Gemeinsame Wohnung: Harmonisches Liebesnest oder der Anfang vom Ende?

florian-heil
von Florian, 28.11.2017

Die meisten Pärchen ziehen früher oder später zusammen. Doch ist das wirklich die beste Lösung, um die Beziehung stabil zu halten? Unsere Autoren Sirany und Florian sind da unterschiedlicher Auffassung.

Flo: Pro – Du lernst deinen Partner richtig kennen – und sparst Geld

Ich bin wirklich kein Freund überstürzter Handlungen. Und kann dem auch wenig abgewinnen, wenn ein frisch verliebtes Paar im Rausch der Hormone sofort den Wohnungsmarkt durchstöbert, um sich ein gemeinsames Liebesnest zu bauen. Denn nach einer gewissen Zeit weicht die Verliebtheit und damit auch der Drang, sich jede freie Minute zu sehen. Insofern klingt es sehr vernünftig, erst einmal in getrennten Wohnungen zu bleiben und sich nur dann zu sehen, wenn beide wirklich Lust darauf haben.

Das mag für einen bestimmten Zeitraum auch die beste Lösung sein. Doch irgendwann, oft, wenn die 30 so langsam aber sicher überwunden wird, steigert sich bei vielen Menschen der Wunsch nach etwas Verbindlichem. Zumindest im Verborgenen macht sich vielleicht auch die Überlegung breit, eine Familie zu gründen. Und spätestens vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich, den Partner richtig kennenzulernen – mit allen Macken, die sich vielleicht erst offenbaren, wenn er oder sie jeden Tag um einen herumschwirrt.

Es wird natürlich auch zu Streits kommen – das ist unvermeidbar, kann aber auch befreiend wirken. Der Schlüssel zur Zufriedenheit liegt jedoch darin, die emotionale Bindung in der Beziehung aufrechtzuerhalten, sich aber dennoch Freiräume zuzugestehen.

Und nicht zuletzt kann es für eine Partnerschaft auf sehr befriedigend sein, sich öfter zu sehen, nicht mehr pendeln zu müssen und es sich "richtig gemütlich" zu machen – in einer gemeinsamen Unterkunft, die in der Regel viel mehr Platz bietet und pro Kopf meist auch günstiger ist – Kosten für Heizung, Strom, Internet und andere Rechnungen teilst du fortan schließlich durch zwei.

Sirany: Contra – Zusammenziehen verändert dich und deine Beziehung fundamental

Du verbringst ohnehin jede freie Minute mit deinem Herzblatt, wann du das letzte Mal alleine geschlafen hast, daran erinnerst du dich kaum noch. Warum also nicht gleich zusammenziehen? Nun ja, vielleicht weil gerade dieser unbeschwerte Zustand mit getrennten Wohnungen eurer Beziehung so gut tut?

„Zu mir oder zu dir?“ – diese prickelnde Frage gibt es dann nicht mehr, wenn ihr euch einmal zu dem Schritt entschieden habt, eure Gemächer zu teilen. Denn irgendwie bleiben die Treffen mit dem Lieblingsmenschen etwas Besonderes, solange jeder seine eigene Wohnung hat – inklusive der Aktivitäten, Überraschungen und dem Spaß, den ihr darin erlebt. Sobald ihr aber zusammenzieht, verschmelzen eure Refugien zu einem Kosmos, die gemeinsamen Räume werden in den Alltag integriert und das nimmt der Beziehung einen gewissen Reiz. Die Couch, auf der ihr früher übereinander hergefallen seid, ist jetzt nach Feierabend nur noch der Treffpunkt für Netflix & Chill im wahrsten Sinne des Wortes.

Gewiss, es gibt Möglichkeiten, das zu verhindern, erfordert aber von beiden Seiten, dass sie sich zusammenreißen und weiter umeinander bemühen. Wertschätzung ist hier das Schlagwort. Die geht manchmal sehr leicht verloren, wenn Paare sich 24/7 sehen. Die gemeinsame Wohnung bedeutet nämlich auch, dass du einen Teil deiner Freiheit aufgibst. Zum Beispiel die Freiheit, dass du allein zu Hause deinen Launen freien Lauf lassen kannst, die Tür mal hinter dir zuschlägst, wenn du mies drauf bist, die Musik aufdrehst oder deine Freunde auf eine Flasche Wein einlädst. In der gemeinsamen Wohnung erfordert all das die Absprache mit dem Partner – und zwar mehr, als es in einer Wohngemeinschaft der Fall wäre.

Damit kommt nicht jeder klar – und lässt seinen Frust möglicherweise an demjenigen ab, der es am wenigsten verdient hat: dem Freund oder der Freundin, der oder die doch unbedingt zusammenziehen wollte. Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Und solange du dir noch nicht völlig sicher bist, tut es auch eine WG, um die Kosten für die gemeinsame Unterkunft zu halbieren.

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