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A Few Good Friends
Eine Initiative der
Kickertisch

Zwei Paar Schuhe: Wieso ich Arbeit und Freizeit klar voneinander trenne

von Sirany, 03.05.2018

Freizeit ist, wenn ich Feierabend habe. Und den verbringe ich lieber mit Freunden als mit Kollegen. Da können mich auch keine Teamabende, Firmenaktivitäten oder -angebote locken.

Unternehmen versuchen, ihre Mitarbeiter zu ködern: mit firmeneigenen Fitnessstudios, Massagen, Entspannungsräumen, Kickertischen, Tischtennisplatten und Bällebädern. Aber mich kriegt ihr nicht! Denn letztendlich ist der Sinn dahinter doch, Arbeit und Freizeit miteinander zu verschmelzen. Die Mitarbeiter sollen sich so pudelwohl fühlen, dass sie gar nicht mehr das Bedürfnis haben, nach Hause zu gehen, weil sie im Büro nichts aus ihrem Freizeitleben vermissen.

Und so werden aus Kollegen mit der Zeit Freunde. Wenn das nicht schon passiert, weil sie sich regelmäßig ein Tischtennis-Match liefern oder nebeneinander liegen, während ein Masseur sie durchknetet, dann spätestens beim Teamabend, der Firmenfeier oder der Teambuilding-Maßnahme im Hochseilgarten. Freizeitaktivitäten bei der Arbeit? Check! Angebote zum Abschalten? Check! Crewlove? Check!

Für manche Arbeitnehmer mag dieses Szenario vielleicht erstrebenswert sein, für mich ist es das nicht. Warum? Weil ich weiß, dass ich in einer solchen Arbeits-Freizeit-Zwischenwelt niemals wirklich abschalten könnte. Selbst wenn ich mich im Fitnessraum auf dem Stepper verausgabe, hätte ich stets im Hinterkopf, dass ich mich immer noch im Arbeitsumfeld befinde. Wenn der Ball nach Feierabend über den Kickertisch im Aufenthaltsraum rollt, wüsste ich weiterhin, dass es die Büroräumlichkeiten sind. Und das würde diesen Aktivitäten einen bitteren Beigeschmack geben.

Wenn ich Lust auf Bewegung und Workout habe, gehe ich in meinen Sportverein. Habe ich Bock zu kickern, rufe ich meine Freunde an und verabrede mich mit ihnen in der Kneipe. Das ist ungezwungen und ich fühle mich frei und losgelöst von der Arbeit. Wer im Job stets auf Abruf steht, und das tut man, indem man einen Teil seiner Freizeit ins Büro verlagert, läuft Gefahr, nicht mehr zwischen Leben und Arbeit unterscheiden zu können, weil die nötige Distanz fehlt. Im schlimmsten Fall wird daraus ein Leben für die Arbeit.

Das ist natürlich das Worst-Case-Szenario, das ich hier schildere. Und gegen Freundschaften unter Kollegen, Firmensommerfeste, Flipperautomaten in der Büroküche und ein wenig Kuschel-Atmosphäre am Arbeitsplatz ist ja auch gar nichts einzuwenden. Letztendlich entscheidet jeder für sich selbst, wie stark er sich – auch im Privatleben – an seinen Job binden will.

Für mich ist jedoch klar, dass meine Freizeit erst dann anfängt, wenn ich Feierabend habe und das Bürogebäude verlassen habe. Und dann treffe ich mich in der Regel mit Freunden, die ich nicht aus dem Dunstkreis meiner Firma kenne. Das bedeutet nicht, dass ich mich mit meinen Kollegen nicht gut verstehe. Aber man kann auch auf einer Wellenlänge sein, gut miteinander auskommen und die Mittagspausen gemeinsam verbringen, ohne privat etwas zusammen zu unternehmen (Ausnahmen bestätigen die Regel!). Denn am Ende drehen sich viele Gespräche mit den Kollegen – auch mit den liebsten – immer wieder um ein Thema: Arbeit.

Vielleicht würde ich anders darüber denken, wenn ich einen neuen Job in einer fremden Stadt annehmen würde und ganz von vorne anfangen müsste. Doch auch dann gäbe es andere Möglichkeiten, um neue Kontakte zu knüpfen – und wenn ich mich dafür alleine in eine Bar setzen müsste, wäre das auch okay. Hätte der imaginäre neue Arbeitgeber in der neuen Stadt ein Bällebad, hätte ich aber nichts dagegen einzuwenden.

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