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A Few Good Friends
Eine Initiative der
Reisefotografin Carolin Thiersch lässig im Schneidersitz mit Sneakern auf der Couch

Carolin ist Reisefotografin – und gibt Einblicke in ihren Traumberuf

von Jasmin, 03.07.2018

Carolin liebt, was sie tut. Kein Wunder, ihr Job bringt sie immerhin in die schönsten Ecken der Welt. Dennoch ist das Leben als Reisefotografin nicht immer einfach.

Einmal für lau um den Erdball fliegen, ein paar nette Fotos knipsen, diese dann an Magazine verkaufen und für wenig Arbeit praktisch in Geld schwimmen – Reisefotografen haben doch einen Traumjob, oder? Ganz so einfach ist es offenbar nicht. Dass Fotografen ihre Gage quasi hinterhergeschmissen bekommen, ist für Carolin ein Vorurteil, dass vielleicht in den frühen 1990ern noch der Wahrheit entsprach.

Heute sind die Männer und Frauen hinter der Kamera nicht mehr die gefeierten Rockstars, sondern müssen sich durchbeißen wie alle anderen Selbstständigen auch. Carolin weiß, wie hart das Business sein kann – und wie weit der Weg zum Erfolg ist. Trotzdem würde sie ihren Job auf keinen Fall tauschen wollen.

Während die 42-Jährige mit mir per WhatsApp telefoniert, befindet sie sich auf der anderen Seite der Erde – auf Hawaii. Dort entdeckt sie Land und Leute, saugt wissensdurstig die verschiedensten Eindrücke in sich auf und lässt ihre Emotionen in ihre Artikel und Bilder fließen. Und genau das, sagt sie, macht ihren Job aus. „Fotografieren war schon immer mein Hobby. Mein Vater hatte früher so eine Art kleines, privates Studio zu Hause, da bin ich von Kindesbeinen an mit der Fotografie in Berührung gekommen“, erzählt die Wahl-Hamburgerin mit viel Begeisterung.

Eigentlich hatte sie BWL studiert und nach dem Abschluss bei einem deutschen Reise-Großkonzern gearbeitet. Aber die Leidenschaft für die Fotografie konnte Carolin auch dort nie verbergen. 2010 fasste sie dann den Mut, ihr Hobby zum Beruf zu machen.

Ein traumhafter Strand in Frankreich
Traumhafte Anblicke wie dieses Naturparadies in der Bretagne gehören zu Carolins Arbeitsumfeld.

Wichtig ist vor allem das Gefühl für Perspektive und Licht

Gerade mal ein halbes Jahr verbrachte Carolin damit, einer professionellen Fotografin zu assistieren. Dann reiste sie nach Australien und versuchte dort, ihr neu gewonnenes Wissen zu vertiefen. „Ich hab dort stundenlang vor einem Baum gesessen und genau beobachtet, wie sich das Licht im Laufe des Tages ändert. Klar kann man in Büchern und durch Internet-Tutorials viel über Fotografie lernen, aber ohne ein gewisses Gefühl für Perspektive und Licht kommt man damit nicht weit“, erklärt sie. Carolin spricht hier von dem, was viele einfach nur als „Auge“ bezeichnen – ein Gefühl dafür, was ein Bild ausmacht und wie ein Motiv wirkt.

Besonders in Carolins Tätigkeitsbereichen – Event- und Reisefotografie – ist ein gutes Auge wichtig. Denn hier entscheiden nur Bruchteile von Sekunden über ein gutes oder ein schlechtes Foto. Und damit das Motiv zusätzlich nicht verkrampft, künstlich oder gestellt wirkt, ist jede Menge Feingefühl nötig. „Die menschliche Komponente ist einer der wichtigsten Aspekte an meinem Beruf. Ich möchte Menschen mit meinen Bildern glücklich machen – und möchte selbst auch glücklich sein, wenn ich ihr Lächeln sehe.“

Zwei junge Bären in freier Natur
Auf ihren Reisen wandert Carolin viel – und wir auch mal mit einzigartigen Anblicken, wie diesen süßen Bärenkindern in Kanada, belohnt.

Kein Jet-Set, dafür viel Arbeit

Für ihren Job fährt die Fotografin auf Events in ganz Deutschland – und düst für Publikationen in Reisemagazinen sogar um den ganzen Erdball. Dabei geht es aber „nicht immer glamourös“ zu, wie sie es nennt. Zwar werden ihre Reisen meist von Tourismusverbänden bezahlt, sofern die Fotografin eine Kooperation mit einem Magazin nachweisen kann, deswegen gastiert sie aber nicht immer in einem Luxushotel und sonnt sich nur am Pool. „Klar ist auch mal eine High-Class-Reise in einem tollen Hotel drin. Aber für viele andere Fotos stehe ich noch vor Sonnenaufgang auf, wandere durch den Dschungel oder bin den ganzen Tag auf den Beinen. Auch Events dauern manchmal 15 bis 16 Stunden. Danach bin ich richtig k.o.“, erklärt Carolin.

Carolin Thiersch ist professionelle Event- und Reisefotografin. Ihre Bilder lassen sich auf www.thiersch.com und http://travel.thiersch.com begutachten.

Und damit ist noch nicht Schluss. Immerhin muss sie möglichst zeitnah ihre Dateien verwalten, muss Fotos vorselektieren, Notizen bereithalten, viel Zeit am PC mit Bearbeitungsprogrammen verbringen, alles korrekt abspeichern und weiterleiten. Was sich erst mal nach wenig Aufwand anhört, ist letzten Endes eine sehr zeitintensive Arbeit. „Ich fotografiere nicht nur, sondern schreibe auch den Text für einen Artikel. Ein Reisebericht lebt von Gerüchen, Gefühlen und Menschen. Da muss ich nicht nur hinter der Kamera einen guten Job machen, sondern auch danach noch.“

Trotzdem fühlt sich Carolin in ihrem Beruf glücklich, frei und kreativ. Sie ist dankbar für all die Chancen, fremde Länder, Kulturen und Menschen kennenlernen zu können – und sicherlich gibt es auch Schlimmeres, als für die Arbeit mit einem Helikopter an einen Strand fliegen zu dürfen, an dem glühende Lava ins offene Meer fließt. Ein langweiliger Arbeitstag wird das zumindest nicht.

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