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Was passiert beim Fingerknacken? Forscher liefern neue Erkenntnisse

von Jasmin, 16.05.2018

Für manch einen ist es entspannend, für andere ist allein das Geräusch der pure Horror: Fingerknacken. Warum Finger überhaupt knacken, wollen nun Mathematiker herausgefunden haben.

Was genau passiert, wenn Fingergelenke knacken, war in der Wissenschaft lange umstritten. Einzig, dass die Gelenke bei dem Prozess auseinandergezogen werden, galt als sicher. Nun haben zwei Forscher von der Stanford University in Kalifornien und dem École Polytechnique in Palaiseau (Frankreich) eine neue Studie in der Fachzeitschrift Scientific Reports vorgestellt, die erklären soll, was genau beim Fingerknacken passiert.

Fingerknacken mathematisch betrachtet

Die beiden Wissenschaftler Chandran Suja und Abdul Barakat gingen dem Knackgeräusch mathematisch auf den Grund. Mittels eines von ihnen ausgearbeiteten 2D-Modells und einer komplexen Berechnung belegten sie die beliebte These, dass kleine Gasbläschen in der Synovia-Flüssigkeit zwischen den Gelenkknochen das Geräusch verursachen. Beim Auseinanderziehen der Gelenke löse sich CO2-Gas aus der gelartigen Masse, der Druck im Inneren steige, woraufhin die Bläschen platzten und ploppten. Das Prinzip gleiche einer frischen Flasche Cola, die zum ersten Mal aufgeschraubt wird. Und genau das produziere das Knack-Geräusch.

Das kann übrigens ziemlich laut werden. Bis zu 83 Dezibel maßen die Wissenschaftler bei ihren Versuchsreihen. Ab 80 Dezibel gilt ein Geräusch als laut und gleicht ungefähr dem Lärmpegel einer hitzigen Diskussion in großer Runde. Kein Wunder also, dass manche Menschen den kurzen Knack nicht gerne hören. Zudem halten sich auch noch hartnäckig Gerüchte, Fingerknacken sei schlecht für die Gelenke.

Junge Frau knackt mit den Fingern
Mit den Fingern knacken verschafft vielen Menschen Erleichterung. Bei anderen stellen sich dagegen die Haare im Nacken auf, wenn sie nur an das Geräusch denken.

Schaden durch Fingerknacken?

Auf die relativ alte Frage, ob Fingerknacken schädlich ist oder nicht, gibt die aktuelle Studie mit ihren Erkenntnissen keine Antworten. Rheumatologen der Charité Berlin warnten einst, Dauerknacker würden irgendwann ihre Gelenke lockern und damit vorzeitigen Verschleiß fördern. Orthopäden gaben daraufhin aber Entwarnung: Bisher gäbe es keine zuverlässigen Studien oder wissenschaftliche Erkenntnisse zur These der Rheumatologen.

Hier gilt dann das Ausschlussverfahren: Wäre Fingerknacken wirklich so schädlich, dass es Arthrose oder Rheuma begünstigen oder gar hervorrufen könnte, hätten Ärzte diesen Zusammenhang bereits klar bemerkt, heißt es aus dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Schließlich wurde das Phänomen erstmals 1947 einem Röntgentest unterzogen. Seitdem zeigen vergleichende Untersuchungen immer wieder, dass Fingerknacken per se weder gesund noch ungesund ist.

Wem das Ploppen der Gelenke also gut tut und in Stresssituationen Linderung verschafft, der muss sich nicht dazu zwingen, mit dem Fingerknacken aufzuhören. Lediglich dem sozialen Umfeld könnte die ständige Knackerei schaden – denn das Geräusch polarisiert und ruft neben Liebhabern auch entschiedene Gegner auf den Plan.

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