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Zwei Hände und ein Herz: Organspende

Organspendeausweis bestellen: Kleine Karte mit großer Bedeutung

von Florian, 05.04.2018

Der Organspendeausweis kann Leben retten. Wo du ihn bestellen kannst und was du zum Thema Organ- und Gewebespende noch alles wissen solltest, erfährst du hier.

Dass es ihn gibt, wissen viele Menschen in Deutschland. Auch sind sich die meisten bewusst, dass ein Organspendeausweis Leben retten kann. Dennoch scheuen offenbar viele den Schritt, einer Organspende im Todesfall zuzustimmen. Obwohl laut der aktuellsten Erhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 81 Prozent der Befragten einer Organ- und Gewebespende eher positiv gegenüber stehen, tragen nur rund 32 Prozent der Deutschen einen solchen Ausweis bei sich. Und die Zahl der Organspender ist weiter rückläufig. 2017 gab es bundesweit nur 797 Menschen, deren Niere, Herz, Lunge, Leber oder anderen Organe transplantiert wurden. Das waren 60 weniger als im Jahr zuvor.

Potenzielle Spender sind unsicher

Die Gründe für die Unentschlossenheit vieler potenzieller Spender sind facettenreich. Zum einen befürchten Menschen, dass kurz vor dem Ableben nicht alles für Organspender getan werden könnte, um sie am Leben zu halten, oder dass die Organe früher entnommen werden könnten, als es die medizinische Sorgfalt gebietet. Zum anderen sind sich viele Menschen schlichtweg unsicher, ob sie aufgrund ihres Alters oder von Vorerkrankungen überhaupt als Spender infrage kämen. Auch religiöse, ethische oder spirituelle Gründe spielen eine Rolle, ebenso wie mangelndes Vertrauen in das Organvergabesystem.

Operation am Herzen
Im Jahr 2016 wurden in Deutschland 297 Herzen postmortal transplantiert.

Hirntod ist Voraussetzung für eine Organentnahme

Doch die Angst und Unsicherheit sind unbegründet. Denn die Voraussetzung für eine Organspende ist der unumkehrbare Ausfall der gesamten Hirnfunktionen, auch Hirntod genannt. Eine Rückkehr ins Leben ist damit ausgeschlossen. Das Herz-Kreislauf-System einer hirntoten Person kann durch intensivmedizinische Maßnahmen für eine begrenzte Zeit allerdings künstlich aufrechterhalten werden, sodass die Organe weiter durchblutet und für eine Transplantation entnommen werden können.

Und auch das Alter spielt für die Organspende keine Rolle. Ob sich Organe für eine Transplantation eignen, wird immer im Einzelfall medizinisch beurteilt und entschieden. Auch in der späten Lebensphase kann das durchaus noch der Fall sein.

Du kannst übrigens nicht nur Organe spenden: Auch Gewebetransplantationen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Für eine Gewebespende kommen die Hornhaut der Augen, Herzklappen, Haut, Blutgefäße, Knochen, Sehnen, Bänder, Bindegewebe und die Eihaut der Fruchtblase infrage.

Organspendeausweis
Mit einem Organspendeausweis kannst du Leben retten.

Einen Organspendeausweis kannst du kostenlos bestellen

Wenn du dich entschlossen hast, im Todesfall anderen Menschen mit deinen Organen oder deinem Gewebe zu helfen, solltest du diese Entscheidung in einem Organspendeausweis festhalten. Dasselbe solltest du tun, wenn du dir sicher bist, dass du das nicht möchtest. Denn wird dein Wille zu Lebzeiten nicht dokumentiert, bleibt die Entscheidung über eine Organspende deinen Angehörigen überlassen. Kennen diese deine Meinung zu dem Thema nicht, ist es schwer für sie, in deinem Sinne zu entscheiden. Die BZgA bietet den Organspendeausweis zur kostenfreien Bestellung an.

Beim Ausfüllen des Ausweises kannst du zwischen verschiedenen Optionen wählen:

  • Du kannst ein generelles Einverständnis zur Organ- und Gewebespende geben
  • Du kannst ein auf bestimmte Organe und/oder bestimmtes Gewebe beschränktes Einverständnis geben
  • Du kannst Ausnahmen für bestimmte Organe oder Gewebearten vom generellen Einverständnis festlegen
  • Du kannst Organ- oder Gewebespenden widersprechen
  • Du kannst die Entscheidung über eine Organ- oder Gewebespende einer anderen Person überlassen. Diese Person sollte im Feld "Anmerkungen / Besondere Hinweise" eindeutig benannt werden. Dort kannst du auch Vorerkrankungen festhalten.

Wichtig ist zudem, dass der Organspendeausweis mit dem aktuellen Namen, der Anschrift und deinem Geburtsdatum versehen ist, damit er sich eindeutig zuordnen lässt. Deine einmal getroffene Entscheidung kannst du jederzeit wieder revidieren oder ändern.

Alternativ eignet sich eine Patientenverfügung

Alternativ dazu kannst du deine Einstellung zur Organspende auch in einer Patientenverfügung dokumentieren. Das ist ein Schriftstück, in dem du festhältst, ob und inwieweit bei konkret beschriebenen Krankheitszuständen bestimmte medizinische Maßnahmen durchgeführt werden dürfen oder nicht. Was du dabei genau beachten musst, erfährst du auf der Webseite der BZgA.

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