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Mikroplasik in Kosmetik

Schweden verbietet Mikroplastik in Kosmetik – so vermeidest auch du es

von Florian, 13.04.2018

Schweden hat den Verkauf von Kosmetika gestoppt, die mikroskopisch kleine Kunststoffpartikel enthalten. Auch du kannst auf Mikroplastik in Kosmetik verzichten, ganz ohne gesetzliche Vorgaben.

Die Schweden gelten ohnehin als "Umwelt-Streber" – nun hat das Land diesen Ruf mit einem neuen Verkaufsverbot untermauert. Ab dem 1. Januar 2019 dürfen in dem skandinavischen Land bestimmte Kosmetikartikel, die Mikroplastik enthalten, nicht mehr verkauft werden. Dabei handelt es sich um Produkte, die aufgetragen und dann wieder abgespült werden. Das Verbot betrifft also Zahnpasten genauso wie Shampoos, Duschgels und bestimmte Gesichtspflegeprodukte. Der Hintergrund dieses Verbots: Die Plastikteilchen gelangen über das Abwasser in die Flüsse und Meere, da sie aufgrund ihrer geringen Größe nicht herausgefiltert werden können. Dort landen sie schließlich in den Mägen von Fischen und anderen Meeresbewohnern – und am Ende auf unseren Tellern!

Die genauen Auswirkungen des Mikroplastiks in Luft, Wasser und Lebensmitteln auf die Gesundheit der Menschen sind laut EU-Kommission bisher zwar noch unbekannt – viele Kunststoffe gelten aber als potenziell gesundheitsschädlich oder noch nicht ausreichend erforscht. Einige Studien dauern noch an.

Was ist Mikroplastik überhaupt?

Unter diesen Begriff fallen landläufig Kunststoffpartikel von weniger als fünf Millimeter Größe. Warum Mikroplastik in Kosmetik zum Einsatz kommt, hat ganz unterschiedliche Gründe. Die winzig kleinen Partikel dienen in Pflegeprodukten zum Beispiel als Binde- oder Schleifmittel oder sollen für ein Gefühl der Geschmeidigkeit sorgen. Unter anderem in Duschgels kommt das Mikroplastik auch als Trübemittel vor, um den Produkten ihre Farbe zu verleihen. Greenpeace und andere Umweltorganisationen weisen darauf hin, dass es auch flüssige und gelartige Mikrokunststoffe gibt, die ebenfalls als Mikroplastik benannt werden sollten.

Fische werden mit Plastikmüll im Meer konfrontiert
Fische sind nicht nur durch den Verzehr von Plastiktüten gefährdet, auch mikroskopisch kleine Plastikteilchen landen in ihren Mägen.

Ab 2030 wird die Verwendung von Mikroplastik in allen EU-Ländern beschränkt

Umweltschützer finden die Maßnahme Schwedens natürlich vorbildlich, denn das Plastikproblem in den Weltmeeren ist beängstigend groß. Hierzulande sind die Regeln in puncto Mikroplastik allerdings wesentlich lockerer. In Deutschland muss Mikroplastik in Kosmetika nicht einmal gesondert gekennzeichnet werden. Immerhin: Im Jahr 2014 haben sich mehrere Kosmetikhersteller selbst verpflichtet, künftig auf Mikroplastik zu verzichten – allerdings zunächst nur in Peeling-Produkten. Dennoch ist es ein wichtiger erster Schritt.

Das deutsche Umweltbundesamt hatte der EU-Kommission allerdings ein generelles Verbot für Mikroplastik empfohlen – und die EU hat Anfang 2018 auch reagiert: In einer europäischen Plastikstrategie wurde unter anderem festgehalten, dass die Verwendung von Mikroplastik beschränkt werden soll – allerdings erst ab dem Jahr 2030. Gleichzeitig sollen Verbraucher durch neue Kennzeichnungen die Chance bekommen, aus eigenem Antrieb auf die Kunststoffe zu verzichten.

Einkaufsratgeber zeigt dir Kosmetikprodukte ohne Mikroplastik

Wenn du nicht erst noch über zehn Jahre warten, sondern die kleinen künstlichen Teilchen ab sofort vermeiden willst, kannst du dich am Einkaufsratgeber des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) orientieren. Hierbei handelt es sich um eine praktische Liste mit Kosmetikartikeln ohne Mikroplastik. Das Dokument wird laufend aktualisiert.

Oder du greifst einfach auf zertifizierte Naturkosmetik-Produkte zurück. In diesen ist Mikroplastik genauso wenig zugelassen wie Kunststoffe oder erdölbasierte Inhaltsstoffe im Allgemeinen. Die Hersteller ersetzen diese durch pflanzliche oder mineralische Stoffe wie Salze, Cellulose, Tonerde, Kreide, Kieselmineralien oder auch getrocknete und gemahlene Frucht- und Nussbestandteile. Echte Naturkosmetik erkennst du an Qualitätssiegeln, wie zum Beispiel dem des Bundesverbandes der Industrie und Handelsunternehmen (BDIH-Siegel): Das Siegel erhalten nur Kosmetika, die keine Erdölprodukte, synthetische Konservierungs-, Farb- und Duftstoffe sowie Rohstoffe von toten Tieren enthalten.

Duschgel mit Peeling enthält Mikroplastik
In Duschgels wird Mikroplastik als Trübemittel oder zu Peeling-Zwecken eingesetzt.

So kannst du Mikroplastik in Kosmetik erkennen

Gerade in Peeling-Produkten mit transparenten Verpackungen kannst du Mikroplastikkügelchen zum Teil selbst erkennen. Darüber hinaus ist es jedoch schwer, diese Stoffe vor dem Kauf eines Pflegeprodukts zu identifizieren. Einige Hersteller verraten dir mit dem Packungshinweis "ohne Mikroplastik", dass sie auf die umweltschädlichen Stoffe verzichten. Ganz sicher gehst du aber mit einem Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe. Die ist auf jeder Verpackung aufgedruckt. Mikroplastik verbirgt sich hinter Fachbegriffen wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyamid (PA) oder Polyethylenterephthalat (PET).

Doch selbst wenn Mikroplastik früher oder später aus allen Kosmetika verschwunden sein sollte: Mikroskopisch kleine Kunststoffteilchen werden wohl weiter in großen Mengen ins Meer gelangen. Denn mehr als 60 Prozent dieser Stoffe in den Ozeanen stammen aus Kleidung und Reifenabrieb.

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