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Intrinsische Motivation und extrinsische Motivation: Beispiele

Voll dabei: Warum intrinsische Motivation dir am meisten bringt

von Sirany, 01.11.2017

Motivation ist manchmal keine leichte Sache. Und jetzt auch noch intrinsisch und extrinsisch – wie bitte? Wer weiß, was dahintersteckt, kann sich das Leben um einiges leichter machen.

Kannst du dich daran erinnern, dass du früher etwas gerne gemacht was, woran dir später aber die Lust vergangen ist? Ein Beispiel: Als Kind hast du gerne gemalt. Aber als es dann in der Schule in den Kunstunterricht ging und du nach Vorgaben zeichnen musstest, hat es dir plötzlich keinen Spaß mehr gemacht.

Vielleicht bist du dennoch mit guten Noten in Kunst belohnt worden. Doch die Freude am Malen war futsch, weil Anweisungen von außen bei dir das Gefühl ausgelöst haben, dass du die Selbstbestimmung über dein geliebtes Hobby verloren hast. Zu Hause hast du nach Lust und Laune einfach drauflos gekritzelt und das gemalt, was dir in den Kopf kam. Und plötzlich steht da so ein Lehrer vor dir und maßt sich an, dir vorzuschreiben, was du aufs Papier bringen sollst – und das benotet er dann auch noch.

Was dir dieses Beispiel zeigen soll? Dass es unterschiedliche Arten von Motivation gibt. Und nicht jede davon ist (gleich) förderlich. Im genannten Fall hat höchstwahrscheinlich ein Konflikt zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation zum Verlust der Freude am Malen geführt. Aber was genau steckt nun hinter diesen beiden Begriffen?

Intrinsische und extrinsische Motivation: Was ist das?

Intrinsische Motivation sieht so aus: Du arbeitest oder lernst aus eigenem Antrieb für eine Sache, weil du für sie brennst, in ihr aufgehst oder einfach großes Interesse daran hast. Hierzu zählen auch Hobbys, denn dafür bekommst du keine Belohnung von außen – die Sache an sich ist dein persönlicher Antrieb. Und genau deshalb ist die intrinsische Motivation auch die erstrebenswerteste: Sie wirkt nachhaltig, weil sie aus dir selbst kommt und du sie beeinflussen kannst.

Bei der extrinsischen Motivation sieht das anders aus: Die Lern- und Arbeitsantriebe erhältst du hierbei durch äußere Faktoren, etwa materielle Anreize wie ein regelmäßiges Gehalt oder eine Beförderung. Auch die Furcht vor negativen Auswirkungen, zum Beispiel Kündigung, zählt dazu – alles Dinge, die du nicht oder nur schwer beeinflussen kannst.

Vom Leben im Flow – das bringt dir die intrinsische Motivation 

Du wirst vielleicht schon herausgehört haben, dass wir die intrinsische Motivation ziemlich feiern. Und das aus gutem Grund: Je stärker die von uns gesetzten Ziele intrinsisch motiviert sind, umso selbstbestimmter und freier handeln wir. Und das bringt uns nichts Geringerem näher als der persönlichen Selbstverwirklichung. Woran du merkst, dass du einer intrinsisch motivierten Tätigkeit nachgehst? Im besten Fall hast du dabei ein Flow-Erlebnis: Du bist so sehr auf dein Tun konzentriert, dass du die Zeit und alles um dich herum vergisst.

So gesehen ist die intrinsische Motivation auch ein Erfolgsfaktor. Denn du kannst dir Fähigkeiten, die du noch nicht besitzt, zwar durch viel Training aneignen und bist dann vielleicht „ganz okay“ darin – Höchstleistungen erreichst du jedoch eher, wenn du dich auf die Dinge konzentrierst, die dir liegen und an denen du auch Interesse hast. Wenn du dich etwa dazu entscheidest, Medizin zu studieren, nur weil du später gut verdienen willst und Arzt ein angesehener Beruf ist, wirst du mit deiner Berufswahl wahrscheinlich nicht richtig glücklich werden. Vor allem, wenn deine Interessen und Talente (und damit die intrinsische Motivation) zum Beispiel viel eher im musikalischen Bereich liegen.

