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Christian Mull

Krav Maga: Wie Christians Training Menschen vor Überfällen schützt

von Florian, 26.01.2018

Christian Mull lehrt seine Schüler Krav Maga. In diesem Kontaktkampf kommt es nur darauf an, seinen Gegner außer Gefecht zu setzen.

Es waren die Kung-Fu-Filme des vergangenen Jahrhunderts, die seine Leidenschaft für Kampfsport geweckt haben. 1998 reifte dann die Idee, sich selbst den Kampfkünsten zu widmen. Seitdem hat Christian Mull vieles ausprobiert: Martial Arts, Thaiboxen oder auch Escrima, einen Stockkampf. Vor elf Jahren entdeckte er dann Krav Maga für sich.

Krav Maga wird vom israelischen Geheimdienst genutzt

Krav Maga ist eine Nahkampftechnik, die aus der israelischen Armee stammt und auch vom dortigen Geheimdienst angewandt wird. Doch in den letzten Jahren kam sie auch in Deutschland immer mehr auf. Sie vereint Anleihen aus verschiedenen Disziplinen der Selbstverteidigung, die alle auf Effektivität ausgerichtet sind. Es handelt sich dabei nicht um einen Kampfsport. Der Name Krav Maga kommt aus dem Hebräischen und bedeutet "Kontaktkampf". Sportliche Wettkämpfe gibt es anders als beim Judo oder Karate bei dieser Disziplin nicht.

2007 war Christian in Deutschland mit dieser Art der Selbstverteidigung noch ein absoluter Exot. Doch er blieb dabei, machte seinen ersten Trainerschein und durfte sich am Ende Krav Maga Instructor nennen – vergleichbar mit dem Meistergrad in Kampfsportarten wie Karate, der dort mit dem schwarzen Gürtel kenntlich gemacht wird. "Ich wollte weg von den traditionellen, künstlerischen und esoterischen Aspekten des Kämpfens hin zur Funktionalität – und die ist beim Krav Maga gegeben", sagt der 40-Jährige.

Krav-Maga-Training
Würde Christian jetzt sein Knie hochziehen, wäre sein Gegner außer Gefecht gesetzt.

Krav-Maga-Training zeigt schon nach kurzer Zeit Erfolge

Beim Krav Maga nutzt du alle Waffen, die dein eigener Körper zu bieten hat: Die Hände, die Knie, die Ellenbogen, die Füße. Die Abwehrreaktionen sind aus natürlichen Reflexen abgeleitet. Damit verteidigst du dich in alle Richtungen, Fortgeschrittene können es sogar mit mehreren Gegnern aufnehmen. „Dank Krav Maga verteidigen sich auch absolute Anfänger innerhalb kurzer Zeit besser. Meist zeigen sich schon nach wenigen Stunden Erfolge“, erklärt Christian.

Krav-Maga-Training
Christian weist Teilnehmer eines Krav-Maga-Kurses in die Schlagtechniken ein.

Denn Krav Maga ist leicht zu erlernen und setzt wenig voraus. Auch zarte Geschöpfe oder gänzlich unsportliche Menschen können nach einem ersten mehrstündigen Kurs schon einiges mitnehmen, das dann auch in einer Stresssituation abrufbar ist. Denn Überfallsituationen durchzustehen, ist ebenfalls Teil des Trainings. Die Techniken, die Christian seinen Schülern beibringt, sind nicht dafür gedacht, einen Angriff zu starten, sondern auszuweichen und mit einem Gegenangriff ein Zeitfenster zu schaffen, um die Flucht zu ergreifen. Ein gezielter Tritt an die Gelenke, ein Schlag in die Weichteile. All das, was schnellen Erfolg bringt.

Krav-Maga-Training
Wer den Kopf seines Gegners unter Kontrolle bringen will, darf nicht zimperlich sein.

Viele Frauen, Pflegekräfte und Prominente unter den Schülern

Seit 2015 führt Christian sein eigenes Sportstudio namens Audax in Hamburg, wo er neben Krav Maga auch SDS Concept lehrt. Dieses Nahkampfkonzept bezieht die Verwendung eines Self Defense Sticks mit ein. Das Prinzip kann auch auf Alltagsgegenstände übertragen werden, die stattdessen zur Verteidigung dienen.

Die Teilnehmer aller Kurse sind bunt zusammengewürfelt und kommen aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten – das typische "Kampfsport-Klientel" ist kaum anzutreffen. Neben Sicherheitskräften sind auch viele Frauen dabei, um zu lernen, wie sie bei plötzlich auftretender Gefahr am besten reagieren können. Mobile Pflegekräfte kommen, da sie aufgrund von Einsätzen in der Dunkelheit, dem Umgang mit verwirrten Personen und dem Besitz von Betäubungsmitteln vermehrt Ziel von Angriffen sind.

Und auch Prominente geben sich bei Trainern wie Christian Mull die Klinke in die Hand, damit sie lernen, wie sie sich angemessen verhalten können, sollten Fans zu aufdringlich werden. "Einige kommen auch einfach, weil sie hier ein abwechslungsreiches Ganzkörper-Workout bekommen, das dazu noch Selbstverteidigung lehrt", sagt Christian.

Der Todesschlag wird nicht gelehrt

Eine Sache lehrt der Kampfkünstler jedoch nicht: den Todesschlag. Denn eine Bewegung im Krav Maga kann töten. "Wir wollen den Teilnehmern beibringen, sich im Notfall zu verteidigen. Da gehören solche Techniken nicht hin. Natürlich kann ein Schlag auch zum Tode führen, aber das darf man sich nicht wie im Tarantino-Film vorstellen. Eine Fünf-Punkte- Pressur-Herzexplosions- Technik wie bei 'Kill Bill' oder so was in der Art gibt es nicht."

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