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Junger Mann nutzt Facebook am Laptop im liegen

#deletefacebook: Wie sicher sind deine Daten nach dem Facebook-Skandal?

von Sirany, 18.05.2018

87 Millionen Facebook-Nutzer könnten vom jüngsten Datenskandal um das soziale Netzwerk betroffen sein. Ist das ein Grund, der Plattform den Rücken zuzukehren und sein Profil endgültig zu löschen?

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass die Anzahl deiner Facebook-Freunde in der letzten Zeit gesunken ist. Das liegt vermutlich nicht an dir, sondern am jüngsten Datenskandal um das soziale Netzwerk. Mitte März war bekannt geworden, dass Informationen von Millionen Facebook-Usern ausspioniert und ihre Daten der Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica zugespielt wurden. Die Zahlen beliefen sich erst auf 50 Millionen Betroffenen, Facebook revidierte sein Statement aber dann noch einmal und sprach anschließend von rund 87 Millionen Nutzerprofilen.

Bis zu 87 Millionen Betroffene – wie konnte es zum Datenskandal um Facebook kommen?

Facebook äußerte sich daraufhin in einer langen Pressemitteilung zu den Vorwürfen. Cambridge Analytica habe die Informationen von einem App-Entwickler bekommen. Dieser habe die Daten über die Umfrage-Anwendung „thisisyourdigitallife“ gesammelt und weitergegeben. Durch ein Datenleck wurden allerdings nicht bloß die Infos der Umfrageteilnehmer gesammelt, sondern auch die ihrer Facebook-Freunde. Aus diesem Grund könne die Zahl der Betroffenen so hoch sein, obwohl nur einige 100.000 Nutzer bei der Befragung mitgemacht haben. Um welche Daten es sich dabei aber genau handelt, konnte auch der Social-Media-Mogul nicht sagen.

Facebook habe diese Schwachstelle zwar bereits 2014 behoben, doch da war es bereits zu spät. Der App-Entwickler habe die Informationen anschließend unrechtmäßig an Cambridge Analytica weitergegeben. Das britische Datenanalyse-Unternehmen, das mittlerweile Insolvenz angemeldet hat, arbeitete im US-Wahlkampf für das Team von Präsident Donald Trump.

Mit verschiedenen Emotionen
Meine Facebook-Nutzerdaten wurden möglicherweise weitergegeben? Dislike!

Gelobt Facebook Besserung? Neue Datenschutzoptionen sind da

Am 14. Mai hat Facebook in einem Blogeintrag bekanntgegeben, dass 200 Apps von der Social-Media-Plattform verbannt werden könnten. Diese Maßnahme resultiert aus der Ankündigung von CEO Mark Zuckerberg, alle Anwendungen zu überprüfen, die vor Änderung der Facebook-Richtlinien im Jahr 2014 Zugriff auf große Datenmengen von Nutzern hatten.

Auch die User sind nach dem Datenskandal zum Handeln aufgefordert. Denn gemäß der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die am 25. Mai in Kraft tritt, hat auch Facebook seine Datenschutzrichtlinien angepasst. Um Vertrauen zurückzugewinnen, will das Unternehmen seine neue Verordnung nicht nur in der EU, sondern weltweit gelten lassen. Europa macht jedoch den Anfang, und so erhielten die Nutzer schon im April eine Meldung, dass sie ihre Einstellungen zum Datenschutz überprüfen müssen. Diese umfassen folgende Änderungen:

  • Wer Angaben zu politischer Gesinnung, Glauben oder Beziehungsstatus gemacht hat, wird darauf hingewiesen, dass diese Daten für Facebook sichtbar sind und verarbeitet werden. Der Nutzer kann sie anschließend entweder bestehen lassen oder löschen.
  • Die umstrittene – und bislang in Europa nicht freigeschaltete – Gesichtserkennung wird eingeführt, die Aktivierung ist aber freiwillig. Diese Funktion soll laut Facebook Betrugsversuche mit Fake-Profilen verhindern.
  • Nutzer können entscheiden, ob sie in Zukunft zielgerichtete Werbung bekommen wollen oder nicht. Diese Informationen sammelt Facebook über Partner-Websites, die der User besucht hat. Entscheidet sich der Nutzer dagegen, bekommt er weiterhin die gleiche Menge an Anzeigen zu sehen – nur eben nicht personalisiert.
  • Minderjährige zwischen 13 und 15 Jahren benötigen die Einwilligung eines Erziehungsberechtigten per E-Mail, wenn sie Facebook weiter nutzen wollen.

So kannst du als Nutzer deine Facebook-Daten einsehen und herunterladen

Neben den oben genannten Punkten hat Facebook außerdem seine Einstellungen übersichtlicher und verständlicher gestaltet. Einzelne Menüpunkte und deren Funktion werden nun besser erläutert.

Beispielsweise haben viele User in den letzten Wochen eine Übersicht ihrer Daten angefordert, die sie mit Facebook teilen. Um diesen Schritt zu vereinfachen, ist diese Option nun unter den Einstellungen über den Menüpunkt „Deine Facebook-Informationen“ verfügbar. Die Daten, die Facebook sammelt, können hier, sortiert nach Kategorien wie „Beiträgen“, „Gruppen“ und „Fotos und Videos“ eingesehen oder sogar heruntergeladen werden.

Anmelden auf Facebook - online oder per App
Das Internet vergisst nicht: Facebook auf allen Kanälen – aber was passiert mit den Informationen, die dort geteilt werden?

Beziehungspause oder Trennung für immer: Facebook-Konto deaktivieren oder löschen?

Während das Deaktivieren deines Facebook-Kontos verhältnismäßig einfach ist, war es früher ein größerer Aufwand, den Account komplett zu löschen, da die Funktion auf der Seite versteckt wurde. Mittlerweile ist die Option relativ prominent platziert.

Um deinen Facebook-Account zu deaktivieren, gehe auf „Einstellungen“ > „Allgemein“ und „Konto verwalten“. Das bedeutet, dass dein Konto nur temporär deaktiviert ist und du jederzeit wieder zu Facebook zurückkehren kannst. Deine Daten bleiben dementsprechend auch auf den Servern gespeichert.

Um dein Facebook-Konto endgültig zu löschen, gehe auf „Einstellungen“ > „Deine Facebook-Informationen“ und „Dein Konto und deine Informationen löschen“. Bedenke, dass es dann kein Zurück mehr gibt und du deinen Account danach nicht mehr wiederherstellen kannst.

Du willst weder die Trennung noch eine Beziehungspause? Dann kannst du mit diesen Tipps deine Privatsphäre besser schützen:

  • Unter den Einstellungen im Menüpunkt „Apps und Webseiten“ kannst du kontrollieren, welche Apps, Spiele und Webseiten du in letzter Zeit aktiv verwendet hast. Auch diese Anwendungen können Daten auslesen. Es ist möglich, die Funktion komplett zu deaktivieren. Dadurch kannst du dich allerdings nicht mehr mit Facebook bei Apps und Webseiten anmelden.
  • Unter den Einstellungen im Menüpunkt „Privatsphäre“ stellst du ganz unten aus, dass Suchmaschinen wie Google dein Profil außerhalb von Facebook finden und anzeigen können.

Facebook bemüht sich nach dem Datenskandal also immerhin, seine Datenrichtlinien für den Nutzer transparenter zu machen. Viel mehr Kontrolle über seine Informationen darf der User allerdings nicht erwarten.

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