menu
A Few Good Friends
Eine Initiative der
Notizen auf verschiedenen Zetteln machen

Back to school: Darum ist es nie zu spät, eine neue Sprache zu lernen

von Sirany, 18.07.2018

Mit dem Alter nimmt das Vermögen ab, eine neue Sprache zu erlernen. Aber soll ich es nur deswegen erst gar nicht mehr versuchen? Denn die Bedingungen sind jetzt sogar besser als in der Schulzeit.

Vor Kurzem habe ich ein altes Freundebuch von mir gefunden, in das ich ebenfalls reingeschrieben hatte. Unter anderem galt es, folgende Frage zu beantworten: “Was ist das Beste an der Schulzeit?“ Meine Antwort: “Wenn sie vorbei ist.“ Und daran hat sich auch bis heute nichts geändert. Menschen, die die Schulzeit als die “schönste Zeit ihres Lebens“ bezeichnen, haben entweder nie (richtig) studiert oder müssen es wohl mögen, wenn ihnen Uhrzeiten, Lerninhalte und Aufgaben fest vorgeschrieben werden.

Und trotzdem gehe ich jetzt wieder zur Schule. Zur Volkshochschule. An der VHS habe ich mich für einen Thailändisch-Sprachkurs angemeldet und sitze dort nun jeden Mittwochabend nach der Arbeit mit einer bunt durchmischten Truppe, die versucht, ein Wort in fünf unterschiedlichen Tonlagen auszusprechen, weil es dadurch unterschiedliche Bedeutungen bekommt.

Unbeholfen formulieren wir erste Sätze über das Wetter, unser Befinden oder unsere Herkunft. Wir machen brav unsere Hausaufgaben und schämen uns nicht dafür, vor der “Klasse“ zu sprechen oder Sätze vorzulesen. Und: Wir investieren wertvolle freie Zeit dafür, die wir auch mit anderen Dingen füllen könnten.

Als Schüler wäre das undenkbar für mich gewesen: Ich habe nicht mehr Zeit als nötig in die Schule gesteckt, fand lautes Vorlesen affig und habe nur die Hausaufgaben gemacht, die mir schnell von der Hand gingen, und den Rest abgeschrieben.

Natürlich, ich habe Geld für den Kurs bezahlt und will auch aus diesem Grund möglichst wenige Stunden verpassen. Den großen Unterschied zur Schulzeit aber macht wohl eher die intrinsische Motivation aus, die mich dazu bewegt, eine neue Sprache zu lernen. Ich weiß, dass es mich noch häufiger nach Thailand verschlagen wird, und ich möchte den Menschen und der Kultur näherkommen, indem ich mich verständigen kann.

Warum ich mir das nicht schon viel früher überlegt habe? Vielleicht hat es erst ein paar Jahre Pause und Abstand gebraucht – von der Schulzeit, vom Studium –, damit mein Wissensdurst wieder vorhanden ist und gestillt werden will. Auf jeden Fall sind die Voraussetzungen jetzt besser als in der Schule, denn ich habe richtig Bock!

Ich weiß aber auch, dass ich durch den Besuch eines VHS-Kurses wohl niemals so gut Thai sprechen werde wie ein Muttersprachler. Dieser Zug ist abgefahren. Den Anspruch habe ich aber auch gar nicht. Ich will die Sprache nicht perfekt beherrschen, sondern möchte in erster Linie in der Lage sein, durch sie kommunizieren zu können. Ganz ohne Leistungs- und Notendruck. Und wenn man mit dieser Erwartung und diesem Ziel an das Vorhaben rangeht, ist es nie zu spät, eine neue Sprache zu lernen – egal, ob mit 30, 50 oder 70 Jahren.

Wie hat dir der Artikel gefallen?
0
1
×

Einwilligungserklärung für die Nutzung der Social Media Plugins

Für die Nutzung von Social-Media-Dienstangeboten diverser Unternehmen stellen wir Ihnen Social-Media-PlugIns zur Verfügung. Diese werden in einem 2-Klick-Verfahren auf den Online-Angeboten der AOK eingebunden. Die AOK erfasst selbst keinerlei personenbezogenen Daten oder über deren Nutzung mittels der Social PlugIns. Über diese PlugIns können jedoch Daten, auch personenbezogene Daten, an die US-amerikanischen Diensteanbieter gesendet und gegebenenfalls von diesen genutzt werden. Das hier eingesetzte Verfahren sorgt dafür, dass zunächst keine personenbezogenen Daten an die Anbieter der einzelnen Social-Media-PlugIns weitergegeben werden, wenn Sie unser Online-Angebot nutzen. Erst wenn Sie eines der Social-Media-PlugIns anklicken, können Daten an die Dienstanbieter übertragen und durch diese gespeichert bzw. verarbeitet werden.

close