Intrinsische Motivation und extrinsische Motivation: Beispiele
Erfolg fühlt sich besser an, wenn du ihn hast, weil du mit Leidenschaft bei der Sache bist.

Ein Good-cop-bad-cop-Spiel?

Mit der intrinsischen und der extrinsischen Motivation ist es ein bisschen so wie mit dem Spiel vom guten und vom bösen Cop. Was die intrinsische Motivation fördert, weil Leidenschaft, Begeisterung, Interesse oder Herausforderung hinter einer Tätigkeit stehen, kann die extrinsische Motivation im schlimmsten Fall zerstören. Die Folge: Der Spaß an der Sache verschwindet, du fühlst dich damit nicht mehr wohl – Angst, Stress oder innere Entfremdung nehmen den Platz der Freude ein.

Einige Motivationsforscher sind sogar der Ansicht, dass die intrinsische Motivation grundsätzlich durch äußere Anreize bzw. Belohnungen (in Form von Geld) vermindert wird oder zumindest nur kurzfristig zu einer Steigerung der Leistung führt. Das ist so jedoch nicht ganz richtig: Der negative Einfluss von äußeren Anreizen tritt nur unter bestimmten Bedingungen auf, nämlich, wenn eine Person lediglich für die Ausführung einer Tätigkeit ohne Bezug zu einem Leistungskriterium belohnt wird.

In der Regel vermischen sich bei den meisten Menschen ohnehin beide Arten der Motivation und treiben sie an. Manchmal entsteht intrinsische Motivation auch erst durch extrinsische Anreize. Schwarz-Weiß-Malerei ist hier also nicht angebracht. Allerdings ist es durchaus von Vorteil, wenn deine intrinsische Motivation die Oberhand über die extrinsische gewinnt.

Intrinsische Motivation und extrinsische Motivation: Beispiele
Fit bleiben, um dir, und wirklich nur dir selbst zu gefallen – auch das ist intrinsische Motivation.

Sei dein eigener Motivationstrainer! Intrinsische Motivation fördern

Klar, du wirst dich nicht für alles motivieren können: Ein Zahnarztbesuch, der letzte Tag vom Lieblings-Arbeitskollegen oder die Steuererklärung – manche Dinge lassen sich einfach nicht schönreden. Doch bis zu einem bestimmten Grad lässt sich intrinsische Motivation tatsächlich entwickeln und fördern.

Schließlich gibt es fast immer doch etwas, das uns motiviert, eine ungeliebte Aufgabe dennoch zu bewältigen. Nach dem Zahnarztbesuch hast du erst mal wieder ein halbes Jahr lang Ruhe. Und eine gute Steuererklärung bringt dir im Idealfall eine Rückzahlung ein. Oder wir nehmen das Beispiel Sport und gesunde Ernährung: Vielen Menschen fällt es schwer, sich fit zu halten – und zwar, weil sie nur extrinsisch dazu motiviert sind. „Mein halber Freundeskreis geht joggen? Dann muss ich das wohl auch tun.“ Vielleicht liegt dir das Laufen aber auch einfach nicht und eine andere Sportart passt besser zu dir – du musst nur noch herausfinden, welche…

Und da liegt der Hund begraben: Die größte Herausforderung an der intrinsischen Motivation ist es, in dich hineinzuhorchen, dich selbst richtig gut kennenzulernen und die Aufmerksamkeit von außen nach innen zu lenken. Nur durch die intensive Beschäftigung mit dir selbst wirst du herausfinden, was dir liegt und was das Richtige für dich ist.

Das Wichtigste dabei: Mach dir immer wieder bewusst, dass du alles, was du tust, nicht für andere, sondern für dich selbst und dein eigenes Wohlergehen tust. Dann bist du selbst dein bester Motivationscoach!

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