menu
A Few Good Friends
Eine Initiative der
Reisebloggerin Alice vor einem Felsen

Kostenlos verreisen und Geld damit verdienen: Alice ist Reisebloggerin

von Jasmin, 09.05.2018

Es klingt nach dem perfekten Traumjob: An die schönsten Strände der Welt fahren, sich durch kulinarische Köstlichkeiten schlemmen, alles per Foto festhalten, ins Netz stellen und damit Geld verdienen. Reisebloggerin Alice lebt diesen Traum – aber kennt auch die Arbeit, die er mit sich bringt.

2016 war der bisherige Peak: In diesem Jahr reiste Alice auf vier Kontinente, in über 38 Städte, durch mehr als 24 verschiedene Zeitzonen. Dabei hatte sie stets ihre Kamera und ihren Laptop im Gepäck. Denn das Reisen ist für sie mehr als nur Privatvergnügen. Es ist ihr Job.

Als Reisebloggerin versorgt Alice ihre Leser regelmäßig mit Berichten, Fotos und Videos von ihren Abenteuern – via YouTube, ihrem Blog und Instagram. Mit Belanglosigkeiten will sie ihre Follower jedoch nicht langweilen.

Authentizität ist für Alice entscheidend

Alice steckt viel Arbeit in ihre Inhalte und achtet auf Qualität und Professionalität. Sie will nicht zu einer Werbefläche für beliebige Marken werden. „Content ist King“, sagt die lebenslustige Frau mit multiethnischen Wurzeln aus China, Vietnam und dem Oberallgäu. Und genau in dem will sie sich widerspiegeln. Das Ganze ist für Alice schließlich nicht nur ihr Beruf, sondern auch ihr Weg zu sich selbst.

Vielleicht liegt genau hier der Grund für ihren Erfolg. Wer sich überlegt, hauptberuflich als Reiseblogger durchstarten zu wollen, benötigt in den Augen der 27-Jährigen neben Zeit, Startkapital und Ehrgeiz nämlich vor allem eins: Authentizität.

Anfangs dürfen die Erwartungen an den Job nicht zu hoch sein. Viele Blogger sind froh, wenn sie mit ihrer Website vielleicht 1.000 Euro im Monat verdienen. Regeln, feste Honorare oder strukturierte Arbeitszeiten gibt es hier nicht. Blogger sind Selbstständige, die sich über Sponsoring und Werbung finanzieren.

Wenn Alice mit einem bestimmten Verkehrsmittel oder einer bestimmten Reisegesellschaft um die Welt düst, übernehmen die Veranstalter die Kosten für den Transport und Logis. Dafür muss die Bloggerin dann einen Reisebericht schreiben und ihre Erlebnisse posten. Mit ihren Followern bietet sie dem Unternehmen immense Reichweite und Sichtbarkeit. Dieses Potenzial verkauft Alice mit ihrem Job. Aber damit diese Art des Marketings fruchtet, müssen die Inhalte ihres Blogs ansprechend aufbereitet werden. Das kostet die Bloggerin viel Zeit und Kreativität. Wer also denkt, mit ein paar Instagram-Bildern und drei kurzen Sätzen in einem Digital Diary das schnelle Geld machen zu können, irrt sich gewaltig.

Die Landschaften der Reiseziele von Bloggerin Alice
Reisebloggerin Alice zeigt ihr Gesicht nur selten. Ihre Reiseziele und atemberaubende Kulissen sollen im Mittelpunkt stehen.

„Ich reise wegen der Menschen – und dem Essen“

Alice kann mittlerweile gut von ihrer Tätigkeit leben, selbst wenn auch sie nicht jeden potenziellen Sponsor von sich überzeugen kann. Für manche Kunden benötige sie mehr als 50.000 Follower auf Instagram, erklärt Alice. Da könne sie mit ihren aktuell 17.100 nicht mithalten. Die Wahl-Berlinerin überzeugt eher die Kundschaft, die hinter ihren Idealen steht. Die, die sie zu Wort kommen lässt und mehr will, als nur das schnelle Herzchen auf Instagram.

Alice ist immerhin hauptberufliche Bloggerin, keine reine Instagrammerin. Sie möchte keinen Trends hinterherlaufen und immer nur ähnliche Fotos von Traumstränden hochladen, sondern lieber tiefgreifende Informationen über Land und Leute liefern. „Ich reise wegen der Menschen – und dem Essen“, sagt sie schmunzelnd. Denn leckere Mahlzeiten sind in den gesponserten Reisen meist inkludiert. Ihre Inhalte sollen ihre Follower überzeugen. Alice will als Werbetreibende zu einer Marke passen und deren Zielgruppe ansprechen können. Sie bringt ihre Leser mit ihren Postings dazu, sich in einem anderen Land genauso verträumt zu verlieren wie sie sich selbst verliert.

