menu
A Few Good Friends
Eine Initiative der

Me-Time? Warum Langeweile furchtbar und fruchtbar sein kann

von Johanna, 26.02.2018

Ständig beklagen wir uns über zu wenig Me-Time. Aber was passiert, wenn wir denn mal alleine sind? Serien glotzen, den ganzen Tag im Schlafanzug rumschlurfen – von fruchtbarer Langeweile keine Spur…

Ich kenne die Sehnsucht nach dem Alleine-sein-wollen. Tagtäglich schwirren Tausende Menschen wie eifrige Bienen um mich herum. Es gibt nette, lustige, nervige und stressige Leute und es gibt meinen Kopf, der sich in Anbetracht der Menge an Informationen, die ihn erreichen, am Ende des Tages wie eine von unzähligen Grabblern zermatschte Avocado anfühlt. Und dann sind da noch die unendlich vielen Emotionen, die unser Menschsein spannend, aber mitunter auch chaotisch machen.

Manchmal sehne ich mich dann nach dem Kontrastprogramm: Abschottung. Nur ich. Und vielleicht Remarque, den ich aktuell wieder lese. Schön, diese Ruhe. Ich mache das, worauf ich Lust habe, ohne auf jemand anderes Rücksicht nehmen zu müssen. Ich habe Zeit, Dinge für mich zu ordnen und hey, vielleicht höre ich bei all der Stille auch mal wieder etwas Cleveres von meiner inneren Stimme, der Regentin bei wichtigen Entscheidungen.

Tatsächlich quasselt die unentwegt. Irgendwann langweilt mich meine innere Vielrednerin aber, und ich lege sie lahm – vorzugsweise mit Serien wie "Grey’s Anatomy", "Black Mirror" oder "The Affair". So können plötzlich Stunden vergehen. Von meiner inneren Stimme höre ich dann nur Sätze wie "Callie und Christina sollen wieder zurückkommen", "Oh, ist ja schon dunkel draußen" und "Hunger!". Nach Stunden des Nichtredens mache ich den „Hallo“-Check, um zu überprüfen, ob meine echte, verbale Stimme überhaupt noch existiert. Spätestens dann ist klar, dass ich meinen Serien-Exzess beenden sollte.

Nix gegen ausufernde Couch-Hangover! Manchmal tut es einfach gut, nicht so viel nachzudenken. Aber irgendwie verfehlt es auch den Sinn von Me-Time. Aus dem Me wird dann "Me & Grey’s Anatomy".

Ich glaube, dass viele Leute gar nicht richtig mit sich alleine sein können. Sie suchen schnell nach Zerstreuung und begeben sich lieber wieder in den ihnen eigentlich überdrüssigen Menschenstrudel oder lenken sich mit Internet und TV ab, als sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Langeweile hat mehrheitlich ein ganz mieses Image. Ihr wird Lebenszeitverschwendung nachgesagt. Und die ist in unserer Leistungshochkultur ja mehr als pfui.

Dabei kann diese Verschwendung Grandioses hervorbringen! Vielleicht erfindest du aus Langeweile das Rad nicht unbedingt neu, aber du kommst dem auf die Schliche, was du von deinem Leben eigentlich wirklich willst. In Ruhe, ohne Smartphone, Alexa oder sonstiger Informationsquelle. Und ohne, dass es erst zum völligen Knockout kommen muss, um eine Veränderung zu bewirken.

Ich habe nach meiner Me-Time beispielsweise herausgefunden, dass ich nicht mehr pendeln will . Gedacht, getan – und mehr Zeit gewonnen! In diesem Sinne: Auf eine gute lange Weile!

×

Einwilligungserklärung für die Nutzung der Social Media Plugins

Für die Nutzung von Social-Media-Dienstangeboten diverser Unternehmen stellen wir Ihnen Social-Media-PlugIns zur Verfügung. Diese werden in einem 2-Klick-Verfahren auf den Online-Angeboten der AOK eingebunden. Die AOK erfasst selbst keinerlei personenbezogenen Daten oder über deren Nutzung mittels der Social PlugIns. Über diese PlugIns können jedoch Daten, auch personenbezogene Daten, an die US-amerikanischen Diensteanbieter gesendet und gegebenenfalls von diesen genutzt werden. Das hier eingesetzte Verfahren sorgt dafür, dass zunächst keine personenbezogenen Daten an die Anbieter der einzelnen Social-Media-PlugIns weitergegeben werden, wenn Sie unser Online-Angebot nutzen. Erst wenn Sie eines der Social-Media-PlugIns anklicken, können Daten an die Dienstanbieter übertragen und durch diese gespeichert bzw. verarbeitet werden.

close