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Zwei Freunde reichen sich die Hand

Schluss machen mit Freunden: Toxische Freundschaften erkennen

von Sirany, 10.09.2018

Freunde sind für uns da, wenn wir sie brauchen. Ihre Anwesenheit gibt uns ein gutes Gefühl. Doch manchmal verkehrt sich das ins Gegenteil. Wann sollte man eine ungesunde Freundschaft beenden? Und wie?

Im Laufe der Jahre treten viele Menschen in unser Leben. Manche verweilen für einige Zeit an unserer Seite und verschwinden dann wieder aus unserem Blickfeld. Bei solchen flüchtigen Bekannt- und Freundschaften macht es uns in der Regel nicht allzu viel aus, wenn man sich wieder aus den Augen verliert.

Anders – und schwieriger – ist es, wenn uns enge Freunde plötzlich fremd werden. Vor ein paar Monaten hast du dich noch an der Schulter des anderen ausgeheult und auf einmal habt ihr euch nichts mehr zu sagen. Früher wart ihr unzertrennlich und heute gehst du nicht mehr mit Vorfreude zu den Verabredungen, sondern mit Bauchschmerzen und einem unguten Gefühl. Aus einer intensiven und erfüllenden Beziehung ist eine toxische Freundschaft geworden. Doch wie geht man jetzt damit um?

Vom Geben und Nehmen in Freundschaften

Eine giftige Freundschaft per definitionem gibt es nicht. Oft sind es eher bestimmte Situationen oder Verhaltensmuster, die an der Beziehung zum Gegenüber zweifeln lassen. Etwa, wenn die Person uns das Gefühl gibt, dass sich das Universum nur um sie dreht: Probleme, Ängste und Erfolge von ihr müssen bis ins kleinste Detail analysiert werden – die eigenen Anliegen dagegen werden kurz und knapp abgehandelt. Oder wenn der sogenannte Freund alles schlecht macht – Beziehung, Job, Hobbys –, was dich erfüllt.

Der Katalog an Beispielen ließe sich noch weiterführen, aber jeder Mensch ist unterschiedlich. Und wenn dein bester Freund extrovertiert ist und gerne redet, während du eher das introvertierte Gegenstück bist, das sein Ohr zum Zuhören leiht, ist das völlig in Ordnung. Zumindest solange ihr beide das Gefühl habt, dass das Geben und Nehmen in eurer Freundschaft ausgeglichen ist.

Problematisch wird es erst dann, wenn eine Seite oder sogar beide ein Ungleichgewicht in ihrer Freundschaft wahrnehmen und das Gefühl entsteht, dass das Gegenüber mehr nimmt als gibt, während man selber nur noch zurücksteckt.

Pyjama-Pizza-Party
Pyjama-Pizza-Party mit dem Lieblingsmensch kann ernährungstechnisch auch eine ungesunde Freundschaft sein – und trotzdem tut sie gut.

Die Erkenntnis kommt schleichend

Die eben geschilderte Erkenntnis ist jedoch meist ein schleichender Prozess, was sie umso schmerzhafter macht. Denn du wachst nicht eines Tages auf und siehst völlig klar: BÄM, das ist eine giftige bzw. ungesunde Freundschaft!

Stattdessen wächst mit jedem Treffen, jedem Gespräch, jeder Nachricht, die ihr austauscht, die Erkenntnis in deinem Kopf: Diese Freundschaft tut mir nicht (mehr) gut.

Vielleicht war es schon immer so, dass ihr eigentlich gar nicht zueinander gepasst habt, vielleicht habt ihr euch beide aber auch erst mit der Zeit verändert und in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Zu Letzterem trägt zum einen das soziale Umfeld bei, zum anderen aber auch die persönliche Entfaltung.

Es heißt Freundschaft, nicht Verpflichtung

Damit es kein ewig langer und quälender Weg wird, bis du realisierst, dass eine Freundschaft dir nicht mehr guttut, achte auf einige Anzeichen:

  • Du gehst nicht mehr mit Freude zu den Verabredungen, sondern aus reinem Pflichtgefühl.
  • Nach den Treffen fühlst du dich ausgelaugt und schlecht gelaunt, weil sie dir die Energie rauben.
  • Dir fehlt die Wertschätzung für die andere Person.
  • Ihr habt euch nichts mehr zu sagen bzw. hast du das Gefühl, dich deinem Freund nicht mehr anvertrauen und öffnen zu können.
  • Du zehrst nur noch von alten schönen Erinnerungen an die Freundschaft, die lange zurückliegen, während dir aus der Gegenwart keine freudigen Erlebnisse einfallen.

Drei sind in einer Freundschaft oft eine*r zu viel.
Drei sind in einer Freundschaft oft eine*r zu viel.

Kurz und schmerzlos? So beendest du ungesunde Freundschaften

Hast du eine toxische Freundschaft erkannt, liegt es allein an dir, zu entscheiden, wie du weiter damit umgehst. Sind die Gründe so gravierend, dass du die Freundschaft beenden willst? Oder ist dir die Person so wichtig, dass du versuchen möchtest, eure Beziehung in eine andere – und bessere – Richtung zu lenken?

Entscheidest du dich für die erste Option, also die Kündigung der Freundschaft, solltest du subtil dabei vorgehen.

  • Gehe erst einmal auf Distanz und minimiere den Kontakt. Im besten Fall geht es deinem Freund ähnlich. Wenn auch er keinen intensiven Kontakt mehr sucht, braucht ihr beide vielleicht einfach Abstand voneinander. Im besten Fall tut euch die Pause so gut, dass ihr nach einiger Zeit wieder anfangt, den anderen zu vermissen, aufeinander zugeht und erneut eine gesunde Freundschaft führen könnt.
  • Problematischer ist es, wenn dein Freund die Sache anders sieht, sich weiterhin verabreden will und dich mit Nachrichten bombardiert. Dann führt kein Schritt daran vorbei, ein klärendes Gespräch mit ihm zu führen. Ihn einfach zu ghosten und ohne weitere Erklärung aus deinem Leben zu verbannen, wäre nicht fair.
  • Erkläre ihm ruhig und ehrlich, dass du dich manchmal nicht gut fühlst, wenn ihr euch seht und du dich deshalb gerade etwas zurückziehst. Wenn er oder sie verständnislos darauf reagiert, fällt es dir umso leichter, den Kontakt abzubrechen. Entwickelt sich aber daraus ein klärendes Gespräch, versuche deinem Gegenüber die Gründe für dein Unwohlsein verständlich zu machen.

Ganz wichtig übrigens: Mache nicht alleine deinen Freund oder deine Freundin für das Scheitern der Freundschaft verantwortlich. Denn dazu gehören in der Regel zwei. Selbst wenn du das Gefühl hast, dass dich dein Ex-Lieblingsmensch ausgenutzt hat und du dich in der Opferrolle siehst, solltest du dir doch eingestehen, dass du es mit dir hast machen lassen – und für die Zukunft nun dazulernen wirst.

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