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Porträt von Berufscoach Matthias Mauser

Brett vorm Kopf? Wie Berufscoach Matthias für Durchblick sorgt

von Sirany, 02.02.2018

Manchmal siehst du im Karrieredschungel den Weg vor lauter Möglichkeiten nicht mehr. Reicht ein Kurswechsel oder braucht es einen Neuanfang? Hier kann ein Berufscoach wie Matthias helfen.

Matthias Mauser hat schon so einige interessante Stationen durchlaufen: Nach seinem Studium der Literaturwissenschaften machte er plötzlich etwas völlig Anderes. Er landete „eher zufällig“ beim Headhunting und wurde letztendlich Personalleiter bei Kelly Services. Der US-amerikanische Personaldienstleister hat seine deutsche Zentrale in Hamburg, wo auch Matthias beschäftigt war. Vor einigen Monaten hat der 35-Jährige sich für eine berufliche Veränderung entschieden: Er will in Zukunft als freier Berufscoach arbeiten. Die Qualifizierung dafür hat Matthias während seiner Zeit bei Kelly Services in sechs Semestern im berufsbegleitenden Masterstudiengang „Kunstanaloges Coaching“ an der Medical School Hamburg erlangt.

Für den Berufscoach unverzichtbar: Interesse an Menschen

Von den Literaturwissenschaften zum Coaching – wie kommt es zu so einem Wandel? Oder besser: Was verbindet die beiden auf den ersten Blick so ungleichen Bereiche miteinander? „Ich sehe die Parallele darin, dass beides, Literatur und Coaching, einen tiefen Einblick in das innere und äußere Leben anderer Menschen ermöglicht“, sagt Matthias. Die Neugier auf Leute, herauszufinden, was sie motiviert, ist für ihn einer der größten Reize an seinem Job. Denn viele Arbeitnehmer stellen sich irgendwann im Leben die Fragen: Wo soll es beruflich hingehen? Habe ich den richtigen Job gewählt? Ist das schon alles oder gibt es da etwas, das mich mehr erfüllen würde? Sehnsucht, Sinnkrise oder Stagnation – Matthias‘ Aufgabe ist es, die Gründe für Unzufriedenheit im Beruf in den Sitzungen mit seinen Kunden zu ergründen.

Er betont, dass es dabei nicht darum geht, konkrete Vorschläge zu machen. „Man gibt keinen Rat, sondern unterstützt die Person dabei, ihre eigene Lösung zu finden.“ Eine klassische Sitzung sieht daher in etwa so aus: Beim Joining wird zunächst das Anliegen geklärt. Durch die Art seiner Fragestellungen versucht der Coach anschließend, Veränderungen herbeizuführen und durch das sogenannte Reframing der aktuellen Situation einen neuen Rahmen zu geben.

Mit künstlerischen Aufgaben zur Problemlösung

Bei Matthias, der das kunstanaloge Coaching gelernt hat, kommt in manchen Fällen noch eine kreative Komponente bei der Session hinzu. Nachdem das Anliegen mit dem Kunden besprochen wurde, bekommt dieser, wenn es passt, eine kleine künstlerische Aufgabe. Allerdings keine Lektion in der Art: Hier ist ein Blatt Papier, male etwas! „Solch eine Herangehensweise blockiert nur“, erklärt Matthias. Stattdessen könnte die Aufgabe folgendermaßen aussehen: Baue innerhalb von fünf Minuten eine Skulptur aus den Materialien, die dir auf dem Schreibtisch zur Verfügung stehen (Büroklammern, Radiergummi etc.) zum Thema „Freiheit“. Es könnte auch um einen anderen abstrakten Begriff wie „Zerrissenheit“ oder „Kontraste“ gehen.

Wichtig bei der anschließenden Auswertung ist: „Es geht nicht ums Psychologisieren: Du hast eine geschwungene Linie gemalt und das bedeutet Folgendes.“ Stattdessen wird der Schaffensprozess analysiert. Was war schwer? Was lief gut? Und wie lässt sich die Gestaltbarkeit der Kunst auf das eigene Leben übertragen? Als Coach betreibt er allerdings keine Ursachenforschung wie ein Therapeut. Sobald sich psychische Probleme wie Angststörungen beim Kunden herauskristallisieren, verweist er sie an einen erfahrenen Psychiater.

Hirte mit Schafherde in den Bergen
Vom Personalberater zum Schafhirten: Nicht immer kommt nach der Sitzung beim Berufscoach der große Lebenswandel – aber manchmal eben doch.

Manchmal ist Schafehüten in Norwegen der Ausweg

Während seiner Zeit bei Kelly Services hat Matthias in seiner Rolle als Personalleiter viel mit jungen Führungskräften ab Mitte 20 zu tun gehabt. „Gerade mit ihnen kann man super arbeiten.“ Denn für diese Altersgruppe stehe vielmehr das Warum, also der Sinn und die Gestaltung der Arbeit, im Vordergrund, nicht allein die Zielsetzung. Die großen Life Changer sind ihm in seiner beruflichen Laufbahn allerdings eher selten untergekommen: „Die meisten Menschen wollen bestimmte Potenziale neu entdecken.“ Doch es geht auch anders: Eine Kundin habe vorher Facharbeiter rekrutiert und wollte eigentlich nur eine neue Position innerhalb der Firma – doch dann habe sie sich für ein Sabbatical entschieden, um Schafe in Norwegen zu hüten.

Hilfe vom Coach für Berufseinsteiger: Ist das sinnvoll?

Obwohl er schon viele junge Führungskräfte beraten hat, hält Matthias es nur für bedingt sinnvoll, als Berufseinsteiger ohne Orientierung einen Coach zu Rate zu ziehen. „Ich glaube, dass Coaching in Orientierungsfragen helfen kann, aber man muss eine Vergleichsrealität haben.“ Berufseinsteiger sollten seiner Meinung nach einfach den Mut haben, in den ersten Jahren Dinge auszuprobieren. Dann haben sie erste Erfahrungen gesammelt, um sie zu vergleichen, und können im Zweifelsfall (mit einem Berufscoach) nachjustieren. Spezielle Beratungen für Berufseinsteiger werden dennoch angeboten. Allerdings legen sie den Fokus auf den Bewerbungsprozess, etwa die Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch.

Wer mit dem Gedanken spielt, selbst eine Ausbildung zum Berufscoach zu machen, dem rät Matthias, auf seriöse Angebote zu achten. „Jeder kann sich Coach nennen, das ist kein geschützter Begriff.“ Deshalb sei es umso wichtiger, eine solide Ausbildung zu machen.

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