Verdammt lang her ... Was du über Impfungen für Erwachsene wissen solltest

redaktion
von Redaktion, 27.10.2017

Impfungen sind – im wahrsten Sinne des Wortes – Kinderkram? Im Gegenteil: Bei Masern oder Keuchhusten zum Beispiel sind unter den Erkrankten immer mehr Erwachsene. Deswegen: Ab zum Doc!

Ach, was war es als Kind doch einfach: Das Brot bekam man von Mama geschmiert, die Klamotten ausgesucht und angezogen, und irgendwann wurde man zum Arzt zur Impfung geschleppt. Und heute? Schaut dich der Arzt an und fragt, ob du eigentlich gegen Meningokokken geimpft bist. Oder ob es an deinem Reiseziel Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis gibt. Mangowas? Spätherbstwie? Und wo überhaupt ist eigentlich dein Impfpass? Nun, das können wir dir nicht sagen – dafür aber alles andere, was du als Erwachsener über Impfungen wissen solltest.

Mach's noch einmal, Doc: Welche Impfungen müssen Erwachsene auffrischen?

Für die meisten gängigen Krankheiten erfolgt eine Grundimmunisierung per zweifacher Impfung im Kindesalter. Die gute Nachricht: Masern, Röteln oder Windpocken können dir nach dem Abschluss einer solchen Impfserie nichts mehr anhaben, du bleibst auch ohne Auffrischung immun. Das gilt ebenso, wenn du die jeweilige Krankheit schon durchlebt, um nicht zu sagen: durchlitten hast. Anders ist es bei diesen drei Krankheiten:

  • Tetanus
  • Diphterie
  • Keuchhusten

Hier ist eine vierteilige Impfung im Kindesalter nötig, die dann in der Regel vor dem Schulbeginn und in der Jugend jeweils einmal aufgefrischt wird. Als Erwachsener solltest du den Schutz alle zehn Jahre auffrischen lassen.

Praktischerweise gibt es diese Impfung in Kombination als Dreifachimpfung (Tdap-Impfung), du musst also nur einmal den kleinen Piks überstehen, nur einmal einen Termin machen, nur einmal bei der Arbeit fehlen, und bist gegen alle drei Krankheiten geschützt. Steht eine Reise in Risikogebiete an, gibt es auch eine Vierfachimpfung für Erwachsene. Dann ist auch der Schutz gegen Polio (Kinderlähmung) mit drin. Andernfalls genügt die Polio-Grundimmunisierung plus eine Auffrischung im jugendlichen Alter. Alle Kosten dafür werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen.

Impfungen für Erwachsene: Welchen Impfschutz auffrischen?
Die grundlegenden Impfungen gibt es im zeitsparenden Kombipack.

Spät übt sich: Diese Impfungen sollten Erwachsene frisch durchführen lassen

Wenn du nach 1970 geboren bist (vorher gab es kaum Impfungen, sodass fast jeder die entsprechenden Krankheiten gehabt hat und deshalb geschützt ist) und du nicht als Kind zweimal geimpft worden bist oder dein Impfstatus unklar ist, sollten diese Impfungen frisch durchgeführt werden:

  • Masern
  • Mumps
  • Röteln

Und schon einmal vormerken: Ab einem Alter von 60 Jahren sollten diese Impfungen hinzukommen:

  • Grippe (jährlich)
  • Pneumokkokken

Reisefieber und sonst nix: Diese Impfungen können zusätzlich sinnvoll sein

Ab in den Urlaub? Damit es nur beim Reisefieber bleibt, können zusätzliche Impfungen gegen diese Krankheiten und Erreger infrage kommen, wenn am Reiseziel Ansteckungsgefahr besteht:

  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine durch Zecken übertragene Erkrankung, die zu Gehirnentzündung führen kann
  • Hepatitis A+B: eine Lebererkrankung
  • Pneumokokken: Erreger, die schwere Erkrankungen an der Lunge auslösen können
  • Meningokokken C: Erreger, die eine Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung auslösen können
  • Influenza: Echte Grippe, die von Fieber, Schüttelfrost und Erbrechen begleitet sein kann

Impfungen für Erwachsene: Welchen Impfschutz auffrischen?
Richtig geimpft bringst du bestimmt tolle Erfahrungen vom Überseetrip mit – aber keine Tropenkrankheiten.

"Da gibt es jetzt 'ne App…": Hier bekommst du weitere Informationen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch- Institut hat alle Empfehlungen und Informationen rund um die Impfung in einer App zusammengefasst, die für Android und iOS zum kostenlosen Download bereitsteht. Darin findet sich auch ein Impf-Check, mit dem der Arzt deinen individuellen Impfstatus ermitteln und Lücken schließen kann.

Alle empfohlenen Impfungen je nach Alter zeigt das Robert-Koch- Institut außerdem übersichtlich in einem Poster, das man hier als PDF herunterladen kann. Diesen Impfkalender gibt es in insgesamt 20 Sprachen .

Noch einfacher ist es, wenn du dich von deiner Krankenkasse an eine fällige Impfung erinnern lässt. Bei der AOK geht das zum Beispiel mit dem AOK-Vorsorgemanager .

Zahlen statt alternativen Fakten: Nebenwirkungen von Impfungen

Impfungs-Dissen hat sich bei einigen Teilen der Bevölkerung mittlerweile zum Volkssport entwickelt. Und ja, eine Impfung hinterlässt an der Einstichstelle dann und wann eine Rötung oder Schwellung. Und manche Menschen fühlen sich nach der Impfung etwas erschöpft oder fiebrig, weil das Immunsystem aktiviert wird. Die Beschwerden sind aber in fast allen Fällen nach spätestens drei Tagen wieder abgeklungen.

Hier ist Vorsicht geboten

  • Schwangere: "So wenig Impfung wie möglich, aber so viel wie nötig" heißt die Faustregel für werdende Mütter. Impfungen mit Lebendimpfstoffen (Masern, Mumps und andere) sind für Schwangere nicht geeignet. Auch sollte man nach einer solchen Impfung drei Monate bis zur Schwangerschaft warten.
  • Akute Erkrankungen: Während oder unmittelbar nach einer schweren, behandlungsbedürftigen Erkrankung sollte man nicht zum Arzt rennen und nach der nächsten Impfung fragen. Ein leichter Infekt dagegen stellt kein Problem dar.

Nebenwirkungen dagegen treten statistisch nur in einem von über 1.000 Fällen auf. Meistens handelt es sich dabei um allergische Reaktionen der Haut oder in den Atemwegen. Noch seltener treten ernsthafte Komplikationen auf, zu denen zum Beispiel Erkrankungen des Nervensystems gehören.

Und Allergien? Eine schwere allergische Reaktion gegen einen Impfstoff tritt nur bei einem unter 300.00 Geimpften auf – und die ist in der Regel sofort oder in den ersten Minuten nach der Injektion sichtbar und kann entsprechend schnell behandelt werden.

Und was, fragen die Impfgegner, ist mit all denen, die sich nicht impfen lassen und dennoch ohne Erkrankung an Masern oder Polio durchs Leben gehen? Ganz einfach: Die werden nicht angesteckt – weil so gut wie alle anderen geimpft sind.

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