Kanäle wie Facebook, Instagram oder Snapchat gehören zum Standardrepertoire eines jeden Bloggers, der seine Seite promoten und mit Traffic füllen will. Sie zu pflegen bedeutet Aufwand. Bilder müssen sortiert, bearbeitet und hochgeladen werden, die Kommunikation mit anderen Nutzern soll ins Rollen kommen, regelmäßige Posts sind Pflicht. „Von nix kommt nix“, weiß Alice. Und genau deswegen nimmt sie sich Zeit, um ihren Content zu erstellen, arbeitet häufig auch für die nächste Woche vor oder bis spät in die Nacht hinein. Dennoch würde sie ihren Job nie gegen einen geregelten Büroalltag tauschen wollen.

Die verschiedenen Länder die Bloggerin Alice bereist
Ägypten, Japan, Singapur. Was viele Reiseblogger nicht sehen: das Land und die Menschen, die dort leben. Ein guter Blogger denkt aber nicht nur an Sponsoren und Markenprodukte, sondern auch an die Echtheit seines Contents.

Erfolg kommt mit der Zeit

Alice bloggt nun schon ganze elf Jahre, drei davon hauptberuflich. Zu ihrem Job gehört auch die Akquise von Kunden und die Vermarktung ihres Selbst. Hier musste der kreative Kopf lernen, seinen eigenen Wert zu erkennen. Und der baute sich erst mit der Zeit auf. Wer sich heute überlegt, einen Reiseblog zu starten, sollte daher nicht zu schnell mit Erfolg rechnen. Ein solides Fundament an Content auf einer bestehenden Webseite und eine gewisse Anzahl an Instagram-Followern zählen zu den Grundvoraussetzungen, um bei Firmen und Sponsoren Aufmerksamkeit zu erlangen.

Alice M. Huynh ist 27 Jahre alt und wohnt in Berlin. Ihren Blog mit spektakulären Eindrücken aus fernen Ländern erreichst du unter  www.iHeartAlice.com . Auf YouTube liefert sie dir über ihren Channel ( bunbaochannel ) regelmäßig Travel-Videos. Wer sich lieber auf Fotos stürzen möchte, kann ihr auch bei Instagram folgen:  alicemhuynh

Richtig groß rauszukommen, pro Post mehrere Tausend Euro zu kassieren und quasi nur noch umsonst um die Welt zu reisen, sei in Anbetracht der derzeitigen Konkurrenz kein Zuckerschlecken – aber auch nicht unmöglich. Das Pensum an Arbeit könne man allerdings alleine nicht bewältigen, sagt Alice. Auch in ihrer Größenordnung ist das schon schwer. Derzeit sucht sie nach einer Unterstützung im Management- und Marketingbereich.

Essenziell bleibt für Alice aber auch weiterhin, mit ihrem Gesicht und ihrem Namen für das stehen zu können, was sie im Internet für die Öffentlichkeit festhält. Nur wer komplett von den Reisezielen, den Eindrücken der fremden Kulturen und den Produkten, die beworben werden, überzeugt ist, hat nach der Ansicht vieler Reiseblogger die Chance, aus seinem Hobby einen Beruf zu machen.

×

Einwilligungserklärung für die Nutzung der Social Media Plugins

Für die Nutzung von Social-Media-Dienstangeboten diverser Unternehmen stellen wir Ihnen Social-Media-PlugIns zur Verfügung. Diese werden in einem 2-Klick-Verfahren auf den Online-Angeboten der AOK eingebunden. Die AOK erfasst selbst keinerlei personenbezogenen Daten oder über deren Nutzung mittels der Social PlugIns. Über diese PlugIns können jedoch Daten, auch personenbezogene Daten, an die US-amerikanischen Diensteanbieter gesendet und gegebenenfalls von diesen genutzt werden. Das hier eingesetzte Verfahren sorgt dafür, dass zunächst keine personenbezogenen Daten an die Anbieter der einzelnen Social-Media-PlugIns weitergegeben werden, wenn Sie unser Online-Angebot nutzen. Erst wenn Sie eines der Social-Media-PlugIns anklicken, können Daten an die Dienstanbieter übertragen und durch diese gespeichert bzw. verarbeitet werden.

close