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Liebe am Arbeitsplatz: Gilt "Never fuck the Company" noch immer?

Never fuck the Company: Ein Tabu auf dem Prüfstand

von Florian, 26.10.2017

Liebe am Arbeitsplatz ist ein heikles Thema, Sex mit den Kollegen erst recht. Dennoch finden viele Beziehungen und Liaisons ihren Ursprung im Job. Ist das denn überhaupt problematisch?

"Never fuck the Company" lautet ein ursprünglich aus Amerika stammender Leitsatz für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Kurz und knackig wird hier besagt, dass du etwaigen sexuellen Interessen doch bitte außerhalb des Unternehmens nachgehen solltest, für das du arbeitest. Die deutsche Variante "Hauskaninchen schießt man nicht" hält im Kern die gleiche Warnung bereit. Und auch in Österreich ist das "Hauspantscherl" ein Begriff, der erotische Umtriebe mit Tücken beschreibt, die ein sexuelles Verhältnis zwischen Arbeitskollegen oft mit sich bringt.

Schäferstündchen unter Kollegen: Nicht immer, aber immer öfter

Der Drang, sich innerhalb eines Betriebes zu paaren, scheint also nationenübergreifend vorhanden zu sein. "Warum nur", stellen sich einige die Frage, wo es neben den klassischen Flirttempeln Club und Bar durch Tinder und Co. nun schon seit Jahren reichlich Kontaktbörsen gibt, die von erotischen Optionen nur so überquellen. "Warum nicht", fragen andere, denn schließlich lernst du Menschen kaum an einem anderen Ort besser kennen und schätzen als dort, wo du fast jeden Tag acht Stunden und mehr mit ihnen verbringst.

Fakt ist: 22 Prozent der deutschen Arbeitnehmer zeigen sich offen für eine Affaire mit Kollegen, zeigt eine Forsa-Studie von 2013 im Auftrag des Jobportals Xing. Sogar jeder Zweite hatte angeblich schon Sex mit einem Kollegen oder einer Kollegin, ergab eine andere Studie. Ist das jetzt verwerflich oder nicht?

Liebe im Büro hat auch Vorteile

In vielen Fällen hat eine Beziehung innerhalb eines Betriebes womöglich gar keine Auswirkungen auf das Berufsleben. Oft arbeitet der Partner in einer anderen Abteilung, an einem anderen Projekt oder zumindest in einem anderen Raum, sodass übermäßiger Kontakt ohnehin auf die Pausen begrenzt ist.

Liebe am Arbeitsplatz und Affären in der Firma können im besten Fall sogar zur Arbeitszufriedenheit beitragen, denn die Aussicht auf einen Flirt hilft, beschwingt und motiviert das Büro aufzusuchen. Liebe macht zudem kreativ – das haben Forscher tatsächlich mal herausgefunden. Und das klassische Stelldichein auf der Firmenfeier spielt ohnehin keine Rolle, wenn die Feier gut war – denn dann kann sich am nächsten Tag niemand mehr daran erinnern.

Liebe am Arbeitsplatz: Gilt
Gerade auf Firmenfeiern kommt es zum einen oder anderen Flirt.

"Never fuck the Company" hat seine Berechtigung

Auf der anderen Seite existiert der Leitsatz "Never fuck the Company" natürlich nicht ohne Grund. Denn Beziehungen gehen zu Bruch, die Haltbarkeit von Affären ist in der Regel sehr begrenzt und One Night Stands sind eben nicht für jeden Beteiligten automatisch nach einer Nacht aus dem Kopf. Und dann möchtest du als Konsequenz den Ex-Partner vielleicht gar nicht mehr sehen. Schon gar nicht jeden Tag im Büro. Im schlimmsten Fall droht ein erbarmungsloser Rosenkrieg vor den Augen und Ohren der Kollegen.

Auch Anzeigen und Abmahnungen wegen sexueller Belästigung können die Konsequenz sein. Oder du erfährst plötzlich berufliche Nachteile, da deine ehemalige Liebschaft leider in höherer Position arbeitet und die Trennung nicht einvernehmlich vonstattenging. Einziger Ausweg: Ein Jobwechsel. Und das wäre schon ein hoher Preis für eine missglückte Liaison.

Die Lösung: Diskretion bei Affären, Offenheit bei Beziehungen

Nicht immer ist der eigene Arbeitsplatz also der ideale Standort, um deinen Gelüsten freien Lauf zu lassen. Problem dabei: Manchmal kannst du es dir nicht aussuchen. Wenn das bezaubernde Antlitz deines Kollegen oder deiner Kollegin nun immerfort deinen Blick streift, da du fünf Tage die Woche mit ihm oder ihr zu tun hast, er oder sie sogar noch humorvoll und charmant ist – dann macht es manchmal einfach peng. Und wenn es auf der anderen Seite auch knallt, dann wäre es ja albern, der Verliebtheit nicht nachzugeben, nur weil man nicht in der Company wildern darf.

Anders verhält es sich da bei rein sexuell auflodernden Begehrlichkeiten. Denn One Night Stands oder Kurzzeitaffären sind viel öfter mit Enttäuschungen verbunden. Der eine will lediglich sein Lendenfieber kurieren, der andere mehr, schon kriselt es am Arbeitsplatz. Zudem wird über vermeintliche Abenteuer im Kollegenkreis viel mehr getuschelt als über Beziehungen, die nach der ersten Bekanntmachung für die Gerüchteküche kaum noch von Interesse sind.

Liebe am Arbeitsplatz: Gilt
Sex mit dem Kollegen sollte besser nicht in der Firma stattfinden. Fliegt das auf, drohen ernsteKonsequenzen.

Checkliste: Der Knigge für's Liebesleben im Büro

Insofern: "Never fuck the Company" hat nach wie vor seine Berechtigung, bei Abenteuern noch mehr als bei ernst gemeinten Liebschaften. Solltest du dich aufgrund akuter erotischer Ödnis oder krasser Attacke von Amors Pfeilen dennoch dazu hinreißen lassen, nimm dir zumindest diese Ratschläge zu Herzen:

  • Gehe mit einer Beziehung offen um, das vermeidet Getuschel und Getratsche.
  • Versuche in Beziehungen den maximalen räumlichen Abstand zu deinem Partner am Arbeitsplatz hinzubekommen.
  • Sieh zu, dass ihr nicht abends auch noch dauernd über die Arbeit quatscht.
  • Achtet außerdem darauf, dass ihr euch ausschließlich abends zofft und nicht in der Firma – eure miese Laune kann die ganze Abteilung negativ beeinflussen.
  • Behalte bei einer Affäre oder einem ONS absolute Diskretion bei.
  • Sei dir am besten schon vor dem ersten Techtelmechtel klar, worum es dir geht – und sprich das dann auch an.
  • "Never fuck IN the Company" gilt in jedem Fall. Egal ob Fahrstuhl, Kopierer oder Teeküche: Sex am Arbeitsplatz ist tabu. Fliegt das auf, kann es arbeitsrechtliche Konsequenzen geben.
  • Verzichte auf anzügliche Nachrichten über Firmenmails oder andere interne Kommunikationskanäle. Kann ebenfalls auffliegen.
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