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Hype um neue Social-Media-Plattform: Wie gut ist die App Vero?

von Sirany, 11.04.2018

„True Social“ ist der Slogan von Vero, der App, die Facebook & Co. den Kampf angesagt hat. Das Netzwerk will vieles besser machen als die Konkurrenz. Nur leere Versprechungen oder ist da etwas Wahres dran?

Du bist genervt davon, dass in deinem Facebook-Feed Werbung von Marken oder Firmen auftaucht, die dich nicht die Bohne interessieren? Und auch die Ads bei Instagram stören dich? Werbeanzeigen gehören bei den großen Social-Media-Plattformen mittlerweile dazu und tauchen immer häufiger auf. Nutzer, denen das nicht passt, können wenig tun – außer ihre Accounts löschen und sich nach Alternativen umschauen.

Aktuell macht die Social-App Vero in der digitalen Welt von sich reden. Denn das soziale Netzwerk will vieles anders und auch besser machen als die etablierten Plattformen. Das hat Ende Februar einen regelrechten Ansturm auf die App ausgelöst, sodass Vero mittlerweile mehr als eine Million registrierte Nutzer verzeichnen kann. Ist der Hype berechtigt oder verschwindet die Anwendung bald wieder von der Bildfläche?

Vero – nur ein weiteres soziales Netzwerk?

Auf ihrer Webseite präsentiert sich die App Vero im jungen und modernen Design – und mit einem ambitionierten Manifest . Im Laufe der Zeit habe sich ein Ungleichgewicht zwischen den Interessen der Social-Media-Plattformen und den Interessen der Nutzer entwickelt, heißt es darin. Und weiter: Diese Unausgewogenheit lasse die User einsamer als je zuvor zurück . Was in Anbetracht dessen, dass es sich dabei um soziale Netzwerke handelt, natürlich paradox wäre.

Vero möchte das ändern und will deshalb eine authentischere Plattform sein, auf welcher sich auch die Nutzer ohne Einmischung der Plattform vernetzen und austauschen können. „True Social“ – wahrhaftig sozial – lautet deshalb der Claim der App. Der Name „Vero“ kommt übrigens vom lateinischen Wort „verum“ und bedeutet „Wahrheit“. Und wie wird dieser löbliche Anspruch in der Praxis umgesetzt?

Schriftliches Vero-Manifest liegt mit Smartphone auf Tisch
Sieht man nicht alle Tage: Eine Social-App wie Vero mit eigenem Manifest.

Was will Vero besser machen als Facebook, Instagram & Co.?

Von der Funktionsweise her ähnelt Vero anderen bekannten Social-Media-Kanälen wie Facebook und Co. Nutzer können:

  • sich mit anderen Usern connecten
  • Nachrichten verschicken und chatten
  • Inhalte wie Fotos, Videos, Bücher, Filme, Musik, Orte und Links in Posts mit anderen Usern in einem Newsfeed teilen

Allerdings will die App drei entscheidende Dinge dabei anders machen:

  • Vero zeigt den Usern keine Werbung oder gesponserten Beiträge an.
  • Es gibt keine Algorithmen, die Beiträge bestimmter Nutzer erfassen, aber andere wiederum nicht anzeigen. Stattdessen werden alle Postings der User, mit denen man sich verbunden hat, in chronologischer Reihenfolge im Feed angezeigt.
  • Vero will es dir auch leichter machen, zwischen Freunden und Followern zu differenzieren. Verbindungen werden in enge Freunde, Freunde, Bekannte und (unbekannte) öffentliche Follower unterteilt, sodass der User besser bestimmen kann, welche seiner Beiträge für welche Gruppe(n) sichtbar sind.

Weil die App ohne Werbung auskommen soll, wird der Download bei iTunes oder Google Play in Zukunft etwas kosten. Ursprünglich sollte nur die erste Million registrierter Nutzer Vero auf Lebenszeit kostenlos nutzen können. Da die Anwendung jedoch aufgrund des User-Ansturms Ende Februar mit technischen Problemen zu kämpfen hatte, die das Nutzen der App verlangsamten und erschwerten, haben die Betreiber das Angebot verlängert. Noch steht Vero weiterhin kostenlos zum Download in den App Stores bereit (Stand: 10. April 2018), obwohl bereits mehr als eine Million Nutzer angemeldet sind. Informationen zu zukünftigen Preisen sollen jedoch bald folgen.

Und Vero finanziert sich noch auf einem anderen Weg: Unternehmen haben die Möglichkeit, eine Kaufoption für ihre Produkte auf ihrem Profil zu integrieren. Wenn ein Nutzer darüber etwas erwirbt, bekommt Vero eine Provision.

Wer sind die Macher der App?

Finanziell dürfte es den Betreibern von Vero ohnehin nicht schlecht gehen. Dahinter steckt nämlich der libanesische Unternehmer und Milliardär Ayman Hariri. Zuvor war er stellvertretender Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender von Saudi Oger, einer Baufirma in Saudi-Arabien. 2016 machte das Unternehmen negative Schlagzeilen, weil es in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet und pakistanischen Gastarbeitern mehrere Monate lang keine Gehälter mehr zahlte.

Ob Hariri zu diesem Zeitpunkt noch der stellvertretende CEO war, ist umstritten. Er selbst bestreitet das, doch der Blog Gizmodo hat Hinweise darauf gefunden, dass Hariri die Position noch im Februar 2016 innehatte.

Vero-App auf Smartphone
Auf Vero kannst du Fotos, Orte, Bücher, Musik und weitere Inhalte mit anderen Nutzern teilen.

Ist der Hype nun berechtigt?

Nicht nur die berufliche Vorgeschichte von Mitbegründer Ayman Hariri wirft Fragen auf. Ebenfalls nicht geklärt ist, wie es zu dem riesigen Hype um Vero gekommen ist. Böse Zungen behaupten, das Unternehmen habe erfolgreiche Influencer dafür bezahlt, auf Facebook und Instagram Werbung für das neue soziale Netzwerk Vero zu machen. Sowohl die Macher der Anwendung als auch die Influencer bestreiten das.

Abgesehen von den Irrungen und Wirrungen um den plötzlichen Erfolg der App, die es schon seit 2015 gibt, hat Vero aber durchaus positive Ansätze im Konzept vorzuweisen. Denn eine werbefreie Social-Media-Plattform ohne Algorithmen dürften viele User begrüßen.

Allerdings gibt es auch Schwachstellen: Wer seinen Vero-Account wieder löschen möchte, findet auf der Webseite in den FAQs keinen Hinweis darauf, wie das geht – und besonders bequem und einfach ist das dazu nötige Prozedere auch nicht. In der App muss der Nutzer auf das Fragezeichen im Menü tippen, um Kontakt zum Support zu erhalten. Er wählt „Meinen Account löschen“ als Anliegen aus und soll eine Begründung dafür angeben. Per E-Mail wird dann bekanntgegeben, dass der Account entfernt wurde. Ohne das Kontaktieren des Supports ist es dem Nutzer nicht möglich, sein Vero-Konto zu löschen.

Außerdem ist in den Nutzungsbedingungen festgehalten, dass geteilte Inhalte von Usern (auch nach dem Löschen des Accounts) unentgeltlich von Vero zu persönlichen Zwecken weiterverwendet werden dürfen. Das dürfte auch nicht jedem Nutzer schmecken. Auf die perfekte Social-Media-Plattform müssen wir also wohl weiter warten.

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