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Herden von Müll am Stand

Meere versinken im Plastik: Diese Projekte sollen die Ozeane retten

von Johanna, 09.04.2018

Auf unseren Ozeanen bewegen sich gigantische Müllinseln, so groß wie ganze Länder. Welche Projekte sich für weniger Plastikmüll im Meer engagieren und was du selbst tun kannst, liest du hier.

Das Problem: Die expandierenden Plastikstrudel

Jährlich landen zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren. Aufgrund von Meeresströmungen bildet der Kunststoffabfall gigantische schwimmende Müllhalden. Besonders tragisch ist die Situation im Pazifik: Dort bedeckt der Müllteppich eine Fläche, die viermal so groß ist wie Deutschland. Die Folgen der tonnenschweren Müllstrudel sind für die Umwelt verheerend.

Vögel und Meerestiere verwechseln den Plastikmüll mit Nahrung und verenden an ihren verstopften Verdauungstrakten oder weil sie neben den Plastikteilchen zu wenig Nahrhaftes zu sich nehmen. Andere Meeresbewohner strangulieren sich selbst durch Plastikschlaufen und -seile.

Seerobbe verheddert im Müll
Meeresbewohner verheddern sich im Plastikmüll und können sich selbst nicht mehr befreien.

Weiterhin schwimmen unendlich viele, winzig kleine Mikropartikel aus zerfallenem Kunststoff in den Ozeanen. Diese nehmen Fische mit der Nahrung auf – und wir Menschen auch, wenn wir die betroffenen Meerestiere verspeisen. So schließt sich der Kreislauf letztlich und wir essen unseren eigenen Müll.

Wie gefährlich die Situation ist, erklärt CNN-Reporter Nick Paton Walsh im Video. Er ist zum Midway-Atoll im Pazifischen Ozean gereist, um dort die Auswirkungen unseres Plastikmülls auf die Weltmeere zu dokumentieren.

Die Crux: Die schwimmenden Plastikinseln werden immer größer, denn bis sich der treibende Kunststoff-Friedhof von selbst zersetzt, vergehen Jahrhunderte. Eine Plastikflasche braucht beispielsweise 450 Jahre, bis sie im Meer verrottet.

„The Ocean Cleanup“: Plastik filtern als Lösungsstrategie?

Der Niederländer Boyan Slat will mit seinem durch Crowdfunding finanzierten Projekt „ The Ocean Cleanup“ die Weltmeere vom Müll befreien. Dafür will der 23-Jährige die Meeresströmungen nutzen, die an bestimmten Punkten Strudel entstehen lassen, wo sich der Plastikmüll in exorbitanten Ausmaßen sammelt und im Kreis schwimmt. Genau in diese Strudel will er – vereinfacht gesagt – gigantische Filter in Form von schwimmenden, v-förmigen Anlagen platzieren. Das Wasser fließt durch den Filter hindurch, das Plastik bleibt darin hängen.

Damit die schwimmende Konstruktion nicht abtreibt, wird sie von einem Treibanker gehalten. Er sorgt dafür, dass sich die Barrieren langsamer bewegen als der Kunststoff nahe der Wasseroberfläche, wodurch der Plastikmüll aufgehalten wird. Schiffe sollen den gesammelten Müll in regelmäßigen Abständen abtransportieren und an Land bringen, wo er dann verwertet werden soll.

Ob Boyan Slats Plan tatsächlich aufgeht, bezweifeln einige Forscher. Kritische Ingenieure befürchten, dass die Konstruktion den Kräften des Pazifiks, trotz „schwimmender Anker“ in 500 bis 600 Meter Tiefe, nicht standhalten wird.

Weiterhin bemängeln Umweltforscher, dass das System lediglich die Symptome, nicht aber die Ursachen der Plastikverschmutzung der Meere bekämpfe. Dasselbe gilt natürlich auch für eine Reihe anderer Projekte, die Konzepte entwickelt haben, mit denen das Plastik aus den Meeren gefischt werden soll.

Du interessierst dich für weitere hilfreiche Tipps für den plastikfreien Alltag? Dann besuche folgende Webseiten:

  • Blog des WWF: Welche Siegel kennzeichnen Produkte, die keinen Kunststoff enthalten? Das und mehr erfährst du im Blog der Non-Profit-Organisation WWF.
  • Reset: Trink Wasser aus dem Hahn, lautet einer von vielen Tipps der Website „Reset“, um plastikfreier zu leben.
  • Umweltbundesamt: Welche Kennzeichnungen für umweltfreundliche Produkte gibt es? Unter anderem darüber informiert das Umweltbundesamt.

Mit dem Flustix-Siegel für mehr plastikfreie Produkte

Sinnvoller wäre es natürlich, wir würden gar nicht so viel Plastikabfall produzieren. Für eine plastikfreiere Welt engagiert sich „ Flustix“. Das ist ein Siegel, das mittels eines strengen Prüfverfahrens Produkte und Verpackungen ohne Kunststoff prämiert und sowohl Verbraucher als auch die Wirtschaft anspricht. Sobald die Untersuchung bestätigt, dass ein Produkt kein Plastik enthält, vergibt der unabhängige Logo- und Lizenzpartner RAL gGmbH das Flustix-plastikfrei-Siegel. Verschiedenste Produkte tragen es, zum Beispiel Kosmetika, Lebensmittel, Möbel, Textilien, Spielzeug und Haushaltswaren.

Hersteller können also mithilfe des Siegels den Konsumenten zeigen, dass sie sich für Nachhaltigkeit einsetzen – ein wichtiges Signal in Zeiten, in denen Produzenten jegliche Hemmungen bezüglich Plastikverpackungen verloren haben. Außerdem sorgt das System für mehr Transparenz: Verbraucher erkennen auf einen Blick, dass es sich um ein plastikfreies Produkt handelt.

Person läuft am auf dem Strand liegenden Plastikmüll vorbei
Auch du kannst etwas für die Umwelt tun: Lass deinen Müll nicht liegen, sondern entsorge ihn in den entsprechenden Mülleimern.

Plastikmüll vermeiden: Das kann jeder tun

Darüber hinaus kannst auch du durch eine bewusstere Lebensweise zu weniger Kunststoff im Meer beitragen. Das Umweltbundesamt gibt folgende Empfehlungen:

  • Wirf Müll stets in den Mülleimer und lass nichts am Strand oder auf der Wiese liegen.
  • Trenne deinen Müll. Nur dann können Plastik und andere Stoffe überhaupt weiterverwertet werden.
  • Verzichte auf Peelings, Zahnpasten und Duschgels, die Kunststoffe wie Polyethylen enthalten.

Selbst mit diesen kleinen Schritten trägst du bereits zu einer umweltfreundlicheren Welt bei und bist ein gutes Vorbild für andere. Ebenfalls hilfreich: Beteilige dich an Müllsammelaktionen am Strand. Was wie eine Sisyphusarbeit wirkt, ist ein wertvoller Einsatz zur Reduktion des Plastikmülls.

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