Schlummertrunk aus der Küche: So hilft dir Tee beim Einschlafen

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von Florian, 25.10.2017

Du kannst nicht schlafen? Weder Schäfchenzählen noch Schlaftabletten sind auf Dauer der richtige Weg ins Schlummerland. Probiere es doch einmal mit Tee! Diese Sorten helfen dir beim Einschlafen.

Von links nach rechts wälzen, ein Bein raus aus der Bettdecke und wieder darunter, Kopfkissen höher legen und wieder tiefer – hilft alles nichts, du liegst wach. Ist dir diese Prozedur wohlbekannt? Dann gehörst du zum zunehmend wachsenden Anteil der bundesdeutschen Bevölkerung, der unter Ein- und Durchschlafstörungen leidet. Laut einer vom Berliner Iges-Institut durchgeführten Studie aus dem März 2017 haben fast 80% aller befragtem Berufstätigen Schlafprobleme. Wenn du über Probleme beim Einschlafen klagst oder morgens gerädert aufwachst, obwohl du eigentlich früh zu Bett gegangen bist, bist du also zumindest nicht allein. Was aber kannst du tun, wenn der Schlaf auf sich warten lässt?

Schlaftabletten und Alkohol kannst du streichen

Schlaftabletten knocken dich zwar kurzfristig aus, sind aber langfristig keine Lösung, um dein Einschlafproblem in den Griff zu bekommen. Auch moderne Präparate bergen die Gefahr, auf Dauer psychisch oder physisch abhängig zu machen. Eine im "British Medical Journal" veröffentlichte Studie des Viterbi Family Sleep Center der Scripps Institution in San Diego brachte den Konsum von Schlafmedikamenten vor einigen Jahren sogar mit Folgeleiden wie Herzerkrankungen und Krebs in Verbindung.

Auch das Feierabendbierchen oder das Glas Wein vor dem Schlafengehen sind kein guter Schlummertrunk. Alkohol lässt dich zwar schneller einschlafen, doch der Kater am Morgen zeugt von einer ebenfalls nicht gesundheitsfördernden Methode. Außerdem sorgt Alkohol für unruhigen Schlaf in der zweiten Nachthälfte und reduziert die für die geistige Erholung wichtigen REM-Phasen. Viel besser: Zur Ruhe kommen und Tee trinken.

Es eignet sich jedoch nicht jeder Tee, um ins Reich der Träume hinüberzugleiten. Schwarzer Tee hält beispielsweise eher vom Schlafen ab. Denn dieser Trunk enthält denselben Wirkstoff wie Kaffee: Koffein. Und das stimuliert den Körper eher, als dass es beruhigt. Auch Grüner Tee eignet sich nicht zum Einschlafen, er steckt ebenfalls voller Koffein. Der Wirkstoff wird im Tee durch Gerbstoffe sogar länger gebunden als das Koffein im Kaffee.

Nicht lecker, aber wirkungsvoll: Baldriantee

In Sachen Schlummertrunk solltest du daher lieber zu Kräutertees greifen. Die können nicht nur beim Einschlafen helfen, sie entfalten teilweise sogar erstaunlichen medizinischen Nutzen. Allen voran Baldriantee. Auch wenn das Baldrian-Aroma recht penetrant ist und der Geschmack relativ bitter (aber das ist Schnaps ja auch...), wirkt die Wurzel der Heilpflanze beruhigend und erleichtert das Einschlafen.

Raus aus der Sorgenspirale

Stress und psychische Belastungen rauben dir die Nachtruhe? Du liegst wach, und in deinem Kopf dreht sich das Karussell aus Sorgen und Ängsten? Erste Schritte zur Selbsthilfe bei depressiven Symptomen bietet dir das Online-Programm Mood GYM der AOK.  

