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A Few Good Friends
Eine Initiative der
Natalie trinkt Apfelsaft

Wohnst du noch oder arbeitest du schon? Natalies Alltag in der Gründer-WG

von Florian, 06.04.2018

Natalie hat ein erfolgreiches Start-up gegründet. Das hätte die Wahl-Hamburgerin ihrer Meinung nach nie geschafft, würde sie nicht seit Jahren in einer Gründer-WG leben.

Natalie ist Teil eines kleinen Teams von "Apfelfreunden", wie sie und ihre Kollegen sich selbst auf ihrer Homepage bezeichnen. Die 33-Jährige ist Geschäftsführerin der Firma leev, die Apfelsäfte herstellt und vertreibt. Auch eigenwillige Kreationen sind darunter, zum Beispiel Apfelsaft gemixt mit dem Craft Beer Hopfen "Cascade".

Das Start-up hält sich nun schon seit 2014 am Markt. "Anfangs war es echt schwer, potenzielle Vertriebspartner davon zu überzeugen, unseren Saft mit aufzunehmen. Schließlich ist der Markt mit Getränken schon fast überlaufen. Doch mittlerweile funktioniert es immer besser, wir haben eine große Fangemeinde und uns einen Namen gemacht", sagt Natalie.

Der Input der Mitbewohner war essenziell

So weit nicht völlig ungewöhnlich. Gründer mit interessanten und gewinnbringenden Ideen gibt es viele. Doch Natalie ist sich sicher, dass sie es nie so weit gebracht hätte, würde sie nicht seit über vier Jahren schon in einer Gründer-WG wohnen. Allerdings lebt sie nicht mit ihren Arbeitskollegen zusammen, sondern mit anderen Selbstständigen aus den unterschiedlichsten Bereichen. "Der Input meiner Mitbewohner war über die Jahre essenziell", sagt die Wahl-Hamburgerin. "Irgendwann ist mir zum Beispiel aufgefallen, dass ich gar kein Warenwirtschaftssystem habe und auch keine Ahnung, wie so etwas funktioniert. Da hat sich ein Mitbewohner, der programmieren konnte, mit mir hingesetzt und das für mich angeschoben. Ein anderer Mitbewohner hatte eine Videoproduktionsfirma, so konnte ich durch ihn kostenlos ein Werbevideo für unsere Säfte erstellen."

Natalie in ihrer WG mit einigen ihrer Mitbewohner.
Natalie in ihrer WG mit einigen ihrer Mitbewohner.

Diese Art des Wohnens, auch Co-Living genannt, hat also offenbar ihre Vorteile. Und passt gut in die heutige Zeit. Immer mehr Young Professionals entscheiden sich für das Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft. Anders als in einer typischen Studenten-WG ist die Ausstattung beim Co-Living in der Regel höherwertig. Der Wohnbereich soll inspirieren und zu weiterem Schaffen anregen. Es gibt Büroräume mit High-Speed-Internet und die Zimmer werden oft möbliert vermietet, um auch digitalen Nomaden, die beruflich bedingt oft um- und weiterziehen, eine unkomplizierte Unterkunft bieten zu können.

Natalie wohnt in einer Zehner-WG

Natalie fühlte sich 2013 einsam in ihrer kleinen Stadtwohnung. Als sie von dem Co-Living-Projekt im Hamburger Stadtteil Sternschanze hörte, war sie sofort begeistert – und zog ein. Anfangs waren sie zu viert, mittlerweile wohnen zehn Personen in zwei angemieteten Wohnungen zusammen, Männlein wie Weiblein, alle selbstständig und im Alter von 25 bis 33 Jahren. "Viel wichtiger noch als der fachliche Austausch ist mir die persönliche Basis. Hier habe ich Vertrauenspersonen um mich herum, die mich verstehen, meine Probleme nachvollziehen können und mich unterstützen. Für Festangestellte oder meine Familie ist es manchmal schwer zu greifen, was mich gerade umtreibt", erklärt die ehemalige Marketing-Studentin.

Die Zimmer in Natalies WG sind zwar nicht möbliert – die Bewohner müssen ihren Hausrat also selbst mitbringen –, aber anders als zu Studentenzeiten ist ein Geschirrspüler vorhanden und eine Reinigungskraft schaut regelmäßig nach dem Rechten. Im oberen Stockwerk befindet sich nicht nur das Gemeinschaftsbüro, wo jeder Mitbewohner seinen Tätigkeiten nachgeht, sondern auch das offizielle Büro der Firma leev. Jeden Morgen erscheinen Natalies Mitarbeiter also pünktlich um neun Uhr bei ihr zu Hause. "Wir sind zum Glück das einzige Start-up in unserer WG, das schon mit Angestellten arbeitet. Würde jeder seine Teams hierher bestellen, könnte es etwas eng werden", sagt Natalie.

CO-Living-WG
Auch auf der Terrasse darf der Laptop nicht fehlen.

Co-Living ist für Natalie auch mit Familie denkbar

Wer großen Wert auf Privatsphäre legt, ist in einer größeren Gründer-WG sicherlich fehl am Platz. Wer sich gerne mal verkriecht, ist eher ungeeignet fürs Co-Living. Und auch die Auswahl der Mitbewohner sollte passen, damit ein solches Projekt nicht zu einer nervigen Angelegenheit wird. "Immer nur nehmen geht natürlich nicht, jeder muss auch etwas zurückgeben", sagt Natalie.

Natalie aus der Co-Living-WG
Natalie ist unerschrockener Optimist.

Die Unternehmerin ist mit ihren 33 Jahren zwar schon der WG-Methusalem, dennoch kann sie sich derzeit keine andere Wohnform vorstellen. "Alleine oder nur mit dem Partner zusammenzuwohnen, wäre mir zu langweilig. Selbst falls mal der Familiengedanke aufkommen sollte, gibt es schon Überlegungen, vielleicht mit mehreren Familien zusammen einen Bauernhof auf dem Land zu gründen – mit guter Internetverbindung natürlich."

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