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Junge Frau frisst sich mit Junkfood voll

Wenn emotionaler Stress Fressorgien verursacht: Das kannst du tun

von Redaktion, 09.05.2018

In Stresssituationen kann eine Tafel Schokolade Balsam für die Seele sein. Eine Dosis Zucker beruhigt die Nerven. Warum ist das so? Und wann wird emotionales Essen – oder Frustessen – zum Problem?

Bestimmt kannst du dich daran erinnern, wie du dich zu Schul- oder Unizeiten auf eine stressige Prüfung vorbereiten musstest und während des Lernens Unmengen an Süßigkeiten in dich hineingestopft hast. Oder bei Liebeskummer schon einmal den 500-Milliliter-Eisbecher und die Familienpackung Chips vor dem Fernseher verschlungen hast.

Allein bist du damit nicht! Denn viele Menschen essen häufiger mal bei Stress oder Frust. Aber warum ist das so? Was führt bei manchen Menschen zu emotionalem Essen oder Frustessen, während andere bei Kummer keinen Bissen runterkriegen? Und wie lässt sich dieses Essverhalten kontrollieren?

Gebt dem Affen Zucker: Darum essen wir in Stresssituationen

Forscher vermuten, dass der Ursprung dieses Handelns in unserer Kindheit verankert sein könnte. Was tröstete über kleine Wehwehchen oder lange Autofahrten hinweg? Was belohnte für gute Schulnoten? Genau, Schokolade, Bonbons und Co.!

Wenn du als Kind also häufig Süßkram in emotionalen Situationen bekommen hast, kann es sein, dass du das als eine Art Lernprozess verinnerlicht hast, der auch im Erwachsenenalter noch zum Tragen kommt, wenn du gestresst oder gefrustet bist. Wissenschaftlich ausreichend belegt ist diese Annahme allerdings noch nicht.

Was aber als bewiesen gilt: Salzige, zuckerhaltige und fettreiche Lebensmittel wie Chips, Schokolade oder Pizza sorgen für eine vermehrte Ausschüttung der Botenstoffe Serotonin und Dopamin – das sind sogenannte Glückshormone. Diese aktivieren das Belohnungszentrum im Gehirn und auf einmal wirkt alles gar nicht mehr so düster und ausweglos. Süßigkeiten und Fast Food können bis zu einem gewissen Grad dazu beitragen, dass uns unsere Sorgen und Probleme weniger groß und schlimm erscheinen. Dabei handelt es sich um einen ähnlichen Belohnungseffekt, den auch Drogen und andere Suchtmittel im Körper erzeugen.

Pärchen füttert sich gegenseitig mit Zuckerwatte
Sweets for my sweet: Zucker erhöht die Ausschüttung von Dopamin und aktiviert so das Belohnungszentrum im Gehirn.

Wann wird emotionales Essen problematisch?

Und genau hier liegt das Problem: Auch emotionales Essen oder Frustessen kann wie der Konsum von Suchtmitteln unkontrollierte Ausmaße annehmen. Solange du dich in der Regel ausgewogen und gesund ernährst und dich ausreichend bewegst, steckt dein Körper die zusätzlichen Kalorien bei gelegentlichen Fressorgien locker weg. Gefährlich wird es, wenn du das Gespür dafür verlierst und bei jeder kleinsten Stresssituation fettige und zuckerreiche Lebensmittel konsumierst.

Vor allem bei chronischer Stressbelastung drohen dann auf längere Sicht Übergewicht, ein Nährstoffmangel oder andere gesundheitliche Probleme. Möglich ist auch, dass sich das emotionale Essen oder Frustessen zu einer Essstörung auswächst. In einem solchen Fall solltest du dir unbedingt professionelle Hilfe suchen und einen Arzt oder Therapeuten konsultieren.

Hunger vs. Appetit

Damit es gar nicht erst so weit kommt, kann es helfen, wenn du ein Gespür für deinen Körper bekommst und zwischen Hunger, Appetit und Sättigungsgefühl zu unterscheiden weißt.

Bewusstes und langsameres Essen ist ein Schlüssel dazu: Versuche das Kauen, Schlucken und generell den gesamten Vorgang der Nahrungsaufnahme klar und deutlich wahrzunehmen, anstatt eine Mahlzeit schnell hinunterzuschlingen. So realisierst du auch viel besser, wie echter Hunger gestillt wird und nach und nach ein wohliges Gefühl der Sättigung einsetzt.

Frau greift beim Arbeiten zu Süßigkeiten
Außer dem Griff ins Naschglas gibt es auch andere Dinge, die du zur Stressbewältigung tun kannst.

Statt Pizza, Chips und Süßigkeiten: Alternativen finden

Auch wenn du zwischen Hunger und Appetit unterscheiden kannst, wird es dich in Stress- oder Frustsituationen weiterhin nach Süßem oder Fettigem gelüsten. Einfach abstellen lässt sich das emotionale Essen leider nicht. Helfen kann es aber, wenn du dir eine Alternative suchst, um solche Situationen zu bewältigen.

Einigen Menschen nützt es, während der Arbeit einen Spaziergang um den Block zu machen, wenn das neue Projekt zu stressig wird oder der Chef Sie zu sehr aufregt. Andere Leute rufen bei Liebeskummer ihre engsten Freunde an und telefonieren stundenlang mit ihnen. Auch Yoga, andere sportliche Aktivitäten, Lesen, Stricken, ein heißes Bad oder Ausgehen bzw. unter Menschen gehen können das emotionale Essen kompensieren. Wenn du die richtige Alternative als Ausgleich für dich gefunden hast, wirst du merken, wie dich selbst der saftigste Burger und die süßeste Torte in Stresssituationen kaltlassen, wenn du gesättigt bist. 

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