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Vorbeugung ist alles: Was du über Malariaprophylaxe wissen solltest

von Jasmin, 28.08.2018

Malaria, auch Sumpffieber genannt, gehört zu den am weitesten verbreiteten Infektionskrankheiten der Welt. Eine Schutzimpfung existiert bisher noch nicht – und gegen Medikamente werden die Erreger zusehends resistenter. Wie kann man sich also noch vor Malaria schützen?

Fast eine halbe Million Menschen starben 2016 an den Folgen der Malaria, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO berichtet. Dabei infizieren sich nicht nur die Bewohner der typischen Verbreitungsgebiete mit Malaria, auch Abenteuer-Touristen erwischt es bei Backpacking-Trips immer wieder. Die Inkubationszeit liegt laut Robert-Koch-Institut zwischen sieben und 40 Tagen – Malaria wird von Touristen daher häufig erst bemerkt, wenn sie wieder zurück in ihrem Heimatland sind. Daher treten mittlerweile auch immer wieder Fälle des Sumpffiebers in Europa oder Nordamerika auf.

Die Infektionskrankheit kommt vor allem in feucht-warmen Regionen rund um den Erdball vor. In den äquatorialen Verbreitungsgebieten in Südostasien, Ozeanien, Afrika und Südamerika gehört Malaria sogar zu den häufigsten Todesursachen. Bei einem Urlaub in diesen Regionen ist also Vorsicht geboten. Eine Malaria- Impfung existiert bislang nicht, Medikamente für den Fall einer Infektion sind nicht überall verfügbar oder wirksam. Eine Malariaprophylaxe ist also umso wichtiger. In der Regel ist sie unkompliziert, dafür aber effektiv – reise also besser safe than sorry.

Beste Malariaprophylaxe? Stiche vermeiden – mit Expositionsprophylaxe

Klingt erst mal banal, ist aber essentiell: Bei der sogenannten Expositionsprophylaxe versuchst du, so wenig wie möglich mit Moskitos in Berührung zu kommen und so die folgenschweren Stiche zu vermeiden. Deshalb solltest du in einem Malaria-Gebiet die Fenster deiner Unterkunft möglichst nicht öffnen. Sollte sich das nicht vermeiden lassen, bring sehr feinmaschige Fliegengitter an. Außerdem solltest du immer unter einem Moskitonetz schlafen. Letzteres ist besonders wichtig, da die Mücken, die Malaria übertragen, meist nachtaktiv sind. Daher wird das Moskitonetz in vielen Unterkünften in betroffenen Ländern direkt zur Verfügung gestellt.

Malaria wird durch den Stich der Mückengattung Anopheles übertragen. Der weibliche Moskito trägt sogenannte Plasmodien in seinem Speichel und gibt diese bei einem Stich in den menschlichen Körper ab. Sie lösen die Malaria aus. Die Anopheles-Mücke ist mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen – sie misst gerade einmal sechs Millimeter. Bevor du versuchst herauszufinden, was für eine Mücke sich da gerade auf dir niedergelassen hat – verscheuche am besten alle Moskitos, die sich dir nähern. Dann bist du auf der sicheren Seite. Übrigens: Eine Krankheitsübertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Hältst du dich tagsüber in sumpfigen Gebieten auf, der Brutstätte der Moskitos, kann dich lange, helle Kleidung ebenfalls vor Malaria schützen. Auf hellen Stoffen kannst du Mücken schneller erkennen als auf dunkler Kleidung – und sie dann verscheuchen. Deine Kleidung sollte außerdem etwas weiter sein und nicht zu eng anliegen. Moskitos können nämlich auch durch den Stoff hindurch stechen. Weite Kleidung erschwert es den Insekten, die Haut zu erreichen.

Ein Mückenspray fungiert als zusätzlicher Malariaschutz. Trage es großzügig, aber immer nach Gebrauchsanweisung, auf deinen Körper auf. Du solltest dich allerdings nicht ausschließlich auf das chemische Repellent verlassen, sondern deine Haut grundsätzlich mit Kleidung bedecken. Doppelt hält bekanntlich besser.

