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Frau entspannt während die Waschmaschine wäscht

Waschen ohne Chemie – mit Essig, Efeu und Co. Kann das klappen?

von Sirany, 15.06.2018

Alternative Waschmittel sind natürlich und umweltschonend, denn sie belasten das Abwasser kaum. Aber können die auch was? Wird die Wäsche mit Nüssen, Efeu, Essig & Co. wirklich sauber?

Vielleicht kannst du dich noch an den bekannten Slogan eines Waschmittel-Herstellers erinnern. “Ist das neu?“ “Nein, mit Perwoll gewaschen.“ Wie hätten die Zuschauer wohl darauf reagiert, wenn die Antwort “Nein, mit Nüssen gewaschen“ oder “Nein, mit Efeu gewaschen“ gelautet hätte?

Du hast richtig gehört. Aus speziellen Nüssen, Efeu, Kastanien und auch Essig lässt sich alternatives Waschmittel herstellen. Besonders interessant ist das zum einen für Allergiker, deren Haut auf chemisches Waschmittel mit Ausschlag und Juckreiz reagiert. Auch für Menschen mit einer Atemwegserkrankung, die keine parfümierten Waschprodukte vertragen, sind diese Öko-Waschmittel eine Alternative.

Und dann kommt natürlich noch der ökologische Aspekt hinzu. Denn Nüsse, Efeu & Co belasten das Abwasser natürlich wesentlich weniger als chemisch synthetisierte Waschmittel. Wir stellen dir die Wasch-Alternativen vor.

Waschen mit Essig: Sauer macht sauber?

Als Hausmittel kannst du Essig verwenden, um Kalk zu entfernen und Oberflächen wieder zum Glänzen zu bringen. Aber auch als Waschmittel-Ersatz eignet sich der Alleskönner. Dafür gibst du etwa 200 bis 250 Milliliter Essig in das Waschmittelfach deiner Waschmaschine.

Benutzt du Essigessenz, verdünne diese aufgrund ihrer stärkeren Konzentration vorher mit vier bis fünf Teilen Wasser. Übrigens eignet sich Essig auch als Weichspüler. Einfach einen halben Becher beim letzten Spülgang hinzufügen.

Essig-Fans heben außerdem weitere Vorteil hervor: Durch das alternative Waschmittel verblassen die Farben der Kleidung nicht so leicht, empfindliche Stoffe werden nicht statisch aufgeladen und es sammeln sich keine Seifenrückstände, wie es bei herkömmlichem Waschmittel manchmal der Fall ist. Und auch deine Waschmaschine dankt es dir: Mit jedem Essig-Waschgang wird sie gereinigt und entkalkt.

Efeu als Waschmittel
Von wegen Poison Ivy: Efeu lässt sich als alternatives Waschmittel verwenden

Natürliches Waschmittel von der Hauswand: Efeu

Efeu – ist der nicht giftig? Wenn du die Pflanze in großen Mengen verzehren würdest, wäre sie das. Allerdings sind vor allem die Beeren des Efeus giftig. Bestimmte Inhaltsstoffe, die in den Blättern enthalten sind, werden in der richtigen Dosierung unter anderem sogar in Hustensäften verwendet. Daran knabbern solltest du aber trotzdem nicht. Stellst du fest, dass deine Haut bei Kontakt mit Efeublättern mit Ausschlag, Rötungen oder Reizungen reagiert, solltest du ein anderes alternatives Waschmittel vorziehen.

Ist dies nicht der Fall, kannst du acht bis zehn frische Efeublätter in einen Wäschebeutel oder eine Socke geben. Dieses Bündel legst du dann zusammen mit der Kleidung direkt in die Trommel. Das ist die schnelle Variante. Alternativ stellst du aus den zerkleinerten Blättern, kochendem Wasser und optional einem Teelöffel Waschsoda eine Lauge her. Davon gibst du etwa 200 Milliliter ins Waschmittelfach der Waschmaschine.

