menu
A Few Good Friends
Eine Initiative der
Weihnachtsgebäck kaufen

Christmas came early for me: Früh Weihnachtsgebäck kaufen ist ein echter Abturner

von Sirany, 17.11.2017

Alle Jahre wieder kommt … das Weihnachtsgebäck zu früh in die Läden! Und ich wünsche mir jedes Mal eine herbstliche Hitzewelle herbei, die all die Schokoladenweihnachtsmänner zum Schmelzen bringt.

"Dieses Mal trifft es mich nicht so hart", denke ich. Im Sommer, der ohnehin mehr Herbst war, und bei Temperaturen, die hier im Norden sowieso selten über die 20-Grad- Marke hinausgekommen sind, werde ich es mit Fassung tragen. Keines Blickes werde ich sie würdigen, die Packungen mit Zimtsternen, Spekulatius und Dominosteinen, die Ende August in den Gängen der Supermärkte aufgetürmt stehen.

Das nehme ich mir vor, und spaziere erhobenen Hauptes an den Weihnachtsleckereien vorbei zu dem Platz, wo ich zuvor noch meine Lieblingsschokolade gefunden habe. Sie ist nicht mehr da. Als ich eine Verkäuferin frage, schüttelt sie bedauernd den Kopf: "Die haben wir nicht mehr, dafür sind jetzt die Weihnachtssachen da."

Und damit ist es vorbei mit meinem "Ich werde mich nicht ärgern"-Mantra. Es geht nicht bloß darum, dass andere Produkte – wie meine Lieblingsschokolade – saisonal bedingt für das Weihnachtsgebäck weichen müssen. Hier geht es ums Prinzip! Ich will nicht, während eigentlich noch Freibadsaison ist, im Supermarkt schon an den Winter erinnert werden! Ich will beim Picknick im Park Tofuwurst vom Grill in mich reinstopfen, keine Lebkuchen. Der Sommer ist in Deutschland sowieso schon so kurz, können wir ihn dann nicht wenigstens ausgiebig zelebrieren und nicht schon gedanklich Adventskerzen anzünden und uns auf dem Sofa einkuscheln?

Leider scheint Weihnachtsgebäck aber auch im September schon großen Absatz zu finden. Der Pro- Kopf-Verbrauch an Weihnachtssüßigkeiten jeglicher Art liegt laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) jährlich bei rund 900 Gramm. Rund 81.000 Tonnen produzieren deutsche Hersteller jedes Jahr. Die Leute schütteln zuerst verständnislos die Köpfe und kaufen den Weihnachtskram dann doch.

Ein bisschen kann ich sie ja verstehen, die Menschen, die mit Rentier-Pullovern und Last-Christmas- Beschallung bereits im Herbst ihre Pfeffernüsse knabbern. Für Weihnachtsfans ist die verfrühte Adventsbäckerei sicher ein gefundenes Fressen. Aber ich bin da eher der Grinch. Weihnachten geht bei mir drei Tage, aber danach ist auch erstmal wieder gut! An Heiligabend und den zwei Feiertagen lasse ich es mir auch nicht nehmen, mir den Bauch mit Weihnachtssüßkram vollzuschlagen. Aber wenn man bedenkt, wie viele zusätzliche Kalorien wir an den Weihnachtstagen zu uns nehmen, brauche ich die Nadel der Waage nicht schon vorher um ein paar Kilos weiter nach rechts zu versetzen. Der ganze Zucker ist nun mal ungesund, da gibt’s nichts dran zu rütteln.

Ich kann es dem Handel nicht einmal verübeln, dass er ein Geschäft aus der vorhandenen Nachfrage macht. Weihnachten ist eh schon so durchkommerzialisiert, da kommt es auf die Süßigkeiten auch nicht mehr an. Auch wenn vielleicht mal jemand an die Kinder denken sollte… "Mami, warum gibt es schon Schokoweihnachtsmänner im Sommer?" "Tja, mein Kind, das liegt daran, dass der Weihnachtsmann ein verkappter Kapitalist ist und mehr Geld verdienen will, indem er seine Leckereien jetzt schon verkauft." Goodbye, Weihnachtsvorfreude!

Kürzlich habe ich erfahren, dass Weihnachtsgebäck jetzt Herbstgebäck heißt. Seriously? Dann lasst die Stollen und Plätzchen doch einfach das ganze Jahr über in den Regalen. Das funktioniert in anderen Ländern auch. Dann gibt es irgendwann keine Klassifizierungen mehr und es sind einfach Süßigkeiten, die nicht mehr an ein Fest gebunden sind.

Einmal habe ich mich dann neulich übrigens doch gefreut. In einer Drogerie entdeckte ich unter den Bio-Weihnachtsleckereien mit Zartbitterschokolade überzogene Kokoskugeln. Und habe sie prompt gekauft. Aber psst … nicht dem Christkind verraten! Ich betrachte das als Ersatz für meine aus dem Sortiment genommene Schokolade.

×

Einwilligungserklärung für die Nutzung der Social Media Plugins

Für die Nutzung von Social-Media-Dienstangeboten diverser Unternehmen stellen wir Ihnen Social-Media-PlugIns zur Verfügung. Diese werden in einem 2-Klick-Verfahren auf den Online-Angeboten der AOK eingebunden. Die AOK erfasst selbst keinerlei personenbezogenen Daten oder über deren Nutzung mittels der Social PlugIns. Über diese PlugIns können jedoch Daten, auch personenbezogene Daten, an die US-amerikanischen Diensteanbieter gesendet und gegebenenfalls von diesen genutzt werden. Das hier eingesetzte Verfahren sorgt dafür, dass zunächst keine personenbezogenen Daten an die Anbieter der einzelnen Social-Media-PlugIns weitergegeben werden, wenn Sie unser Online-Angebot nutzen. Erst wenn Sie eines der Social-Media-PlugIns anklicken, können Daten an die Dienstanbieter übertragen und durch diese gespeichert bzw. verarbeitet werden.

close