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A Few Good Friends
Eine Initiative der

Unten ohne: Warum Robin überzeugter Barfußläufer ist

von Johanna, 16.02.2018

Ob bei klirrender Kälte oder Tropenwetter, Robin Löhnert verzichtet ganzjährig auf Schuhwerk. Warum? Weil barfuß laufen ihm gut tut. Fußschmerzen kennt er nicht. Aber ist dieser Verzicht wirklich gesund?

In Schuhen fühlte sich Robin eingezwängt

Draußen sind minus 3 Grad, es weht ein eisiger Wind. Dicke Jacken, Wollschals, überdimensionale Kapuzen, Mützen und festes Schuhwerk beherrschen die Kleiderordnung auf den Straßen. Wenn der eine oder andere Hipster im Winter seine Knöchel entblößt – Stichwort Flanking – erntet er nicht selten missbilligende Blicke.

Robin setzt jedoch noch einen drauf. Er läuft barfuß. Immer. Vor sechs Jahren hat der mittlerweile 29-Jährige damit begonnen. "In Schuhen fühle ich mich eingeengt", sagt er. Am Anfang trug er Sandalen, um seinen Füßen etwas mehr Freiheit zu verschaffen. Irgendwann ließ er die Schuhe ganz weg und ist damit nach wie vor glücklich. "Schuhe könnte ich gar nicht mehr tragen." Sandalen sind noch "das höchste der Gefühle". Die zieht er aber auch nur an, wenn Schuhwerk vorgeschrieben ist wie zum Beispiel bei einem Besuch im Theater.

Nackte Füße, freie Nase

Aber erkältet man sich dann nicht – vor allem im Winter? Eine Frage, die dem Barfußläufer häufiger von neugierigen Fremden gestellt wird. "Nein. Im Gegenteil. Seit 2013 bin ich nicht mehr erkältet gewesen. Ich atme das ganze Jahr fröhlich frei, stapfe durch den Schnee – Erkältungen habe ich gar nicht mehr."

Barfuß laufen schont Robins Knie

Der Frischluftliebhaber findet barfuß laufen gesund. "Man geht anders. Wenn man Schuhe trägt, tritt man zuerst mit der Ferse auf und rollt den Fuß nach vorne ab. Wenn man barfuß läuft, geht man eher auf dem Fußballen oder Mittelfuß – abhängig vom Untergrund, auf dem man sich bewegt."

Seine Kniegelenke profitieren nach eigener Aussage ebenfalls vom Barfußlaufen. "Ich hatte mal eine Knieverletzung, die mich Jahre später noch belastet hat. Aber seit ich barfuß gehe, ist das viel weniger geworden. Mein Knie wird deutlich weniger belastet." Robin glaubt auch, dass seine Füße viel kräftiger geworden sind. "Meine Zehen sind viel beweglicher." Als Kind wurde bei ihm ein Knick-, Senk- und Spreizfuß diagnostiziert. Die Fußfehlstellung konnte er durch den Schuhverzicht deutlich lindern.

Barfußlaufen im Schnee? Für Robin kein Problem. Seine Schwester behält lieber ihre Schuhe an.

Barfuß laufen eignet sich nicht für alle

Allerdings eignet sich das Barfußlaufen nicht für jedermann. Aufpassen sollten Menschen mit bestimmten Erkrankungen, die den Fuß schutzbedürftig machen. Etwa aufgrund von Nervenschäden, wie sie durch Diabetes mellitus entstehen können.

Auch bei Fehlstellungen, die durch Einlagen ausgeglichen werden müssen, solltest du nicht einfach dein Schuhwerk beiseite werfen und barfuß drauflos spazieren. Ein Arzt – zum Beispiel ein Orthopäde – kann dich beraten und beurteilen, ob sich die Fußfehlstellung wie bei Robin durch das Barfußlaufen therapieren lässt, oder du lieber bei Schuhen und Einlagesohlen bleiben solltest. 

Schon mal vom Barfußpark gehört?

Du bist gesundheitlich fit und willst den schuhfreien Lifestyle testen? Robin empfiehlt, mit dem Barfuß-Projekt im Frühling zu beginnen. Dann ist es nicht mehr so kalt. Außerdem sollte man sich für den Start fußfreundliche Untergründe suchen. Eine Wiese beispielsweise. Oder sandige Wege. Es gibt sogar extra Barfußparks, etwa in der Lüneburger Heide  oder im Schwarzwald . Dort können Fußfreigänger auf Holz, Stein, Lehm, Gras, Rindenmulch und anderen reizvollen Untergründen flanieren.

Robin lebt zwar nicht im Schwarzwald, dafür aber im südthüringischen Sonneberg, einer sehr ländlichen Gegend. "Die Wege sind ganz gut zum Barfußlaufen geeignet." Hin und wieder kommt es vor, dass er in die Hinterlassenschaften seiner Hühner tritt. Auch auf eine Nacktschnecke ist er schon mal getreten. Das ist zwar kein angenehmes Gefühl, aber sobald der Barfußläufer zu Hause ist, schrubbt er seine Füße ordentlich und desinfiziert diese. Das ist sein übliches Prozedere. Er ist fest überzeugt: "Selbst in der Stadt würde ich auf Schuhe verzichten, weil mir das Freiheitsgefühl am wichtigsten ist."

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