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Arbeit macht keinen Spaß – muss sie das überhaupt?

Berufung vs. Beruf: Muss Arbeiten wirklich Spaß machen?

von Florian, 27.10.2017

Wenn du Spaß an der Arbeit hast, kannst du dich glücklich schätzen. Zumindest bist du damit die Ausnahme. Denn für viele ist der Job eher ein Tausch von Zeit gegen Geld.

Es soll sie ja geben, diese Menschen, die nichts lieber tun, als arbeiten zu gehen. Und damit sind ausdrücklich nicht jene gemeint, die das traute Heim nur deshalb so gerne verlassen, weil sie es mit ihren engsten Mitmenschen schlichtweg nicht mehr aushalten. Nein, es gibt sie wirklich, die Zeitgenossen, die vollends in ihrer Arbeit aufgehen und gar nicht wüssten, was sie ohne ihren Job den lieben langen Tag mit sich anfangen sollten.

Nur 18 Prozent finden ihre Arbeitssituation ideal

Viele Fußballprofis gehören sicherlich in die Kategorie, die ihr Hobby zum gutbezahlten Beruf gemacht haben. Vielleicht auch noch Sportjournalisten, die fürs Fußballgucken und Analysieren immerhin meist noch mittelprächtig entlohnt werden. Oder Leute in sozialen Berufen, die von dem Gefühl, etwas Gutes zu tun, erfüllt werden.

Doch der Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung geht es offenbar anders. Laut der Studie "Wertewelten Arbeit 4.0" aus dem Jahr 2016, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Auftrag gegeben wurde, sind nur 18 Prozent der Ansicht, dass ihre Arbeitssituation ihrer Idealvorstellung sehr nahe kommt. Fast die Hälfte aller Befragten beurteilt ihre Jobsituation hingegen als weit von ihrem Idealbild entfernt. Mit anderen Worten: Nur den wenigsten Menschen macht ihre Arbeit wirklich Spaß. Doch muss sie das überhaupt?

Warum wollen wir eigentlich Spaß an der Arbeit haben?

Zumindest wäre es wünschenswert, würden die meisten von uns wohl entgegnen. Schließlich nimmt die Arbeit einen Großteil unseres Lebens ein. Und wer seiner Arbeit mit Leidenschaft – und damit in der Regel ja auch mit Spaß – nachgeht, macht sie doch meist auch besser. Und das wäre doch ein echter Vorteil von Spaß an der Arbeit. Aber arbeitet man wirklich besser, wenn man Freude an dem hat, was man tut?

Nicht zwingend, meint Buchautor Volker Kitz. Leidenschaft und Können müssen nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben. Das beste Beispiel seien Casting-Shows, bei denen die Teilnehmer zwar meist sehr viel Spaß daran haben, ihre Sangeskünste zu präsentieren – allerdings sind die Gesangseinlagen oft kaum zu ertragen. Und auch sonst könne es von Vorteil sein, berufliche Aufgaben sachlich und neutral anzugehen. Zu viel Leidenschaft und Spaß an der Sache seien beispielsweise fehl am Platze, wenn ein Staatsanwalt einen Verbrecher verurteilt.

Acht Jahre auf der Arbeit, 24 Jahre im Bett

Dass die Arbeit einen so großen Teil unseres Lebens einnimmt, ist tatsächlich nur gefühlt so. Denn laut Kitz nimmt die Netto-Arbeitszeit in einem Leben zusammengerechnet selten mehr als acht Jahre ein, das wären bei einer Lebenserwartung von 80 Jahren gerade einmal zehn Prozent. Da sei es doch vermessen, dass nun gerade dieser kleine Zeitraum für unser Glück verantwortlich sein soll. Zum Vergleich: Wesentlich mehr Zeit verbringen wir im Schnitt etwa mit Schlafen (24 Jahre) und mit Fernsehen (zwölf Jahre).

Arbeit macht keinen Spaß – muss sie das überhaupt?
Wer jeden Tag frustriert zur Arbeit kommt, wird den Job wohl nicht lange durchhalten.

Nun ist es sicherlich nicht verwerflich, wenn du für deine Arbeit brennst und auch gerne in die Firma fährst, weil du mit deinen Kollegen so gut klarkommst. Wichtig für den Hinterkopf ist aber: Auch wenn du nicht ständig Spaß an der Arbeit hast, kannst du in deinem Job trotzdem gut aufgehoben sein. Langweilige Routineaufgaben fallen fast überall mal an und irgendwann sitzt auch du einem Kollegen gegenüber, mit dem du so gar nichts anfangen kannst. Das sollte aber kein Grund sein, sofort alles in Frage zu stellen.

Arbeit macht keinen Spaß – muss sie das überhaupt?
Nette Kollegen tragen erheblich zur Arbeitszufriedenheit bei.

Kernaufgaben und Atmosphäre sollten stimmen

Dennoch sollten dir die grundlegenden Aufgaben deines Jobs Spaß machen oder dir zumindest keine Bauchschmerzen bereiten. Selbst wenn du deinen Job eher in die Kategorie "ist in Ordnung" einstufst, kann dir die Arbeit Freude bereiten, wenn die Atmosphäre stimmt und die Kollegen mit dir auf einer Wellenlänge sind.

Fazit: Nur weil du nicht durchgehend Freude an deiner Arbeit hast, heißt das noch lange nicht, dass du alles hinwerfen solltest. Jeder Job hat Höhen und Tiefen – es ist eine Frage der Balance.

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