Baldrian ist übrigens auch sehr zu empfehlen, um Prüfungsängste oder Aufgeregtheit vor wichtigen Terminen abzumildern. Im Gegensatz zu vielen chemischen Schlafmitteln kommt es durch die Anwendung von Baldrian normalerweise außerdem nicht zu Tagesmüdigkeit. Und, nicht zu unterschätzen, pries die Volksmedizin Baldrian auch als geeignetes Mittel zur Vertreibung von Hexen und Dämonen. Hilft also auch, wenn man mal wieder "American Horror Story" gebingewatched hat...

Baldrian gibt es in verschiedenen Darreichungsformen. Als Tee solltest du ein Gramm Baldrian auf einen Becher voll Wasser nehmen und das Gemisch rund fünf Minuten ziehen lassen. Eine Stunde vor dem Zubettgehen ist der optimale Zeitpunkt für die Einnahme. Baldriantee gibt es aber auch als Fertigpräparat aus der Drogerie oder Apotheke. Sofortige Wunderwirkungen darfst du allerdings nicht erwarten: Oft muss sich der Körper mehrere Tage an die Wirkstoffe gewöhnen, bis sich die Effekte bemerkbar machen.

 
Tee zum Einschlafen: Diese Teesorten sorgen fuer guten Schlaf
Schon die Prozedur der Tee-Zubereitung kann beruhigend wirken.

Lecker und entspannend: Melissentee und Katzenminzetee

Einschlaftee geht aber auch lecker. Melissentee zum Beispiel schmeckt nicht nur erfrischend und ist somit auch an warmen Tagen ein gutes Betthupferl, sondern entfaltet durch seine reichhaltigen ätherischen Öle auch eine besonders positive Heilwirkung. Probiere den Tee bei Schlafproblemen und Stresssymptomen ruhig aus. Dafür musst du keinen Kräutergarten anlegen, fast jeder Supermarkt führt diese Sorte auch in Teebeuteln. Kleines Extra: Melisse scheint auch Lippenherpes entgegenzuwirken.

Auch Katzenminzetee kann dich ins Schlummerland schicken. Dieser Tee versetzt dich – anders als deine felligen Haustiere – zwar nicht in einen Rauschzustand, dennoch verspürst du eine angenehme Entspanntheit und manchmal sogar eine positive Veränderung deiner Gemütslage. Die getrockneten Blätter sollen vor allem für Menschen geeignet sein, die im Bett viel grübeln, da sie ein überaktives Gehirn beruhigen können. Getrocknete echte Katzenminze gibt es in der Apotheke. Beim Aufguss beachten, dass du zwar heißes, aber kein kochendes Wasser verwendest, sonst werden die wertvollen Inhaltsstoffe zerstört. Ruhig zehn Minuten oder länger ziehen lassen.

Tee zum Einschlafen: Diese Teesorten sorgen fuer guten Schlaf
Bei Katzen wirkt Katzenminze ein wenig anders als beim Menschen. Als Tee genossen helfen dir die getrockneten Blätter, zu entspannen.

Tee-Cocktail zur Entspannung

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit gibt es noch eine ganze Reihe anderer Pflanzen, die als Tee aufgegossen eine beruhigende Wirkung haben. Diese kannst du auch gerne zusammenmixen oder als fertige Teemischung in verschiedenen Kombis aus der Apotheke holen:

  • Die Beeren vom Wacholder
  • Die Blüten vom Hopfen
  • Die Blüten oder Öl vom Lavendel
  • Das Kraut der Passionsblume

Mythbusters in Sachen Schwarztee

Am Ende soll hier noch mit einem Mythos aufgeräumt werden: Schwarzer Tee soll ja angeblich auch beruhigend wirken, wenn er nur lange genug zieht. Doch diese Überlieferung gehört ins Reich der Legenden. Je länger der Tee im heißen Wasser bleibt, umso mehr seiner Inhaltsstoffe lösen sich daraus – das gilt auch für das Koffein. Nach einiger Zeit verändert sich die Menge des gelösten Koffeins zwar nicht mehr, doch eine beruhigende Wirkung kann daraus nicht abgeleitet werden. Außerdem schmeckt der Tee irgendwann ziemlich bitter und ist im Abfluss besser aufgehoben, als in deinem Magen.

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