Leicht verschmutzte Kleidung wird mit dem Efeu-Waschmittel bei 40 oder 60 Grad wieder sauber. Erkennbare Flecken solltest du vorher mit Kern- oder Gallseife behandeln.

Warum können die das?

Efeu, Waschnüsse und auch Kastanien enthalten sogenannte Saponine, seifenähnliche Stoffe, die schäumen und eine hohe Reinigungswirkung besitzen. Sogar Fett können sie lösen. Allerdings hat Efeu einen großen Vorteil gegenüber den anderen beiden alternativen Waschmitteln: Er wächst in Europa das ganze Jahr über und muss nicht importiert werden.

Saponine sind in größeren Mengen jedoch giftig für Fische. Die Menge der seifenähnlichen Stoffe im Abwasser ist bislang aber so gering, dass sie keine Gefahr darstellen.

Frucht vom Wunderbaum: Die Waschnuss

Die Waschnuss wird von den Menschen in Indien und Pakistan seit Jahrhunderten verwendet, um ihre Wäsche zu reinigen. Für ein ansehnliches Waschergebnis gibst du zehn bis 15 halbe Schalen der Frucht, die aussieht wie eine verschrumpelte Haselnuss, in einen Wäschebeutel und diesen zur Wäsche in die Trommel hinzu. Es wird empfohlen, das Vollwaschprogramm bei 40 oder 60 Grad zu verwenden, damit sich genügend Saponine aus den Nussschalen lösen können. Die Zugabe von Fleckensalz und Wasserenthärter kann das Ergebnis verbessern.

Weiße Wäsche solltest du ohne zusätzliches Bleichmittel jedoch nicht mit dem Öko-Waschmittel waschen, da sich sonst ein grauer Schleier über die Kleidung legen kann.

Die regionale Variante: Waschen mit Kastanien

Ähnlich wie die indischen Nüsse eignen sich auch Kastanien zum Waschen ohne Waschmittel. Sie sind ökologisch vertretbarer, weil sie keine langen Transportwege nach Deutschland haben. Zur Kastanienzeit also vorsorgen, Früchte sammeln und trocken lagern, damit sie nicht schimmeln.

Für eine Waschladung zerteilst du etwa fünf Kastanien in kleine Stücke und legst diese für mehrere Stunden in ein sauberes Glas mit 200 bis 300 Milliliter Wasser ein. Den Sud durch ein Sieb abgießen und in das Waschmittelfach der Waschmaschine füllen. Weil sich die Flüssigkeit nicht allzu lange hält, solltest du keine zu großen Mengen von dem Kastanien-Waschmittel vorproduzieren.

Auch bei dieser Variante kannst du das Waschergebnis verbessern, wenn du einen Teelöffel Waschsoda als Wasserenthärter ins Waschmittelfach dazugibst und hartnäckige Flecken vorher mit Gall- oder Kernseife behandelst. Tipp: Fügst du dem Kastanien-Sud ein paar Tropfen ätherisches Öl bei, ersetzt das den Weichspülerduft.

Kastanien als Waschmittel
Kastanien als Waschmittel sind nachhaltiger als Waschnüsse. Sie wachsen auch in Deutschland.

Und was hat es mit der Waschkugel auf sich?

Wäschebälle und -kugeln funktionieren nach einem anderen Prinzip: Durch ihr Material und das Zusammenspiel mehrerer Kugeln in der Waschmaschinentrommel soll die Kleidung sauber werden – ganz ohne oder zumindest nur durch eine geringe Zugabe von Waschmittel.

Mehrere Waschkugeln in der Trommel reinigen die Wäsche mechanisch, indem sie aneinanderstoßen und Reibung erzeugen, ähnlich wie das Prinzip eines Waschbretts. Zudem sind in einigen Produkten Mineralien enthalten, die negative Ionen und Ferninfrarot-Strahlung (FIR-Strahlung) erzeugen sollen, die zur Reinigung beitragen.

Am besten findest du selbst heraus, welches alternative Waschmittel am besten zu dir und deinen Waschgewohnheiten passt, indem du die verschiedenen Möglichkeiten ausprobierst.

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