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A Few Good Friends
Eine Initiative der
Hochzeitsgesellschaft sitzt im Freien am gedeckten Tisch feiert ausgelassen

Wieso alle über Hochzeitseinladungen jammern und dann doch hingehen

von Sirany, 11.09.2018

Für zwei Menschen ist es der glücklichste Tag in ihrem Leben – für viele Gäste bedeutet es Stress und Verpflichtung. Zumindest wenn die drölfte Hochzeitseinladung innerhalb eines Jahres reinflattert.

Man kann nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen – an diesem Sprichwort ist auch wortwörtlich etwas Wahres dran! Die Frage ist: Will man das überhaupt? Denn ich kenne Leute, deren Herzschlag kurz aussetzt, wenn sie in ihrem Briefkasten einen hübsch verzierten Umschlag oder eine hippe Save-the-date-Postkarte finden. „Bitte nicht noch eine Hochzeit in diesem Jahr!“, schießt es ihnen flehend durch den Kopf.

Doch dann kommt der bittere Moment der Wahrheit: Tatsächlich handelt es sich um die siebte Einladung zu einer Trauung. Einige Paare sollen sogar zu so vielen Hochzeiten gebeten werden, dass sie es partout nicht schaffen, ihre eigene zu planen.

Natürlich freut man sich von Herzen für die beiden Liebenden, die einander gefunden haben und ihren besonderen Tag mit ihnen wichtigen Menschen teilen und feiern wollen. Aber mit Hochzeiten ist es wie mit gewaltverherrlichenden Computerspielen: Je öfter man sie spielt, umso mehr stumpft man ab. Bei der ersten Hochzeit hast du vor Rührung vielleicht noch Rotz und Wasser geheult, bei der drölften Festivität denkst du dir: „Immer dieselbe Leier.“

Allerdings liegt es nicht nur an der mit dem Alter prozentual zunehmenden Häufigkeit von Hochzeitseinladungen, die bei den Gästen zum Stress führt, weil sie sich in der heutigen Zeit, in der wir gerne flexibel bleiben, einen festen Termin in der nahen Zukunft freihalten müssen. Auch die Anforderungen der Gastgeber machen der Hochzeitsgesellschaft oft das Leben schwer.

Denn das glückliche Brautpaar ist so in seinem Heiratsrausch gefangen, dass alles perfekt geplant und organisiert werden muss: Größer, teurer, glücklicher und außergewöhnlicher lautet die Devise. Hochzeiten sind mittlerweile Feste der Superlative. Und ich kann es sehr gut verstehen, wenn manche Menschen keine Lust mehr auf solche Feierlichkeiten haben, weil ihnen sämtliche Dinge diktiert werden.

Eine Freundin echauffierte sich neulich darüber, dass der Dresscode nur die Farben Weinrot, Schwarz und Dunkelblau erlaubte. Bei einer anderen Hochzeit bekamen die Gäste im Nachhinein zu hören, dass sie zu wenig Geld geschenkt hätten. Dabei handelte es sich wohlgemerkt um 50 Euro pro Person, womit man bei Geldgeschenken voll im Durchschnitt liegt. Nicht zu vergessen die Hochzeiten, die zu Beziehungskrisen oder Familienfehden führen, weil Onkel Hans zur Trauung eingeladen ist, während man selbst erst zur Party am Abend kommen darf.

Liebe Brautpaare, nehmt euren großen Tag doch bitte ein wenig lockerer und versucht euren Gästen ihre Freiheiten zu lassen. Alle wissen, dass es für euch ein großer Schritt – vielleicht der größte in eurem Leben – ist, aber für viele andere ist es eben nur eine weitere Hochzeit.

Nichtsdestotrotz verzeihen wir unseren Freunden, Verwandten und Bekannten ihren Hochzeitswahn und versuchen, ihren Wünschen so gut es geht zu entsprechen und ihren Tag so wunderschön wie möglich zu gestalten. Auch wenn das manchmal heißt, in den sauren Apfel zu beißen und bei peinlichen Traditionen wie dem Suppenmarsch mitzuklatschen, Kleider in Farben, die einem absolut nicht stehen, zu tragen oder das Flugticket für die Trauung auf Sizilien zu bezahlen. Denn letztendlich haben wir diese Menschen so gern, dass wir zwar über den Freizeitstress, den Hochzeiten verursachen, jammern, sie aber in ihrem besonderen Tag begleiten und in die Arme schließen wollen.

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