Chemoprophylaxe: Malaria-Vorbeugung mit Medikamenten

Wer eine Reise in ein Malaria-Gebiet plant, sollte über eine sogenannte Chemoprophylaxe nachdenken, also die Einnahme von speziellen vorbeugenden Medikamenten. Sie können eine Malaria-Infektion zwar nicht verhindern, aber Krankheitserreger im Blut unschädlich machen. Welche Medikamente für die Malaria-Vorbeugung infrage kommen und ob eine solche Prophylaxe überhaupt sinnvoll ist, hängt von Reiseziel, Reisedauer und Jahreszeit hab. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit empfiehlt die Chemoprophylaxe insbesondere für Subsahara-Afrika sowie einige Gebiete in Ozeanien und Südamerika. Lass dich vor Reiseantritt von einem speziell ausgebildeten Hausarzt oder einem Tropenmediziner beraten. Die Spezialisten klären dich umfassend über Malaria auf und entwickeln gegebenenfalls einen individuellen Prophylaxe-Plan für dich.

Mücke sitze auf menschlicher Haut
Um einen Moskitostich zu vermeiden, sollte am besten lange, helle Kleidung getragen werden.

Malaria Standby-Notfallmedikamente

Zusätzlich zur Chemoprophylaxe klären dich Ärzte bei einer Beratung über sogenannte Standby-Notfallmedikamente auf. Diese Medikamente bekommst du vor Reiseantritt in einer Apotheke, allerdings nur auf ärztliche Anweisung mit Rezept. In der Regel werden sie nur verschrieben, sofern du in ein stark gefährdetes Malaria-Gebiet reist. Tropenmediziner können am besten abschätzen, ob die Mitnahme von Standby-Medikamenten in deinem individuellen Fall sinnvoll ist.

Solltest du dann auf deiner Reise oder zurück zu Hause Fieber bekommen (und die Wahrscheinlichkeit besteht, dass du von einer Anopheles-Mücke gestochen wurdest), können die Standby-Medikamente erste Hilfe leisten. Du solltest sie allerdings nur einnehmen, wenn es dir in den nächsten 24 Stunden (nach Einsetzen des Fiebers) nicht möglich ist, einen Arzt aufzusuchen. Kannst du in dieser Zeit einen Arzt erreichen, sollte dies immer deine erste Wahl sein.

Merk dir aber: Das Standby-Medikament ist keine alleinige Lösung, sondern nur eine Überbrückungsmaßnahme, um den ersten Ausbruch von Malaria in Schach zu halten. Der Gang zum Arzt ist und bleibt Pflicht. Je schneller du einen Mediziner aufsuchen kannst, desto besser stehen deine Heilungschancen. Malaria ist nämlich gut behandelbar, wenn sie früh erkannt wird, und verläuft nur unbehandelt und selten tödlich.

Bett mit Moskitonetz unter freiem Himmel
Ein feinmaschiges Moskitonetz gehört in Malaria-Verbreitungsgebieten zum Standard-Repertoire einer jeden guten Unterkunft.

Keine Panik – aber gesunde Vorsicht

Laut WHO infizierten sich 2016 ganze 216 Millionen Menschen mit Malaria. Gegenüber den Vorjahren geht die Zahl der Neuerkrankungen allerdings leicht zurück. Eine bessere medizinische Versorgung und konsequente Aufklärung über Schutzmaßnahmen in betroffenen Gebieten helfen, die Krankheit im Zaum zu halten.

Um diesen Trend fortzusetzen, ist die richtige Prophylaxe wichtig. Sie minimiert das Risiko einer Infektion – speziell auf Backpacking-Reisen durch äquatoriale Dschungelgebiete. Panik vor einer Reise in Malaria-Gebiete ist also nicht nötig. Gesunde Vorsicht und Vorbeugung sind der richtige Weg. So kannst du deinen Urlaub in den Tropen unbeschwert genießen.

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