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Erdmännchen im Zoo

Tiere im Zoo: Quälerei oder ein Segen für den Artenschutz?

von Sirany, 21.03.2018

Ein Zoobesuch ist das Highlight unter den Familienausflügen. Aber sind Zoos auch noch mehr als reine Unterhaltung? Können sie gar gefährdete Arten retten? Florian und Sirany diskutieren.

Sirany: Contra – Zoos geht es zuerst ums Geld, nicht ums Tierwohl

Seit ich weiß, dass Zoos kerngesunde Löwen, Braunbären oder andere Tiere wie 2014 die dänische Giraffe Marius aus Platzgründen töten, oder um eine mögliche Inzucht zu verhindern, habe ich absolut kein Verständnis mehr für sie. „Populationsmanagement“ nennt sich das auch noch ganz wirtschaftlich rational. Und nichts anderes sind Zoos in meinen Augen: Einrichtungen, die Tiere einsperren und mit ihnen Geld machen – der Artenschutz ist dabei nur zweitrangig.

Die Tierparks maßen sich an, Lebewesen hinter Zäunen zu halten, über ihr Leben und ihren Tod zu entscheiden und dabei auch noch von Arterhaltung zu sprechen. Das will ich nicht unterstützen!

Wenn Zoos wirklich Arten vor dem Aussterben retten wollen, dann sollten sie sich auf die Tiere konzentrieren, bei denen sie zumindest eine einigermaßen artgerechte Haltung garantieren können. Bedrohte Haus- und Nutztierrassen wie das Wollschwein zum Beispiel. Oder die vielen Insekten oder Amphibien, die ebenfalls vom Aussterben bedroht sind. Aber nein, die sind ja nicht groß, bunt und exotisch genug. Es müssen schon Delfine, Eisbären oder Tiger sein, deren natürliche Lebensbedingungen sich in Gefangenschaft niemals umsetzen lassen werden.

Auch den großen didaktischen Wert, den Tierparks sich gerne auf die Fahnen schreiben, sehe ich nicht. Viele Kinder – und auch Erwachsene – laufen nur unreflektiert von Gehege zu Gehege. Was zählt, ist, dass der Affe Kunststückchen macht, nicht, was auf der Infotafel neben dem Käfig steht. Bei der pädagogischen Vermittlung von Wissen haben Zoos noch einigen Nachholbedarf. Und solange sich in dieser Hinsicht nichts ändert, investiere ich mein Geld lieber in Projekte zur Erhaltung des Regenwaldes, anstatt den Eintritt für einen Zoobesuch zu bezahlen.

Flo: Pro – Zoos sind wichtig für den Artenschutz und die Bildung

Ein Ausflug in den Zoo ist für Kinder ein echtes Highlight – das war vor Jahrzehnten schon so und ist auch heute noch der Fall. Denn Tiere üben auf den Nachwuchs trotz aller Ablenkungen durch Smartphones und PCs noch immer eine starke Faszination aus. Dieses grundlegende Interesse an der Natur ist Gold wert – und Zoos tragen ihren Teil dazu bei, Kinder für eine schützenswerte Natur zu sensibilisieren.

Kinder und auch ihre Eltern bekommen im Zoo ein viel realistischeres Bild von Tieren als in Filmen – vom Geruch, den Stimmen, dem Verhalten der Tiere in Echtzeit. Zoos führen die Besucher an Umwelt- und Artenschutzthemen heran und vermitteln Wissen über die Lebewesen. Die Tiere werben sozusagen für den Erhalt der Natur und den Schutz ihrer Artgenossen.

Denn nicht zuletzt dienen Zoos mit den Erhaltungszuchtprogrammen und ihrem Engagement in Naturschutzprojekten auch dem Umwelt- und Artenschutz. Es gibt immer mehr Fälle, in denen Arten nur vor dem Aussterben bewahrt werden können, weil sie in Gehegen eingezäunt sind. Nicht in allen, aber in einigen Fällen gelingen sogar Wiederansiedlungsprojekte.

Wenn meine Vorrednerin Sirany nun behauptet, Zoos würden einzig betrieben, um damit Geld zu machen, ist das absurd. Fast alle deutschen Zoos sind auf Subventionen des Staates angewiesen, um überhaupt über die Runden zu kommen. Und natürlich können nicht alle Tiere wie in freier Wildbahn gehalten werden. Doch immer mehr Zoos und Tierparks bauen großzügigere Gehege, achten bei der Ausstattung auf natürliche Materialien und gitterlose Panoramen.

Und wenn Giraffen oder andere Tiere im Zoo getötet werden, um eine Inzucht zu vermeiden, dann hat das den guten Grund, die genetische Vielfalt zu erhalten. Die Erhaltung der Art steht über dem Individuum. In der Natur ist das nicht anders. Nur sind die Überlebenschancen in freier Wildbahn für Wildtiere viel geringer.

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