menu
A Few Good Friends
Eine Initiative der
Von Saagutbehandlung bis Holzkohleersatz: Grüne Start-up- Ideen

Grüne Start-ups: Marvin entwickelt Kohleersatz, Jacob beschichtet Saatgut

von Florian, 12.01.2018

In der Nachhaltigkeitsszene herrscht großer Gründergeist, die Zahl der Start-ups steigt. Marvin und Jacob haben Ideen umgesetzt, die sogar prämiert wurden.

Ein Saatkorn, das alles, was es für einen sicheren und gesunden Start benötigt, gleich selbst mitbringt – das müssten wir doch entwickeln können, dachten sich Jan Ritter (33) und Jacob Bussmann (28) vor zwei Jahren. Eine rein biologische Saatgutbeschichtung, die nicht nur ein bestimmtes Wirkungsspektrum hat, sondern sich auf verschiedene Pflanzenarten, unterschiedliche Böden und Klimazonen individuell anpassen lässt. Und gleichzeitig in der Anwendung komfortabel zu handhaben ist.

StartGreen Award für Saatgutbeschichtung

Zwei Jahre später lässt sich feststellen: Die beiden Jungunternehmer konnten die innovative Beschichtung entwickeln und lassen sich ihre Idee gerade patentieren. Die ist so gut, dass sie im November den StartGreen Award des Bundesumweltministeriums in der Kategorie "Gründungskonzepte" einheimsen konnten. Zudem haben sie es ins Climate-KIC Accelerator Programm geschafft, das für die Kommerzialisierung der Idee Gold wert ist. Für die weitere Finanzierung haben sich die beiden einen strategischen Investor an Bord geholt. Spätestens im März 2018 soll der Aufbau der Produktionsanlagen beginnen.

 
Von Saagutbehandlung bis Holzkohleersatz: Grüne Start-up- Ideen
Die stolzen Gewinner des StartGreen Award: Jan (l.) und Jacob.

"Wir sind momentan zwar mehr unternehmerisch als in unseren Fachrichtungen unterwegs, dennoch erfüllt uns die Aufgabe voll und ganz", erklärt Jacob. "Zum einen stehen wir für das, was wir tun, von unseren Werten her als auch von den Themenbereichen, in denen wir aktiv sind. Zum anderen entwickeln wir uns jeden Tag persönlich weiter. Und nicht zuletzt spornt uns das gute Feedback natürlich an, die nächsten Schritte zu machen."

Green Economy liegt voll im Trend

Was Agrarwissenschaftler Jan und Forstwissenschaftler Jacob mit ihrem Start-up "SeedForward" da auf die Beine gestellt haben, ist außergewöhnlich – dennoch liegen die Osnabrücker mit der Green Economy voll im Trend. Während die Gründung von Start-ups generell seit Jahren zurückgeht, steigt die Zahl der jungen Unternehmen aus der Nachhaltigkeitsszene deutlich an, wie der aktuellste Green Economy Gründungsmonitor darlegt: zwischen 2004 und 2014 um 28,7 Prozent auf 21.500.

Damit stellen die grünen Gründungen fast ein Fünftel aller Startups in Deutschland und bilden somit einen immer wichtiger werdenden Teil der nationalen Szene. Die ganz aktuellen Zahlen werden erst im Frühjahr 2018 veröffentlicht, aber der Trend soll sich den Studienleitern zufolge nicht geändert haben.

Holzkohleersatzprodukt für Entwicklungsländer aus Ernteüberresten

Auch das Projekt "RecyCoal" basiert auf einer innovativen Idee, die einen Beitrag zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz leistet. Die Gründer aus Aachen haben ein Holzkohleersatzprodukt für Entwicklungsländer geschaffen, das durch einen Pyrolyseprozess aus Ernteüberresten und Grünschnitt entsteht. Damit eroberten damit beim StartGreen Award ebenfalls den mit "SeedForward" geteilten ersten Platz in der Kategorie "Gründungskonzepte".

"In Afrika sterben jedes Jahr über vier Millionen Menschen an Infektionen der Atemwege, die vornehmlich durch das Kochen mit festen Brennstoffen entstehen. Das hat uns sehr geschockt und wir haben fortan darüber nachgedacht, wie wir dieses Problem innovativ bekämpfen können", erklärt Projektgründer Marvin Volmert (22). Der Biologiestudent hatte diese Idee zusammen mit drei anderen Teammitgliedern vor rund zwei Jahren ins Rollen gebracht, und bis heute zu einem Konzept weiterentwickelt, das in Ländern wie Ruanda auch zum Einsatz kommt.

Von Saagutbehandlung bis Holzkohleersatz: Grüne Start-up- Ideen
Marvin erklärt das Pyrolysesystem, mit dem Kleinbauern in Afrika aus Ernteresten einKohleersatzprodukt gewinnen können.

Hinter RecyCoal steht ein gemeinnütziger Verein

Finanziert wird RecyCoal von der Start-up- Schmiede Enactus in Aachen, einem gemeinnützigen Verein, der sich aus Spenden, Preisgeldern und Entwicklungsgeldern finanziert und sich zur Aufgabe gemacht hat, die Welt mit unternehmerischem Ansatz zu verbessern. Der Verein bietet das Pyrolysesystem Kleinbauerninitiativen in Afrika daher kostenlos an. Neben RecyCoal fördert die Studentenorganisation Enactus noch diverse weitere gemeinnützige Projekte auf der ganzen Welt.

Beschichtetes Saatgut kann auch in Afrika helfen

Auch Jan und Jacob legen sich nach ihrem Erfolg mit der Saatgutbeschichtung nicht etwa auf die faule Haut, sondern denken schon weiter. Wenn das Produkt auf dem deutschen Markt gut ankommt, sollen auch Länder wie Südafrika, deren Böden lange nicht so ertragreich sind wie die hierzulande, von den Vorteilen profitieren. Dann würde sich auch ein Kreis schließen – denn dort hatten sich die beiden Jungwissenschaftler vor zwei Jahren kennengelernt und die Idee kreiert, deren Früchte sie wohl schon bald ernten dürfen.

×

Einwilligungserklärung für die Nutzung der Social Media Plugins

Für die Nutzung von Social-Media-Dienstangeboten diverser Unternehmen stellen wir Ihnen Social-Media-PlugIns zur Verfügung. Diese werden in einem 2-Klick-Verfahren auf den Online-Angeboten der AOK eingebunden. Die AOK erfasst selbst keinerlei personenbezogenen Daten oder über deren Nutzung mittels der Social PlugIns. Über diese PlugIns können jedoch Daten, auch personenbezogene Daten, an die US-amerikanischen Diensteanbieter gesendet und gegebenenfalls von diesen genutzt werden. Das hier eingesetzte Verfahren sorgt dafür, dass zunächst keine personenbezogenen Daten an die Anbieter der einzelnen Social-Media-PlugIns weitergegeben werden, wenn Sie unser Online-Angebot nutzen. Erst wenn Sie eines der Social-Media-PlugIns anklicken, können Daten an die Dienstanbieter übertragen und durch diese gespeichert bzw. verarbeitet werden.

close