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Lauf, Forrest, lauf! So kommst du nie wieder zu spät zur Arbeit

von Florian, 11.09.2018

Nie wieder zu spät kommen – das ist leichter gesagt als getan. Vor allem am Arbeitsplatz kann notorische Unpünktlichkeit unangenehme Folgen haben. Zum Glück gibt es Strategien und Rituale, mit denen du an deinem Laster arbeiten kannst.

Heute hattest du dir den Wecker extra eine Viertelstunde früher gestellt. Und bist sogar nach nur einmal Umdrehen aufgestanden. Doch schon in der Bahn wurde dir bewusst, dass du es vermutlich wieder nicht pünktlich zur Arbeit schaffst. Wo ist nur die Zeit geblieben?

Darum ist Pünktlichkeit am Arbeitsplatz wichtig

Wenn dir diese Situation bekannt vorkommt, gehörst du vielleicht auch zu den notorischen Zuspätkommern, die es nur in seltenen Fällen schaffen, pünktlich zu Terminen und Verabredungen zu erscheinen. Was im Freundeskreis für die Wartenden zwar lästig ist, aber kaum einmal ernsthafte Folgen hat, kann bei der Arbeit höchst unangenehm für dich werden. Vor allem, wenn du keine Gleitzeit in Anspruch nehmen kannst und Kollegen oder Kunden auf dein pünktliches Erscheinen zählen.

Der Arbeitgeber darf sowohl Abmahnungen wegen Verspätungen aussprechen als auch deinen Lohn kürzen, sofern in einem Tarifvertrag nicht explizit etwas anderes steht. Ausreden wie Stau oder Wind und Wetter zählen nicht. Denn grundsätzlich trägst du das Wegerisiko, musst also zum Beispiel bei vom Wetterbericht vorher angekündigtem Glatteis früher losfahren, um eine Verspätung zu verhindern. In der Praxis kommen solch drastische Maßnahmen normalerweise nicht mal in Deutschland von heute auf morgen vor, wo Pünktlichkeit ein hohes Gut ist.

Vermutlich wirst du zunächst zu einem Gespräch gebeten. Doch auch so weit muss es nicht kommen. Denn an deinem Zeitmanagement kannst du arbeiten. Pünktlichkeit lässt sich mithilfe einiger Strategien und Rituale erlernen.

Mal wieder im Stau und zu spät bei der Arbeit? Im Wiederholungsfall kann Unpünktlichkeit im Beruf drastische Folgen haben.
Mal wieder im Stau und zu spät bei der Arbeit? Im Wiederholungsfall kann Unpünktlichkeit im Beruf drastische Folgen haben.

Routinen aufschreiben und Pufferzeit einplanen

Setz dich zunächst einmal hin, nimm dir Zettel und Stift zur Hand und schreib auf, was du zwischen dem Aufwachen und dem Erscheinen im Büro alles machst. In der Regel werden das Tätigkeiten sein, die zur täglichen Routine gehören, etwa Zähne putzen, duschen oder frühstücken. Auch die Zeit zwischen dem Klingeln des Weckers und dem tatsächlichen Aufstehen gehört dazu.

Dann veranschlagst du grob die Minuten pro Tätigkeit. Beim Zähneputzen wird das fast auf die Minute genau möglich sein, beim Duschen bist du dir vielleicht unsicher. Stoppe die Zeit für jede Tätigkeit im Zweifel einmal mit dem Smartphone. Dinge wie der Arbeitsweg sind allerdings durch viele Unwägbarkeiten nicht genau abschätzbar. Kalkuliere in diesem Fall die längstmögliche Anfahrtszeit ein, die auch durch gängige Staus oder vor der Nase wegfahrende Verkehrsmittel nicht überschritten wird.

Im Anschluss rechnest du alle Minuten zusammen und addierst noch eine Pufferzeit von 20 Minuten obendrauf. Denn auch der Weg vom Schlafzimmer ins Badezimmer und zurück kostet Zeit und abschweifende Gedanken lassen dich vielleicht beim Kaffee länger verharren. Kommst du so beispielsweise auf 90 Minuten und musst um 9 Uhr bei der Arbeit sein, stellst du den Wecker auf 07.30 Uhr – und einen zweiten Wecker am besten zusätzlich noch fünf Minuten später, quasi als letzte Warnung.

Hadere nicht mit zu frühem Erscheinen

Ziehst du das durch und verzichtest auf außerplanmäßige Tätigkeiten wie "eben nochmal kurz ein Paket zur Post bringen", wirst du an vielen Tagen viel zu früh bei der Arbeit erscheinen und vielleicht damit hadern, was du in dieser wertvollen Zeit alles hättest erledigen können – wie zum Beispiel länger schlafen. Doch um dich zu einem pünktlichen Menschen zu erziehen, solltest du das hinnehmen. Und du kannst die Minuten vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn ja auch einfach für Dinge nutzen, die du in deinem früheren unpünktlichen Leben zu Hause getan hättest, zum Beispiel WhatsApp-Nachrichten checken oder eine private Antwortmail formulieren.

Nicht mal in Ruhe essen können und dennoch zu spät kommen: Dein Zeitmanagement lässt in solchen Fällen zu wünschen übrig.
Nicht mal in Ruhe essen können und dennoch zu spät kommen: Dein Zeitmanagement lässt in solchen Fällen zu wünschen übrig.

Pünktlichkeit ist für viele Menschen ein Autonomie-Verlust

Übrigens: Die wenigsten Menschen kommen absichtlich zu spät, auch wenn es für pünktliche Personen den Eindruck macht. Die Zuspätkommer verstehen ihre Unpünktlichkeit oft selbst nicht, erklärt der Psychologe Roland Kopp-Wichmann in der " Süddeutschen Zeitung": Der Grund sei ein innerer Konflikt. Pünktlichkeit würden viele Menschen mit einem Autonomie-Verlust gleichsetzen, den sie nicht hinnehmen möchten. Eine Art ungewollte Unterwerfung. Dagegen rebellierten diese Personen innerlich und würden noch eine andere Aufgabe zwischenschieben, ehe sie sich zu einem Termin aufmacht.

Doch dieser Konflikt ist keineswegs unlösbar: Sobald die Konsequenzen des Zuspätkommens drastisch genug sind, können sich die betroffenen Personen in der Regel zusammenreißen. Ein Flugzeug verpassen nur die wenigsten und zu besonders wichtigen Geschäftsterminen sind in der Regel auch alle pünktlich vor Ort.

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