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Frau dehnt sich vor dem Sport

Warum ein dicker Bauch gefährlicher ist als dicke Hüften

von Redaktion, 29.03.2018

Wenn die Hose auf Höhe der goldenen Mitte immer stärker zwickt, ist das nicht nur unangenehm, sondern auch bedenklich. Bauchfett ist gefährlich – und kann gesundheitliche Risiken mit sich bringen.

"Lieber ein bisschen zu viel als zu wenig”, lautete Großmutters Devise gerne, wenn es um das Gewicht der kindlichen Enkel ging. Dann wanderten noch ein oder zwei Kekse mehr in den Mund von Omas Liebling. Die hatte mit ihrer Volksweisheit aber nur begrenzt Recht. Denn zu viel des Guten ist eben doch nicht so gut. Besonders nicht, wenn es um die Körpermitte geht.


Setzt sich im Bauchbereich zu viel Speck ab, kann das langfristig gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Prof. Dr. med. Martin Halle, Professor für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin, hat mit seinen Forschungskollegen an der TU München herausgefunden, ab wann Bauchfett als gefährlich eingestuft werden sollte.


Wie unter anderem das Portal „Fit for fun“ berichtet, rückten die Mediziner dabei von der bewährten Methode der BMI-Ermittlung ab und setzten stattdessen den Bauchumfang – gemessen in Zentimetern – in den Fokus. Dabei gilt: Als Frau sollte der Umfang deines Bauchs weniger als 80 Zentimeter messen, beim Mann sollten es weniger als 94 Zentimeter sein. Die Ärzte errechneten diese Werte für den Taillenumfang, nicht für den Unterbauch. Tatsächlich stellten sich ein paar Pfunde zu viel auf den Hüften als weit weniger bedenklich heraus als Rettungsringe ein wenig weiter nördlich.

Warum Bauchfett so gefährlich ist

Wie, Reiterhosen sind ok, aber ein Volleyball-Bauch nicht? Klingt komisch, ist aber so. Hüftgold soll laut den Münchner Forschern schlechte Fettsäuren binden– und schützt damit Leber und Nieren. Bauchfett hingegen setzt genau diese schlechten Fettsäuren frei, ebenso wie entzündungsfördernde Hormone und belastet so das Herz-Kreislauf-System. Ein Bierbäuchlein entpuppt sich als Förderer von Bluthochdruck, Schlaganfällen, Diabetes und Herzinfarkten.

Damit aber noch lange nicht genug. Eine stolze Kugel deutet nämlich auch auf verstecktes inneres Fett hin. Je länger das Maßband um die goldene Mitte reicht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Organe belastet sind. Sogenanntes Viszeralfett lagert sich zwischen Darmschlingen, Magen, Leber und Nieren ab und beeinträchtigt die Organe in ihren Funktionen. Viszeralfett findet sich bei jedem Menschen, auch bei dünnen, und kann selbst bei ihnen zu hohe Werte erreichen.

Der Bauch einer Frau
Ein flacher Bauch ist mehr als nur Mode. Er sorgt auch für ein gutes Körpergefühl und fungiert als Indikator für ganzheitliche Gesundheit.

Werte ermitteln – was ist normal?

Ganz davon abgesehen, dass deine Alarmglocken sicherlich läuten, wenn deine Lieblingsjeans nicht mehr passt – ab und an auf die Waage stellen war noch nie verkehrt, auch nicht zu Großmutters Zeiten. Bist du dir dennoch unsicher, ob dein Bauch schon etwas zu umfangreich geworden ist, hilft ein ganz simples Testwerkzeug: das Maßband. Atme normal aus, lass den Körper locker und setze das Band auf Höhe des Bauchnabels an. Tada – dein Ergebnis ist sofort ersichtlich. Zur Erinnerung: Bei Frauen sollte der Wert unter 80 Zentimetern liegen, beim Mann unter 94 Zentimetern.

Ein wenig schwieriger wird es, wenn du das Viszeralfett messen willst. Das lässt sich von außen nicht ermitteln. Auch deine Figur sagt nicht unbedingt etwas über den tatsächlichen Wert aus. Dabei helfen nur spezielle Fett- und Körperanalysewaagen. Die findest du in gut ausgestatteten Arztpraxen, bei Sportmedizinern oder in Fitnessstudios.

Ein Wert von null bis zwölf Prozent Viszeralfettanteil liegt im Normalbereich, ab zwölf bis zum Maximalwert 60 liegt ein Übermaß vor. Das gilt für Männer wie auch für Frauen. Im Fall der Fälle muss dringend etwas gegen das Organfett getan werden.

Bauch- und Viszeralfett reduzieren

Apropos Fitnessstudio. Sport und eine gesunde Ernährung sind so ziemlich die einzigen Möglichkeiten, Viszeralfett loszuwerden. Cardio-Sportarten eignen sich hier besonders gut. Ein ausgewogener Speiseplan unterstützt den Fettabbau dabei erheblich. Wer mehr Kalorien verbraucht, als er am Tag zu sich nimmt, rückt lästigem Bauchfett schnell zu Leibe. In der Regel schmilzt Winterspeck, der sich einfach nur unter der Haut ansammelt, so nämlich am schnellsten. Dann passt auch die liebste Jeans bald wieder.

Lass dich aber nicht von einem flachen Bauch täuschen: Auch wenn du schlank bist, aber gerne industriell gefertigte Lebensmittel mit viel Zucker verzehrst, kann dein Viszeralfett-Wert zu hoch sein. Kläre das gegebenenfalls mit einem Arzt ab. Versuch es sicherheitshalber auch einfach mal mit ein bisschen Clean Eating anstelle der Tiefkühlpizza. Das steigert nicht nur dein allgemeines Wohlbefinden, sondern senkt auch das Risiko, an Bluthochdruck oder Diabetes zu erkranken. Und wenn du dann selber mal Enkelkinder hast, gibst du ihnen anstelle von Keksen besser Äpfel. Von denen ist nämlich etwas zu viel wirklich besser als zu wenig.

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