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Ein glücklicher Fahrradfahrer auf dem E-Bike

Von wegen faul – E-Biker strampeln mehr als gedacht

von Jasmin, 06.09.2018

E-Bikes und gesund? Kann doch gar nicht sein. Wer E-Bike fährt, verlässt sich doch eh nur auf den Eigenantrieb des motorisierten Zweirads, oder? Nicht ganz, wie eine neue Studie nun zeigt. Demnach sind Pedelec-Nutzer körperlich mindestens genauso fit wie reguläre Radfahrer.

Der Ruf des E-Bikes ist immer noch zweifelhaft: Gern wird es als „Mogelfahrrad“ verschrien, immerhin müsse man nicht strampeln, wenn man keine Lust mehr hat. Der Motor des elektrischen Zweirads springe im Notfall ein und sorge für die weitere Fortbewegung. Das gängige Vorurteil lautet, dass die E-Radler das Treten ganz sein lassen und sich rein von ihrem fahrbaren Untersatz à la Mofa durch die Gegend kutschieren lassen können. Die Realität sieht aber anders aus. Und das auch, weil E-Bike nicht gleich E-Bike ist.

E-Bike oder Pedelec?

Nicht jedes E-Bike ist überhaupt im Stande, seinen Fahrer komplett zu entlasten. Es gibt nämlich einen kleinen, aber feinen Unterschied in der Leistung der verschiedenen E-Bike-Typen.

Das Pedelec

Da gibt es einmal das Pedelec. Zwar wird der Begriff umgangssprachlich synonym zu E-Bike verwendet, technisch unterscheiden sich diese beiden Fahrzeuge aber deutlich. Das Pedelec kann mit einem Motor von maximal 250 Watt aufwarten. Das reicht, um den Fahrer mit ein wenig Schub zu unterstützen, nimmt ihm aber die eigene Strampel-Arbeit keineswegs ab: Die motorisierte Unterstützung funktioniert nur, wenn selbst getreten wird. Und sie hört bei 25 km/h auf – wer mit einem Pedelec schneller fahren will, schafft das nur mit Muskelkraft. Gesetzlich geht es daher auch noch als Fahrrad durch.

Das E-Bike

Das E-Bike dagegen wird laut Straßenverkehrsordnung zu den Mofas gezählt und darf einen Motor mit bis zu 500 Watt haben. Dadurch benötigt der Besitzer ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Mofa-Prüfbescheinigung. Zudem gilt die Helmpflicht, und ein richtiges E-Bike darf innerorts nicht auf Radwegen fahren. Das Kleinkraftrad bringt den Fahrer bei Bedarf durch reine Motorleistung an sein Ziel – zusätzliches Treten ist nicht zwingend notwendig.

Das Pedelec ist wesentlich häufiger auf deutschen Straßen vertreten als das Quasi-Mofa E-Bike. Und damit ist auch das Vorurteil der potenziellen Faulheit der elektrischen Radler entkräftet. Wie eine Pilotstudie eines Schweizer Forscherkollektivs der Universität Basel nun zeigt, sind die E-Biker durchschnittlich sogar fast fitter als ihr Gegenpart auf herkömmlichen Zweirädern.

[Da der Begriff E-Bike in der Schweizer Studie durchgängig verwendet wird, bleiben auch wir trotz des Definitionsunterschieds dabei. (Anm. d. Red.)]
E-Bike an seiner Tankstelle
Der Motor der weit verbreiteten Pedelecs nimmt dem Fahrer das Strampeln nicht komplett ab.

Drei Tage à sechs Kilometer pro Woche

… mussten die Studienteilnehmer bei dem Pilotprojekt absolvieren. Natürlich durfte es auch mehr als dieses Pensum sein, nur weniger war nicht erlaubt. Die Kurzzeit-Studie war auf vier Wochen angelegt und hatte eine spezielle Zielgruppe im Blick: Die 30 zufällig ausgewählten Teilnehmer mussten übergewichtig und untrainiert sein und dafür einen Body-Mass-Index zwischen 28 und 29 aufweisen, also an der Grenze zwischen leichtem und definitivem Übergewicht liegen.

Zu Beginn der Studie wurden alle Teilnehmer mit einem Lungenfunktionstest auf ihre Sauerstoffaufnahmekapazität untersucht. Die war bei dem Testlauf der ausschlaggebende Parameter, um die Ausdauer der Testpersonen – und somit auch ihre Fitness – zu bewerten. Zum Ende des vierwöchigen Testlaufs sollte erneut gemessen werden.

Während die eine Hälfte der Teilnehmer einen Monat lang mit einem normalen Fahrrad unterwegs war, fuhr die Vergleichsgruppe mit E-Bikes. Geschwindigkeit und Intensität des Trainings wurden zwar beobachtet, flossen aber nicht direkt in die Ergebnisse der Studie ein. Für die war ausschließlich die Einhaltung der festgelegten Mindestdistanz und der vereinbarten Häufigkeit wichtig. Und siehe da: Beim Lungenfunktionstest am Ende des Testzeitraums stellte sich heraus, dass die E-Biker ihre Sauerstoffaufnahmekapazität sogar etwas stärker verbessert hatten als die normalen Radfahrer. Ergo traten die E-Biker mindestens genauso intensiv in die Pedale wie ihre nicht motorisierten Kollegen.

E-Bike steigert Motivation

Tatsächlich tendierten die E-Biker sogar dazu, sich häufiger aufs Fahrrad zu schwingen als die Studienteilnehmer, die mit einem normalen Rad unterwegs waren. Dabei fuhren sie in der Regel auch weiter und legten mehr Höhenmeter zurück als die Vergleichsgruppe. Daraus schlossen die Forscher der Universität Basel, dass ein E-Bike durchaus zu mehr Strampel-Motivation beitragen kann.

Die freudige Konsequenz: Wer ein Bewegungspensum wie in der Studie dargestellt dauerhaft aufrechterhält, mindert laut der Universität Basel sein Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, signifikant. Auch ein stabilerer Blutdruck und ein angekurbelter Fettstoffwechsel sind drin.

Auch auf dem E-Bike wird fleißig geradelt
Fahrradfahrer sind nicht unbedingt fitter als die Nutzer eines Pedelecs.

Mobil trotz Einschränkungen – dank E-Bike

Und das Beste an der Sache: Das E-Bike stellt vor allem für jene eine Unterstützung bei alltäglicher Fitness dar, die sonst nur wenig Möglichkeit zu körperlicher Betätigung haben, etwa für Senioren oder Übergewichtige. Sie werden dadurch trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen wieder mobiler – unumstritten ein starker sozialer Faktor – und gleichzeitig auch gesünder.

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