mehr kann zu solchen Schäden führen – auch Lärm von 80 Dezibel kann langfristig Schäden am Gehör verursachen, ist man ihm lange genug ausgesetzt.

Doch nicht nur die Ohren leiden. Ständiger Lärm belastet den gesamten Organismus. Der durch die Lärmbelastung entstehende Stress kann eventuell sogar körperlich krank machen, indem er sich negativ auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt. Die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol erhöht den Blutdruck, beschleunigt die Herzfrequenz und aktiviert die Blutgerinnung. Das Risiko für einen Herzinfarkt steigt.

Eine aktuelle Studie, bei der Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz Daten der Gutenberg-Gesundheitsstudie (GHS) auswerteten, besagt, dass mit steigender Lärmbelästigung die Häufigkeit von Vorhofflimmern, also Herzrhythmusstörung, zunehmen kann. 23 Prozent der Probanden litten bei extremer Lärmbelastung darunter, ohne waren es nur 15 Prozent.

Lärmempfindlicher in der Nacht

In der Nacht sind wir anfälliger für Geräusche. Bei besonders empfindlichen Menschen kann bereits ein Knacken den Schlaf stören. Schon ein Geräuschpegel von 40 Dezibel kann dazu führen, dass die Nachtruhe unterbrochen wird und der Schlaf nicht mehr erholsam ist – und das macht längerfristig krank. Denn der schlechte Schlaf äußert sich durch Müdigkeit, Konzentrationsschwächen und Leistungsstörungen.

Nicht ohne Grund gibt es deshalb jährlich den internationalen Tag gegen Lärm, der auf die Ursachen und die gesundheitlichen Folgen von Krach aufmerksam machen will.

Mann steckt sich Ohrstöpsel ein
Ein kleines bisschen Ruhe: Ohrstöpsel dämpfen den Lärm und schützen die Ohren.

Sehnsucht nach Stille? Das kannst du tun

Äußere Faktoren lassen sich natürlich nicht komplett von dir beeinflussen, außer du wählst dein Zuhause so, dass es fernab vielbefahrener Straßen, Flugschneisen und jeglicher Baustellen liegt. Allerdings kannst du einige Vorkehrungen treffen, um dein Gehör vor Lärm zu schützen und dich weniger Stress durch störende Geräusche auszusetzen:

  • Wähle dein Schlafzimmer so, dass es auf der ruhigsten Seite der Wohnung liegt.
  • Hörst du Musik über Kopfhörer, achte darauf, dass sie weder zu laut noch zu übersteuert ist. Kopfhörer, die nur lose auf den Ohren aufliegen, sind außerdem besser für dein Gehör als Headphones, die den Gehörgang komplett abdichten.
  • Benutze auf Konzerten oder auch bei lauter Musik im Club Ohrstöpsel, um dein Gehör zu schützen.
  • Trage einen Hörschutz, wenn du Geräte wie einen Rasenmäher oder eine Schleifmaschine benutzt.
  • Halte dir kurz die Ohren zu, wenn Einsatzfahrzeuge mit lauter Sirene an dir vorbeifahren.
  • Geräusche, die nur kurzzeitig vorhanden sind und vor allem subjektiv als störender Lärm empfunden werden, können kognitiv neu bewertet werden (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt). Dann stören sie dich anschließend vielleicht weniger. Beispiel: Dein eh schon ungeliebter Nachbar über dir saugt die Wohnung, während du lesen willst. Sag dir, dass das nötig ist, die Leute im Haus auch deinen Staubsauger hören und der Lärm bald vorüber ist.

Generell sollest du dich immer wieder daran erinnern, dir regelmäßige Ruhepausen zu gönnen, in denen du auf unnötige Hintergrundbeschallung verzichtest. Fernseher aus, Musik aus, Handy aus – und einfach mal die Ruhe genießen. 

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