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A Few Good Friends
Eine Initiative der
Freundschaft zwischen Mann und Frau

Lass uns Freunde bleiben: Funktioniert das nach einer Trennung?

von Sirany, 04.04.2018

Wenn eine Beziehung zerbricht, gibt es kein „Wir“ mehr, sondern nur zwei Menschen, die getrennte Wege gehen. Oder doch nicht? Können sie in Freundschaft miteinander verbunden bleiben?

Sirany: Pro – Manchmal funktioniert eine Freundschaft besser als eine Beziehung

Machen wir uns nichts vor: Nach einer Trennung kann niemand sofort im Kopf einen Schalter umlegen und vom Beziehungs- in den Freundschaftsmodus umswitchen. So etwas braucht Zeit. Zeit, in der die Ex-Liebenden Abstand voneinander gewinnen können, ihren Trennungsschmerz verarbeiten und sich mit der neuen Situation arrangieren.

Wie lange dieser Prozess dauert, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Er kann sich über Monate – vielleicht sogar Jahre – erstrecken und ganz schön wehtun. Doch dieser Vorgang ist seine Dauer und den Schmerz wert. Denn im besten Fall kann aus einer gescheiterten Beziehung etwas ganz Wunderbares entstehen: eine besondere Freundschaft zum Ex-Partner, die über die meisten platonischen Beziehungen zu Freunden hinausgeht.

Denn in der Regel teilen wir nur mit unseren engsten Seelenverwandten unsere Macken, Ängste, Sehnsüchte und Träume. Ein Level an Intimität wie mit dem (Ex-)Partner erreichen wir selten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man manchmal im Nachhinein herausfindet, dass man als Team Freundschaft besser funktioniert als im Team Beziehung. Wenn beide Seiten das realisieren und es schaffen, diese Vertrautheit in die platonische Beziehung mitzunehmen, ist das die ideale Basis für die beste aller Freundschaften. Denn diese Freundschaft hat die Intimität einer Beziehung, ist aber losgelöst von all dem Erwartungsdruck und den Ansprüchen, die man meist nur an seinen Partner und nicht an seine Freunde stellt.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich beide Seiten ihrer freundschaftlichen Gefühle vollkommen klar sind, sich nicht mehr von der Sache erhoffen (zum Beispiel Sex) und im Reinen mit sich sind. Wurde einer der beiden vom anderen verletzt und hegt heimlich einen inneren Groll, ist das keine gute Basis für den platonischen Neustart. Und: Beide Seiten müssen die Freundschaft natürlich von Herzen wollen.

Flo: Contra – Freundschaften scheitern oft an den Gründen der Trennung

Ich kann hier kein generelles Contra geben, da ich im Freundeskreis tatsächlich ein recht gelungenes Beispiel einer Freundschaft von Ex-Partnern habe. Allerdings auch nur dieses eine – und das ist sicherlich kein Zufall. Denn in den meisten Fällen hat die Trennung vom Partner gute Gründe, die vielleicht noch eine oberflächliche Freundschaft erlauben, aber selten eine tiefgehende, echte Freundschaft.

Mal abgesehen von ehemaligen Liebesbeziehungen, die irgendwann in Hass umgeschlagen sind und gar keine Basis mehr für ein Miteinander jeglicher Art erlauben, gibt es eine ganze Reihe von gescheiterten Partnerschaften, für deren Protagonisten eine echte Freundschaft nur schwer umzusetzen ist. War der Grund für eine Trennung ein Bruch der Treue, ist das Vertrauensverhältnis so nachhaltig gestört, dass auch eine Freundschaft schwierig sein dürfte.

Oder einer der Partner leidet so sehr unter der Trennung, dass jeglicher Kontakt zu dem Verflossenen schmerzhafte Gefühle bereitet. Vor allem, wenn schon ein neuer Partner im Spiel ist. Auch eine Freundschaft aus Mitleid oder Sentimentalität ist keine Option, die beide Ex-Partner auf Dauer befriedigen würde.

Um eine Trennung durchzuziehen, um sich wirklich vom Partner zu lösen, benötigen die meisten Menschen Abstand vom Ex – eine Freundschaft wäre da in den meisten Fällen eher hinderlich. Ich gebe Sirany zwar recht, dass sich diese Gefühle nach geraumer Zeit meist neutralisieren. Doch dann eine neue Basis zu schaffen, die für beide Seiten den erneuten Schwenk in die amouröse Richtung ausschließt, ist in den meisten Fällen wohl schwer erreichbar.

Eine Studie der Oakland University in den USA kam übrigens zu dem Schluss, dass häufig Personen mit "dunklen Persönlichkeitszügen" wie Streitlust, Aggressivität, Egozentrik oder Asozialität eine Freundschaft nach der Trennung anstreben – und zwar aus strategischen Gründen, weil sie sich Vorteile erhoffen. Und eine solche Freundschaft verdient die Bezeichnung nicht.

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